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IG Metall-Umfrage: Prekäre Beschäftigung und Unsicherheit in der jungen Generation nehmen zu

Unsicherheit und prekäre Beschäftigung in der jungen Generation haben trotz sehr guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter zugenommen. Arbeitsverhältnisse wie Leiharbeit, Praktika, Werkverträge und befristete Jobs werden immer mehr zu einer entscheidenden strukturellen Erfahrung der jungen Erwerbstätigen und führen zu Unsicherheit und Belastungen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer im Juni 2012 im Auftrag der IG Metall durchgeführten, repräsentativen Befragung unter jungen Menschen. “Prekäre Arbeitsverhältnisse sind kein vorübergehendes Phänomen zu Beginn des Berufslebens, sondern trotz Aufschwung und Fachkräftebedarf verfestigte Realität für viele”, sagte Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, in Berlin bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse der TNS Infratest Politikforschung.

Nach 2009 und 2010 hat die IG Metall zum dritten Mal Einstellungen, Sorgen und Erwartungen der jungen Generation ermitteln lassen. Waren 2009 28 Prozent der jungen Menschen prekär beschäftigt sind es 2012 sogar 32 Prozent. Junge Menschen erleben die Erfahrungen mit Brüchen, wie Arbeitslosigkeit, ungewollte Arbeitsplatzwechsel und die prekären Beschäftigungsformen wie Leiharbeit und Befristungen als große Belastungen. Rund neun von zehn Befragten unter 35 Jahren gaben an, dass unsichere Beschäftigungsverhältnisse über einen längeren Zeitraum zu psychischen Belastungen führen, die Lebensplanung und damit auch mögliche Familiengründungen erschweren sowie berufliche Aufstiegschancen behindern.

Neben persönlichen Beeinträchtigungen befürchtet der überwiegende Teil der Befragten (85 Prozent) negative gesellschaftliche Auswirkungen, wie die zunehmende Verunsicherung großer Teile der Arbeitnehmerschaft. 80 Prozent gehen von einer Verschärfung sozialer Ungleichheit aus. “Die Befragung zeigt eindeutig strukturelle Schwächen auf, die politisch beseitigt werden müssen. Deshalb brauchen wir eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Prekäre Beschäftigungsformen müssen zurückgedrängt und reguläre Beschäftigung aufgebaut werden”, forderte Wetzel. Die IG Metall rücke mit ihrer Kampagne “Arbeit: Sicher und fair” bis zur Bundestagswahl die Forderung nach einer neuen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Prekäre Beschäftigung hat sich im Generationenvergleich weiter auseinander entwickelt. Während der Anteil der prekär Beschäftigten bei den unter 35Jährigen steigt, sinkt er bei den über 35Jährigen. 2009 waren 16 Prozent dieser Altersgruppe prekär beschäftigt - heute sind es noch 11 Prozent. Die soziale Spaltung zwischen den Jungen und den über 35Jährigen wird größer. “Die zunehmende Unordnung des Arbeitsmarktes geht vor allem zu Lasten der jungen Generation”, betonte Wetzel.

Erstmals wurde in der Studie das Phänomen Werkverträge untersucht. Mit den Werkverträgen hat sich ein neues Instrument der Deregulierung auf dem Arbeitsmarkt etabliert. 15 Prozent der unter 35Jährigen (ohne Leiharbeiter) gaben an, dass der Arbeitgeber im Rahmen von Werkverträgen Leistungen für andere Unternehmen erbringt und er mehr als zwei Drittel der Arbeitszeit auf dem Firmengelände eines Auftraggebers des Arbeitgebers verbringt. “Damit zeichnet sich ab, dass ein relevanter Teil der Beschäftigten in sogenannten Werkvertrags- oder Dienstleistungsunternehmen beschäftig ist. Sie müssen Anspruch auf tarifvertragliche Regelungen und Mitbestimmung wie alle anderen Beschäftigten haben”, forderte Wetzel.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Befragten von der Politik eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (89 Prozent) sowie die Einführung von Mindestlöhnen (80 Prozent) und die Begrenzung von Leiharbeit (72 Prozent) erwarten. Ein Teil der jungen Generation sei benachteiligt und wisse das. Sie fühle sich deshalb in vielfacher Hinsicht unterprivilegiert. “Zwar sind wir in der Bundesrepublik weit von spanischen Verhältnissen entfernt. Aber auch in Deutschland haben zu viele junge Menschen keine guten Zukunftsperspektiven”, kritisierte Wetzel.

Quelle: IG Metall - Pressestelle

Startseite - Veröffentlicht am: 9. Juli 2012 um 9:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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2 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Britwei28 am Montag, 9.7.2012.

Was denen nicht so alles auffällt!
Durch diese Jobs freut sich nur der Arbeitgeber und in der Politik wird rumgejammert; es werden zu wenig Kinder geboren!
Ja, warum wohl, wenn so viele Leute für nen Appel und Ei arbeiten müssen!
Die Folgen solcher Beschäftigungsverhältnisse sind doch schon läner bekannt; wer hat denn da geschlafen und fröhlich mit abkassiert?


2. ... Kommentar von jogy am Montag, 9.7.2012.

Geschlafen hat da doch niemand.Das ist doch die erklärte Politik
unserer Volkvertreter ausgenommen die Linkspartei.
Alle anderen einschließlich der Gewerkschaftsbonzen spielen dieses häßliche Spiel doch mit. Ändern können wir es nur, wenn wir uns genau anschauen,wen wir bei der nächsten Wahl in den Bundestag schicken.Bloß da läßt sich der deutsche Michel wieder verar…n,und wählt genau die, die für solche Zustände verantwortlich sind.


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