Hartz IV an Supermarktkasse – das habe mit Würde nichts zu tun

Zur Barauszahlung von Akutzahlungen vom Jobcenter an Supermarktkassen. In Krefeld soll es ein bundesweites Pilotprojekt zur Barauszahlung von Hartz IV an Supermarktkassen geben. An diesem Verfahren gibt es viel (berechtigte) Kritik: im Kern wird gesagt, dass diese Vorgehensweise diskriminierend sei, gegen den Sozialdatenschutz verstoße und dass hoheitliche Aufgaben nicht an Private delegiert werden dürften.

Selbst die örtliche Lokalzeitung hat deutliche Bedenken, sie sieht einen Verstoß gegen die Menschenwürde. Der letzte Satz im örtlichen Kommentar lautet absolut zutreffend:

„In Krefeld sagen sie ja, das habe mit Würde nichts zu tun. Empathie wie eine Autopresse. Wir möchten lieber nicht wissen, welches Bild die Behörde von ihren Kunden hat“.

Hier der Bericht der WZ vom 11.01.2017: http://www.wz.de/lokales/krefeld/in-krefeld-soll-es-hartz-iv-bald-im-supermarkt-geben-1.2594036

Hier ein Musterzahlschein: https://tinyurl.com/yc7w2laj

Sowie eine kleine Anfrage von DIE LINKE mit einigen Hintergrundinfos dazu: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/003/1900371.pdf

Quelle: Presse Tacheles e.V.

21. Januar 2018

Weitere Meldungen


4 Kommentare

  • Joerg Freundlich (Pseudonym)

    21. Januar 2018 at 14:47 Antworten

    Naja, ich hab’s eigentlich immer angenehm empfunden, mich im Supermarkt mit Bargeld zu versorgen. Ich druck mir den Barcode am heimischen Computer aus und spare mir den Weg zur Bank oder zum Geldautomaten. Ich lasse mir das Bargeld auch nicht an der Kasse auszahlen, sondern gehe zum Info-Schalter. Das klappt prima.

    Wenn ich aber stets vorher zum Jobcenter laufen und mich im Supermarkt als Hartz’ler outen müsste… das wäre mir peinlich – und ich wollte es vermeiden.

  • Hans

    21. Januar 2018 at 20:10 Antworten

    Wie du gehst an PC und druckst dir Barcode aus, mit welchem du dann im Supermarkt bezahlst? Bargeld drucken ist ja strafbar, aber wenn es auch mit solchen Zetteln geht, dann wäre dies eine teure Nummer für den Supermarkt, wenn die feststellen, dass der nicht gedeckt ist.

  • Karin

    22. Januar 2018 at 18:28 Antworten

    Was werden die Menschen sich noch alles gefallen lassen?

    • Buckelwal

      22. Januar 2018 at 20:43 Antworten

      Die Leute stellen sich auch an Tafeln an, lassen sich unterdrücken, verleihen und an der Nase durchs Grundgesetz ziehen.

Google+ Twitter