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Heftige Kritik an Sozialstaatsdebatte - Paritätische Expertise belegt: Der Lohnabstand ist gewahrt

Wer in Deutschland Vollzeit arbeitet, hat mehr als der, der nicht arbeitet.

Dies geht aus einer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband vorgestellten Expertise hervor. Der Verband fordert zu einem seriösen Umgang mit Zahlen und zur Versachlichung der Diskussion um die Lohnabstandsproblematik auf.

Als völlig haltlos und an der Grenze zur bewussten Täuschung kritisiert der Paritätische die Behauptung, dass der Lohnabstand zwischen Hartz IV und Erwerbstätigen in untersten Lohngruppen nicht gewahrt sei. Der Verband wirft den Kritikern eines vermeintlich zu geringen Lohnabstandes vor, auf äußerst dubiose Rechenbeispiele zurück zu greifen. Häufig würden bei der Berechnung der Haushalte mit niedrigem Erwerbseinkommen ganze Einkommensbestandteile wie das Wohngeld oder der Kinderzuschlag vorsätzlich ignoriert. „Die Ergebnisse aus solchen Berechnungen haben mit der Realität nichts zu tun“, kritisiert Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider.

Anhand von 196 Beispielrechnungen für verschiedene Branchen und Haushaltskonstellationen in Ost- und Westdeutschland weist der Verband nach, dass für Hartz IV-Bezieher selbst bei niedrigsten Löhnen ein Anreiz zur Arbeitsaufnahme besteht. Die Berechnungen zeigten weiterhin, dass eine Senkung der Einkommensteuer die Situation von Geringverdienern in keiner Weise verbessern würde. Stattdessen seien gezielte Verbesserungen beim Kinderzuschlag sowie eine offensive Auseinandersetzung mit dem wachsenden Niedriglohnsektor erforderlich.

Der Paritätische fordert die Bundesregierung auf, mit Priorität die Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils zu den Regelsätzen zu betreiben. „Das Bundesverfassungsgericht hat klar gesagt, wo es langgeht“, erklärt Hauptgeschäftsführer Schneider. „Wir müssen das Existenzminimum aller Menschen an der Armutsschwelle sichern und ihren Kindern gerechte Bildungschancen eröffnen. Vor diesem Hintergrund ist es infam, Niedrigeinkommensbezieher gegen Arbeitslose in Stellung zu bringen, wie es manche tun“, kritisiert Schneider.

Nach den Berechnungen des Paritätischen ist selbst bei niedrigsten Stundenlöhnen von unter sechs Euro ein Abstand zu Hartz IV gegeben. Je nach Haushaltstyp betrage der Abstand zwischen 260 und 900 Euro. Eine besondere Rolle spielten in diesem Zusammenhang das Wohngeld und der Kinderzuschlag, die in vielen Fällen ein Aufstocken durch Hartz IV überflüssig machten.

Quelle: Presse Der PARITÄTISCHE Gesamtverband

Startseite - Veröffentlicht am: 1. März 2010 um 18:53 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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6 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Britwei28 am Montag, 1.3.2010.

Außenminister Westerwelle: “Arbeit muss sich wieder lohnen”

Vollzeitarbeit lohnt sich immer - zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Auch Geringverdiener in Ost und West haben demnach mehr Geld zur Verfügung als Hartz-IV-Empfänger. Wer anderes behauptet, “unterschlage unverfroren Fakten”.

Quelle: Spiegel-online ( Politik )

Hatte schon mal in einem anderen Beitrag darauf hingewiesen, das da mehrfach einige Leistungen, die wir nicht erhalten, unterschlagen wurden!


2. ... Kommentar von Democratus am Dienstag, 2.3.2010.

Und wenn wir uns jetzt mal im Vergleich die Nebenverdienstliste von Dr. Guido Westerwelle (FDP) ansehen, dann wird uns klar, was wir von der von ihm losgetretenen Debatte um Hartz IV zu halten haben: Dampfplauderei bzw. nichts als heiße Luft.

Denn reden, reden, reden ist sein Hobby, Inhalt und Wirkung scheint da egal zu sein.

Der Mann dürfte mit bezahlten Vorträgen von über 7000 Euro pro Stück deutlich mehr verdienen als mit seinem Mandat im Bundestag. Kein Wunder, dass Frau Kipping (Linke) zuletzt im Bundestag süffisant fragte, wo das noch leistungsgerecht sei, wenn Herr Dr. Westerwelle für ein einzige Rede über 7000 Euro erhalte, ein aus ihrem Wahlkreis stammender Entwicklungshelfer dafür monatlich mit 1000 Euro nach Hause gehe.

Link: bundestag.de


3. ... Kommentar von Helga am Dienstag, 2.3.2010.

Es mag ja sein, dass Vollzeit-Arbeiter ohne Hartz-IV-Leistungen normalerweise mit ihrem Lohn über den Hartz-IV-Leistungen liegen. Aber Teilzeitarbeiter tun das normalerweise nicht! Und darum sollte man Hartz-IV so weit absenken, dass jeder Arbeiter ohne Hartz-IV-Leistungen immer mehr hat als die Hartz-IV-Leistungs-Bezieher. Sonst funktioniert das mit dem Lohnabstandsgebot doch nicht!

Dummerweise müsste man nach so einer Argumentation die Hartz-IV-Leistungen auf Null absenken. Der Paritätische Wohlfahrtsverband lässt sich hier auf eine Diskussion ein, die nur zur Reduzierung der Hartz-IV-Leistungen führen kann! Es wird IMMER Menschen geben, die mit reinem Arbeitslohn WENIGER Geld haben als Menschen mit Sozialleistung. Dafür braucht man nur Menschen rauszusuchen, die entsprechend wenig arbeiten.

By the way: Wer arbeitet UND Hartz-IV bezieht, der hat normalerweise mehr Geld als jemand, der nur Hart-IV bezieht. Auch Teilzeit-Arbeiter! Vielleicht sollte man lieber so argumentieren?

Frage: Was soll das also?

Antwort: Der Paritätische Wohlfahrtsverband verteidigt hier sein Ideal der Vollzeit-Arbeit. Für Teilzeit-Arbeiter hat der Paritätische Wohlfahrtsverband leider gerade keine Zeit.
(Persönliche Anmerkung von mir: Ich möchte nie wieder in Vollzeit arbeiten. Mit so wenig Freizeit kann man sein Leben auch genauso gut wegschmeißen. Erst mit weniger als 30 Stunden Arbeitszeit wurde mein Leben angenehm.)

Der Verband fordert […] zur Versachlichung der Diskussion um die Lohnabstandsproblematik auf.

Wer hat fehlenden Lohnabstand denn eigentlich zum Problem erklärt?
Und warum?


4. ... Kommentar von Britwei28 am Dienstag, 2.3.2010.

Die SPD will mehr Geld für die Bundestagsabgeordneten!

Die Haushälter der Partei fordern nach BILD-Informationen, die monatliche Mitarbeiterpauschale um 2000 Euro anzuheben. Ein Abgeordneter hätte dann künftig 16 712/Monat Euro zur Verfügung, um Büroleiter, Sekretärinnen etc. zu bezahlen
Quelle: Bild-online ( Politik )

Damit sie wieder Leute einstellen können, heißt es!
Reichen die Nebeneinkünfte, die jeder Politiker hat, etwa nicht aus?
Ein Schlag ins Gesicht für alle die knapp unterhalb des Existensminimums dahindümpeln!
Aber soetwas kennen wir ja nicht anders! Wasser predigen, Wein saufen und sich trotz Krise weiterbereichern!
Ich höre jetzt auf, mir ist schlecht genug!!!


5. ... Kommentar von joachim grehl am Dienstag, 2.3.2010.

irgendwie werde ich das gefühl nicht los das hier wieder ein ganzes volk verarscht werden soll.
der bürger der arbeiten geht will sich doch auch mal was leisten und geht nicht zum selbsterhalt schuften bzw. jeden 1. des monats zur agentur um sich den fehlenden lohn dann auf staatskosten auszahlen zu lassen.
für mich ist das nichts weiter als subventionsförderung des staates damit die arbeitgeber ja nicht soviel einzahlen müssen in den sozialfonds.
niedrige löhne heißen nämlich auch weniger einzahlungen in Kranken,Renten und pflegeversicherung sowie geringere steuereinnahmen des staates und anderseits erhöhung der abgaben der berufstätigen. es ist doch nur noch eine frage der zeit bis der der noch arbeiten geht 80% und mehr von seinem lohn abgeben muss.
wann fängt diese regierung endlich mal an dort zu streichen wo die ursachen für staatsverschuldung liegen?
denn nicht der arbeitnehmer ist das problem sondern die raffgier der arbeitgeber und ihrer aktionäre!
muß dieses land erst in der anarchie enden!


6. ... Kommentar von Solidar am Dienstag, 2.3.2010.

Jedes andere Volk hätte schon die Politiker aus den Ämtern gejagt!!

Und ohne Lebenslange Bezüge die im Schnitt 12000.-.Euro betragen,denn auch das zahlen die Arbeiter!


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