Hat Ausbeutung noch ein Gewissen?
In den letzten Tagen, mussten Arbeitnehmer und Erwerbslose immer neue Schreckensnachrichten entgegen nehmen, in denen von Vollzeitbeschäftigten die Rede ist, deren Einkommen nicht reicht, um ein menschenwürdiges Leben zu führen oder wo Erwerbslose in die Zwangsarbeit getrieben werden sollen, nur, um den wohl nächsten Schritt der Arbeitnehmer Ausbeutung einzuleiten.
Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz, Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, fordert nun sogar statt der Einführung eines Mindestlohns, die unteren Löhne von 3 oder 4 EUR - womöglich noch einmal zu senken, damit mehr Stellen entstehen.
Nicht genug, dass in Zeiten wie diesen, wertvolle Arbeitskräfte in den Händen der Zeitarbeitsbranche zu Dumpinglöhnen verschleudert werden, ohne das Betroffene sich wehren können, denn das Ausschlagen jeglicher Arbeitsgelegenheiten wird vom Staat mit empfindlichen Sanktionen bestraft. Nein, nun soll gerade im Bereich der unteren Lohngruppen noch einmal mit Unterstützung der Bundesregierung und deren Sachverständigen, Lohndumping als gesellschaftsfähig eingestuft werden.
Obwohl der Großteil der Bevölkerung für die Einführung eines Mindestlohns ist und wir reden von einen Mindesteinkommen nicht von einem Mindeststundenlohn ( gerne auch Mindestlohn genannt), der eben auch keine Existenz sichert, was nur ein Mindesteinkommen garantieren kann, wird dieser nicht umgesetzt. Innerhalb der EU ist ein Mindesteinkommen seit Jahren eingeführt worden und zeigt gute Ergebnisse, wie zum Beispiel bei der Armutsbekämpfung. Nur in der Bundesrepublik scheint das Thema Mindesteinkommen zu wenige politische Lobbyisten zu finden, die bereit sind , diesen Schritt zu gehen. Stattdessen muss man von Wirtschaftsweisen lesen, die der Einführung des Mindesteinkommen eine Massenarbeitslosigkeit voraussagen und als Alternative sogar Lohndumping in nie gekanntem Ausmass vorschlagen.
Was der Bundesbürger unternimmt? NICHTS! Man verlässt sich darauf, dass der Kelch an einem selbst vorüber geht und es nicht sein kann , was nicht sein darf. Man möge die Mitarbeiter der ehemaligen AEG fragen oder der ca. 60.000 Telekom-Angestellten , die sich auch nie haben vorstellen können, einmal mit Hartz-IV in einer Schlange vor der Tafel zu stehen, um dort für ein Stück Brot anzustehen, damit man nicht hungern muss, ob der Kelch heute noch an einem vorüber zieht?
Ob Ausbeutung noch ein Gewissen hat? Der Sozialticker beantwortet diese Frage mit einem klarem - NEIN! Gewissen heißt Verantwortung, Verantwortung das Menschen die in Lohn und Brot stehen von Ihrer Arbeit auch in der Lage sind, sich und die Familie zu ernähren.
Auch ein Landwirt bestellt kein Land, dessen Ertrag nicht rentabel ist, aber von deutschen Erwerbslosen erwartet man, dass diese bei Ernteeinsätzen ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, damit die Erzeugnisse mit hohen Gewinnen veräußert werden können, während der Erntehelfer selber kaum genug zum Leben hat ( von den Arbeitsbedingungen, gerade bei der Spargel-, Erdbeeren- und Gurkenernte nicht zu reden ).
Ist das Ziel der deutschen Arbeitgeberlobby Verhältnisse zu schaffen, wie man sie nur aus der Geschichte der Sklaverei kennt? Einige wenige die fast alles haben und ein Pulk von Arbeitskräften zu Dumpingpreisen ohne Alternative?
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