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In 160 Stunden zum Pflegeassistenten von Demenzkranken

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will mehrere tausend Langzeitarbeitslose in Pflegeheime vermitteln. Sprecher der BA und des Bundesgesundheitsministeriums bestätigten am Samstag einen entsprechenden Bericht der “Süddeutschen Zeitung”. Schwer vermittelbare Langzeitarbeitslose sollen zur Versorgung von Demenzkranken in Heimen eingesetzt werden. 10.000 Langzeitarbeitslose bekommen eine Fortbildung von 160 Stunden und machen zunächst Praktika.

Startseite - Veroeffentlicht von: Einstein   am: 16. August 2008 um 22:52 Uhr - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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  6 Kommentare / Fragen veroeffentlicht


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6 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Einstein am Samstag, 16.8.2008.

Da muss man sich doch gleich Fragen was mit den unzähligen EEJ geschieht die diese und andere Tätigkeiten tätigen? Werden die nun wieder erwerbslos? Ein Sprecher der Deutschen Alzheimergesellschaft hat gesagt, das vergleichbare Lehrgänge in der Vergangenheit 900 Stunden Schulung umfasst hätten.

Ob es sich dabei um sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen handeln wird von dessen Vergütung die Leute auch leben können, wurde mal wieder nicht verlautbart, jedoch ist bei 160 Stunden Schnellschulung mit Sicherheit wiedereinmal nur von einem “Leben in Praktikum” die Rede. Mit solchen Überlegungen kann man natürlich Kosten in der Gesundheitsreform schönrechnen.

Was wohl die Betroffenen sagen würden, wenn diese zu entscheiden hätten?


2. ... Kommentar von Steinbock am Samstag, 16.8.2008.

Praktikanten … ja ne iss klar, kosten nix und sind gegenüber EEjobber auch noch flexibler einsetzbar bei gleichen Pflegeplatzkosten. Man da wird das Geld ja Schubkarrenweise gedruckt im achso weißen Kittel.


3. ... Kommentar von Demokratus am Sonntag, 17.8.2008.

Der ganze Skandal wird noch unglaublicher, wenn man liest, dass der angebliche Bedarf von 10.000 zusätzlichen Betreuungskräften locker durch die Anzahl der Arbeitslosen gedeckt werden könnte, die eine qualifizierte Ausbildung in der Pflege abgeschlossen haben!

Zitat auf http://www.tagesschau.de ( http://www.tagesschau.de/inland/demenz102.html )

Viele Alten- und Pflegeheime suchen verzweifelt geeignetes Personal. Bei der Bundesagentur für Arbeit waren zuletzt mehr als 10.000 Stellen für Altenpfleger und Altenpflegehelfer gemeldet - und das, obwohl rund 30.000 Menschen mit dieser Qualifikation arbeitslos gemeldet waren. Auch zahlreiche Lehrstellen in diesem Bereich sind noch nicht besetzt.

Auf die Frage, warum dann ausgerechnet dafür nicht ausgebildete Langzeitarbeitslose in Kurzschulung dafür herhalten sollen, werden unsere Behörden kreativ: Viele von den geschulten Arbeitslosen stünden dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung oder zumindest nicht dort, wo der Bedarf sei.

Soll man da nicht lachen? Die Anwort liegt wohl eher wieder mal darin, dass man die billigste Lösung sucht. Die Bezahlung im Pflegebereich ist schon für ausgebildete Kräfte unter aller Kanone, aber die Langzeitarbeitslosen bekommt man sicherlich noch einmal eine Schippe billiger. Das wiederum hat oberste Priorität, denn wenn die Pflegekassen schon die zusätzlichen Kosten übernehmen sollen, dann nur so weit, wie unbedingt nötig.

Dem Staat liegt schon lange nichts mehr an der Vermittlung der Arbeitslosen in den 1. Arbeitsmarkt, er ist vielmehr an zwangsrekrutierten Billigkräften zwecks Stopfung der selbstverschuldeten Haushaltslöcher interessiert.

So sieht das aus!


4. ... Kommentar von Ullrich Niversal am Sonntag, 17.8.2008.

Gebt den ausgebildeten Arbeitslosen, die nicht ortsansässig sind, eine Beschäftigungsgarantie und eine angemessene Entlohnung, dann kommen die meisten ganz von selbst und gerne zum Arbeitsort - und bauen sich dort eine neue Existenz auf.

Aber nein, es muss ja unbedingt billig-billig sein. Menschen mit Problemen (wegen Armut) sollen sich kümmern um Menschen mit Problemen (wegen Krankheit).


5. ... Kommentar von Martin Obenaus am Montag, 18.8.2008.

Die Wirtschaftlichkeit von demokratisch erzeugter Armut
wird sich schon bald globalisieren lassen.
Ein Traum für Spitzenmanager und Konzernbosse-
über erschwingliche Politik Macht ausüben. Danke der freien Demokratie!

Arbeitskraft darf zwanghaft gefordert werden-wir sind hochmodern
und politisch dem Mittelalter wirtschaftlich überlegen.
So macht es sich bezahlt- den Körper und die Psyche mit nur den geringsten
Mitteln Ausbeutungsfähig zu erhalten…
Hatten wir das nicht schonmal? Ich kann nur ausdrücklich warnen
vor einer gezielten Entmündigung der Völker Europas!


6. ... Kommentar von e-e am Montag, 18.8.2008.

Auch wenn man eine Fortbildung (egal wieviele Stunden die Fortbildung hat) absolviert hat - heißt schon länger nicht, dass jemanden geeignet ist mit Leuten die unter Altersdemenz oder Alzheimer leiden zu ‘arbeiten’!

Früher habe ich mit Alzheimerpatienten (ist ein Unterschied zwischen Altersdemenz und Alzheimer) und habe die Arbeit geliebt. Nur diese Arbeit ist nicht jeden gelegen (Die meisten die Pflegekräfte die ich kennenlernte, mochte überhaupt nicht mit den Alzheimerpatienten zu arbeiten!) - wer mag 20 mal am Tag von der gleiche Person gefragt zu werden wie sie heißen? dass jeden Tag für die Betroffenen Sonntag ist, dass Papa gleich von der Feldarbeit bald nach Hause kommt und das Mittagessen muss vorbereitet werden, usw. Das jeden Tag, mehrmals am Tag!
Auch können Alzheimerpatienten agressiv sein, besonders am Anfang der Krankheit, was ist wenn ein Praktikant verletzt wird???????


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