Hartz IV Weiterbildung – Gelddruck ?


Die Hans-Böckler-Stiftung umschreibt die Weiterbildungen wie folgt:

Weiterbildung: Bessere Beratung, solidere Finanzierung und einheitliche Standards nötig

Weiterbildung ist in der digitalen Arbeitswelt so wichtig wie nie. Doch die Qualifizierungslandschaft ist zersplittert. Bei Arbeitslosen sind mit den Hartz-Reformen kleinteilige Ad-Hoc-Maßnahmen an die Stelle vertiefter Qualifizierungen getreten. Es ist Zeit für einen Neustart, der eine solidere Finanzierung, einheitliche Qualitätsstandards und neutrale Beratungsangebote für alle Weiterbildungswilligen umfassen sollte. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Expertise.

Weiter:

Weiterbildung für Arbeitslose: Die Teilnehmerzahlen gehen bei den Angeboten der Bundesagentur für Arbeit seit Jahren zurück. Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher sank zwischen 2010 und 2015 um neun Prozent, die Weiterbildungsausgaben für diese Gruppe wurden jedoch um 26 Prozent reduziert. Seit kurzem scheine die BA ihr Angebot wieder etwas auszuweiten, beobachten die Forscher. Aber längst nicht im notwendigen Maße. Von den rund 1,3 Millionen ungelernten Arbeitslosen begannen zuletzt jährlich nur knapp 50.000 eine Fortbildung mit dem Ziel einen beruflichen Abschluss zu erlangen. Seit den Hartz-Reformen haben schnelle und kostengünstige Trainings, die zu einer zügigen Vermittlung führen sollen, Priorität gegenüber umfassenden beruflichen Qualifizierungen.

Dazu zeigt der Sozialticker den staatlich organisierten Gelddruck am kleinen Beispiel:

Angeboten wird z.B. im Hartz 4 System eine „Maßnahme zum Erzieher/in“ – und ist gerichtet an Arbeitslose, welche glauben, später damit auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Diese 24-monatige Maßnahme beinhaltet ein einjähriges Praktikum bzw. 2080 UE. Um an dieser Maßnahme teilzunehmen, benötigt man schon eine einschlägige 5 Wochen Praxis, einen Schulabschluss und eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung! Im Grunde fix und fertig für den Arbeitsmarkt – aber trotzdem ohne Job.

Ergebnis nach 2 Jahren Zeitvergeudung:

– 1 Jahr Laber laber laber
– 1 Jahr ordentlich geschindert als kostengünstiger Praktikant und Stellenvertreiberbesetzer für Fachkräfte
– natürlich den obligatorischen feuchten Händedruck für die ach so tolle Praktikantenarbeit
– und nun der eigentliche Hammer – ein „TEILNAHME – ZERTIFIKAT“ auf Hochglanzpapier,

… mit dem sich Arbeitslose die Wände nicht mal mehr tapezieren könnten, weil deren Wohnungen – Dank Hartz IV – leider schon zu klein für wären. Einzig allein der Bildungsträger und die vom betrieblichen Praktikum profitierenden Stellen, verdienen sich daran dumm und dusselig und haben demnach auch kein späteres Interesse, echtes Fachpersonal, welche sich über die normale o.g. Berufsausbildung – oft nach erfolgreichem Abitur – entsprechend qualifiziert haben, einzustellen. Ein staatlich alimentierter Praktikant ist eben im „Verleih“ austauschbar billiger – als ein tarifierender Vollzeitpöbel. Dies ist dem Sozialticker aber nicht nur in dieser Branche aufgefallen, sondern auch in anderen Zweigen scheint es Praxis zu sein, den Lohnstellendumping im Austausch mit Praktikanten über Hartz IV zu beleben. Gerade im Pflegebereich ist dies schön zu sehen.

Auch das Gefasel über die Attraktivität von pädagogischen Berufen, ist ein reines politisches „Kreidefressen“, denn wenn es noch „Dumme“ gibt, die sich eine Arbeit in dem Bereich vorstellen könnten, scheitern diese oft an der finanziellen Schüler-Bafög-Hürde. 4 Jahre Lehrzeit – davon 3 Jahre ohne einen Pfennig/Cent … so sieht es real leider aus, wo man ja für Kinder alles gibt, neben reichlichem Hohn, Spott und Elend. Noch lustiger wird aber die Vergütungsblase im 4. Lehrjahr – der Sozialticker ist gespannt auf die vielen Stellenangebote, die den verlinkten Preis auch zahlen. Immer her damit – wir vermitteln dies gern weiter.

Ja, für unsere Kinder ist uns nichts zu Schade – daraus auch noch Geld zu ziehen, ist doch stammtischlegalisiert worden und längst vernachlässigbar. Man stelle sich bloß einmal vor, es würden 20.000 Erzieher fehlen und man würde ein Programm fahren, wo genau diese 20.000 + X Personen von A – Z geschult und mit anschließend garantierten Arbeitsplatz – bis zur Rente glücklich und Hartz IV frei wären. Ohje, wir fangen schon wieder an zu träumen.

Fazit Sozialticker – wozu Bedürftigkeit bekämpfen, wenn das zertifizierte Zahlenspiel so lustig klingt. Der Hartz-IV-ler ist aus der Statistik und die Kohle aus dem Fenster. Prima – und die Kinder fragen sich, wieso Tante Erzieherin immer noch mit einem Streik-Schild vor der KITA patrouillieren muss !!! Tja lieber Kinderlein – um euch den Arsch zu wischen, muss die „neue Tante“ schon mit einer 0-Euro-Gehaltsvorstellung und staatlichem Dr. Titel kommen – statt mit nur einem lachhaften Teilnehmerzertifikat auf Zeitarbeitsniveau.

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