Höchste Zeit für Einigung des Koalitionsausschusses im Krippenstreit
Der AWO-Bundesausschuss hat heute in Berlin Bedingungen für einen seriösen Ausbau der Krippenplätze formuliert und erwartet vom Treffen des Koalitionsausschusses am 14. Mai 2007 wegweisende Beschlüsse für die Kinder in Deutschland.
Nur ein Rechtsanspruch für alle Kinder auf einen Krippenplatz ist die angemessene Antwort auf die aktuellen politischen Auseinandersetzungen. Erwiesenermaßen gibt es einen Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildung, dem wirkungsvoll begegnet werden muss.
Unter dem Aspekt “der Chancengerechtigkeit”, so der AWO Bundesvorsitzende Wilhelm Schmidt, “ist dies für die AWO unabdingbar.” Frühkindliche Bildung “für alle ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen Kinderarmut”, unterstreichtSchmidt. Ein erfolgreicher und zügiger Ausbau von Krippenplätzen auf 750.000 bis zum Jahre 2013 wäre auch in Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit ein “enorm wichtiger Schritt”, betont Schmidt. Im Zuge des Ausbaus “darf jedoch die Qualität der Tageseinrichtungen nie aus dem Blick geraten.” Hohe qualitative Standards sind sowohl für Eltern als auch bildungspolitisch erforderlich, “dies müssen alle Beteiligten der Diskussion erkennen. Einfach Zahlen von neuen Krippenplätzen in die Welt zu setzen, ohne zu benennen, wie viel gut ausgebildetes Personal dafür erforderlich ist , bleibt unseriös” so Schmidt.
Die Finanzierung des Ausbaus kann geregelt werden - wenn es politisch von Bund, Länder und Kommunen gewollt ist. Eine Finanzierung durch den Bund “muss mit Qualitätsanforderungen - entsprechende Qualifizierung des Personals, kleine Gruppen, geeignete Räume - verknüpft werden”, unterstreicht Schmidt.
Die Sicherstellung der Finanzierung durch den Bund ist für die AWO dann möglich, wenn:
- eine zukünftige Erhöhung des Kindergeldes in den Ausbau der Infrastruktur zur frühen Förderung von Kindern investiert wird,
- die finanziellen Mittel, die durch geringere Kinderzahlen ab 2010 frei werden, nicht eingespart, sondern in den Ausbau der Infrastruktur umgeleitet werden,
- das Ehegattensplittings abgeschafft wird, um so die frei gewordenen Mittel in den Ausbau der Infrastruktur für Bildung und Ausbildung zu investrieren.
Quelle: Pressestelle - AWO Bundesverband e.V.
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