HARTZ-IV bleibt immer hier
HARTZ-IV-Betroffene haben weder die Mobilität, noch die Liquidität und schon gar nicht die Flexibilität ( schon allein vom Amt/Behörde her ), um Urlaub zu machen. Das sollen sie ja auch nicht. Ständig bei Fuß und jederzeit abrufbar/verfügbar, aber das kennt man ja. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob vorhandene Kinder derartig Betroffener gerade Ferien haben. Auch wer eben erst seine persönliche Vorstellung beim Amt/Arbeitsagentur absolviert hat ( was bekanntlich im 3-Monatstakt geschieht ) und beim Vermittler bis dato keine (Bildungs-) Maßnahme anstand bzw. in Sicht war, bleibt nicht verschont. Von anderen Mitarbeitern/Vermittlern des Amtes bzw. von einer anderen Agentur kann man schließlich auch Post bekommen.
Dementsprechend braucht ein HARTZ-IV-Bezieher überhaupt nichts (einzu-) planen betreffs der Ferien. Den Kindern wird am besten beigebracht, dass auch sie ( wie immer ) in den Ferien daheim bleiben müssen. Zumindest bleibt ein gemeinsamer Urlaub mit den Eltern weiterhin tabu - also Wunschtraum. Der finanzielle Aspekt sowie eben diese ständige Verfügbarkeit machen dies unmöglich. Denn ganz unverhofft kommt von einem ganz anderen Vermittler bzw. anderer Agentur die entsprechende Post. Da steht dann drin, wann und wohin man zu kommen hat.
Das ist zwingend notwendig, um sofortige Sanktionen ( = finanzielle Einschnitte ) zu vermeiden. Beispielsweise muss man zu einer Informationsveranstaltung zwecks modularer Weiterbildung. Es kann auch passieren, dass am darauffolgenden Tag der Postzustellung dieser Einladungstermin ansteht. Ganz verzwickt wird es aber, wenn zwischenzeitlich wieder Post von anderer Stelle kommt und zeitgleich noch eine Maßnahme anfängt. Spätestens hier besteht Aufklärungsbedarf, welche Maßnahme es nun sein soll.
Deshalb:
Fliegt bloß nicht aus, sondern bleibt zu Haus` und leert vor allem den Briefkasten täglich aus!
Und sorry Kinder - es besteht keine Wahl - ihr müßt euch irgendwie alleine schöne Ferien machen. Ansonsten hilft dann nach den Ferien bei dem entsprechenden Aufsatz mit diesem Thema nur noch eine hoffentlich gute Portion an Phantasie …
Verbraucherinformationen
Bookmark Buttons:
15 Kommentare / Fragen veroeffentlicht
Weitere Beiträge zu diesem Themengebiet:
Weitere aktuelle Meldungen:
15 Kommentare / Fragen
Lesen Sie Kommentare / Fragen, welche andere Leser hinterlassen haben.
1. ... Kommentar von scaleo_l
am Sonntag, 10.8.2008.
Wie ich schon sagte “offener Strafvollzug”. ….
2. ... Kommentar von Muc
am Sonntag, 10.8.2008.
Ja, leider ist es so - wirklich schlimm!!!!
3. ... Kommentar von Martin Obenaus
am Sonntag, 10.8.2008.
Immer das Gleiche!
Die Anrede ‘Kunde’ empfinde ich als eine persönliche Beleidigung. Das mache ich freundlichen Verwendern solchen Vokabulares nett verständlich.
Ich teile die Meinung eines Freundes: Eine Einladung folgt man freiwillig!
Einer Vorladung folgt man um angedrohte Sanktionen zu vermeiden.
Ortsabwesenheit: Ich bin erreichbar und erfülle alle Vorgaben meiner ARGE!
Das bedeutet ich bin sofort zur Stelle- wenn man mich vorlädt. Bin ich nicht erreichbar- bin ich ortsabwesend. Natürlich darf ich auch in einer anderen Stadt kostenbewusst einkaufen oder ähnliches. Zur Mitteilung bin ich also nur verpflichtet, wenn ich nicht verfügbar- oder eingeschränkt verfügbar bin.
Ergo ergibt sich daraus: Postalische Erreichbarkeit muss uneingeschränkt gegeben sein. Und weil ich ziemlich modern bin- vergebe ich gerne mal meine Handynr. an die Mitarbeiter meiner ARGE. Nur hat dieses Teil nicht immer und grundsätzlich Empfang. Also Tipp: Achtet auf euren Briefkasten,
logisch das man abends nach seiner Post schaut von Montag bis Samstag…
Also von Freitag bis Montag früh- ist Wochenende! Man darf auch an kulturellen Maßnahmen teilnehmen ohne Sanktionen, jedoch würde ich mir das schriftlich genehmigen lassen- wenn diese ausserhalb des Tagespendelbereiches liegen würde- einen Versuch wäre es wert darüber zu verhandeln. Betrachtet Mitarbeiter von ARGEN als Gegner von vermeidbaren Kosten, wird schnell klar wer Antragsgegner spielen muss. Die Wege erfolgreicher Einsparungen gereichen von Sanktionen über die Vorgaben des SGBII und internen Zielsetzungen…
Verhandeln ist der beste Weg neuer Erkenntnisse zu erlangen.
4. ... Kommentar von Martin Obenaus
am Montag, 11.8.2008.
Liebe Birgit,
Vielleicht auch eine Frage der Argumentation? Kinder Haben Anspruch auf Ferien- man könnte versuchen einen Antrag zu stellen. Streitfrage wäre hier:
Ihre Erreichbarkeit ausserhalb des ‘ Tagespendelbereiches’ , es gibt denke ich kaum Jobs die Sie sofort von hier auf heute antreten ‘ können’ wenn Sie kleine Kinder haben. Gerade in der Ferienzeit ensteht eine Mehrbelastung für Sie ( Aufsichtspflichten)- oder nicht? Mann sollte Ihnen daher die Möglichkeit geben,sich rechtzeitig um den sicheren ‘ Verbleib ‘ ihrer Kinder zu kümmern.
Das könnten schon Gegenargumente sein, die den Weg in etwas ‘ Urlaub ‘ freisetzen könnten.
Es sind zahlreiche Fälle bekannt in denen man ‘ Urlaub ‘ machen darf.
Ein Versuch ist es immer wert ;0)
5. ... Kommentar von Helga
am Montag, 11.8.2008.
- Was hat Urlaub mit Verreisen zu tun? In den letzten 30 Jahren war ich nicht ein einziges Mal im Urlaub verreist. Und trotzdem war es jedesmal wunderschön. Urlaub bedeutet: Man lässt die Seele baumeln und kümmert sich nur noch um Kleinigkeiten.
- Vielleicht meint die Verfasserin der Meldung, dass sie am liebsten verreisen möchte, um sich den Personen von der Arbeitsagentur körperlich voll entziehen zu können? Das würde ich dann allerdings sehr gut verstehen.
- Urlaubsleid ist sicherlich zu verkraften. Es ist in gewisser Weise auch gut, wenn die Kinder ein wenig leiden. Dann lernen sie, ihren Kopf anzustrengen; sie lernen, welche anderen Kinder wirklich ihre Freunde sind; sie lernen, ob die eigenen Eltern auch ohne Geld oder ähnliche Geschenke zu ertragen sind.
- Die 3-Monats-Regel für Meldungen bei der Arbeitsagentur sollte es inzwischen nicht mehr geben. Sie wurde nämlich durch die Eingliederungsvereinbarung ersetzt, die für normalerweise 6 Monate gelten soll. Mir sind mehrere Fälle bekannt, in denen Eingliederungsvereinbarungen nur einmal oder zweimal (oder gar nicht) gemacht wurden. Seitdem haben die Betroffenen kaum noch was von der Arbeitsagentur gehört.
- Zum Abschluss noch zwei Tipps:
1) Wenn man an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen soll, muss das vorher von der Arbeitsagentur ordnungsgemäß mitgeteilt werden. In dem Fall, dass der Leistungsbezieher den Zugang einer solchen Mitteilung bestreitet (”Ich weiß nicht, was Sie meinen. Ich habe eine Einladung zu einer Weiterbildungsmaßnahme nie bekommen.”) ist die Arbeitsagentur zum Beweis des Zugangs der Mitteilung verpflichtet. Normalerweise kann die Arbeitsagentur sowas nicht beweisen. Dann hat der betreffende Leistungsbezieher auch keine entsprechende Teilnahme-Pflicht. Aber man muss natürlich “echt viel Glück” haben, damit so eine Einladung auf dem Postweg verloren geht.
2) Hat die Arbeitsagentur die Telefonnummer des Leistungsbeziehers? Dann der Arbeitsagentur die Verwendung der Telefonnummer verbieten! (Das gilt natürlich nicht unbedingt für Analphabeten.) Dann wird die Arbeitsagentur mit größter Wahrscheinlichkeit alles schriftlich erledigen wollen. Dann hat man alles Schwarz-auf-Weiß, und das bringt dann auch einen deutlichen Zeitgewinn und andere Vorteile.
Sorry für meinen klugscheißerischen Ton. Für mich IST Arbeitslosigkeit zu 90 Prozent Urlaub. Am Arbeitsplatz wäre der Stress garantiert viel größer.
6. ... Kommentar von Steinbock
am Montag, 11.8.2008.
Also in unserer Gegend wird trotz EGV auch eine 3 monatige Meldepflicht auferlegt, wo die Inhalte der EGV überprüft kontrolliert werden. Sich dem zu entziehen bedeutet wiederum Sanktionen. Durch Einladung wird dies incl. Rechtsmittelbelehrung schön brühwarm in den Postkasten zu unterschiedlichen Zeiten gelegt, so dass von Seele baumeln lassen keine Rede sein kann. Daher ist schon richtig wie die Verfasserin es schrieb - Urlaub ist der komplette Entzug vor den Schikanen aus dem Amt, alles andere ist nur Seelenkrieg.
7. ... Kommentar von Martin Obenaus
am Montag, 11.8.2008.
”Für mich IST Arbeitslosigkeit zu 90 Prozent Urlaub.”
Für mich bedeutet ”Grundsicherung” sehr wohl viel Arbeit, und ständige Suche
auf einen Ausgleich fehlender Mittel. Weniger als 1,50 Euro pro Mahlzeit,
man kann nict erwarten eine frischgefüllte Biotonne mit verzehrbaren Lebensmitteln vorzufinden.
Jede noch so kleine Veränderung ( z.B.: gestiegene Energiekosten) hat schwerwiegende Folgen! Tagelanges Betteln, Wege zum Leistungsträger,
Fahrtkosten (welche man nicht ersetzt bekommt). und Mahngebühren.
Es sollte jeder Mensch grundsätzlich das Recht auf Urlaub und Ortsabwesenheit haben, solange man keine Kosten verursacht!
Ob ich meine Grundsicherung hier aufbrauche oder irgendwo scheint mir unerheblich- soweit ich in angemessenem Umfang dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe! Deshalb: Immer Fragen im Zweifelsfall und einen Antrag stellen. Wenn das jeder macht, und ggf. auf einen Anspruch klagt-
könte man eine grundsätzliche Regelung ‘ zeitlich begrenzter bewilligter Urlaub ‘ bundesweit einheitlich umsetzen.
Ich wurde bislang immer ‘frei gestellt’ insofern ich privat Ortsabwesend sein
wollte ( Urlaubsanspruch), jedoch bedarf es einer schriftlichen Vereinbarung
mit dem Fallmanager. Aber natürlich ist das Entscheidung der Kommune!
Und deshalb darf man das auch gerne positiv erwähnen: Dankeschön an Jenarbeit an dieser Stelle!
Martin Obenaus
8. ... Kommentar von HartzerKäse
am Montag, 11.8.2008.
HartzerKäse - stinkt zum Himmel, doch hat man ihn zum Fressen gern - !!!
Ich denke dabei an sämtliche GesetzesGrundlagen, Kommentare, Klugsch…… von klugen Mitmenschen, ja auch von sozialen und kirchlichen Einrichtungen……!!!
…man sollte…., man müsste…., es wäre besser…., es wird…., wir haben auch nicht…., (…es folgt noch eine unendlich lange Kette von guten Vorschlägen, Meinungen, Feststellungen und Vorschriften…)
….und w e r t u u u t was????????
Nein! HartzerKäse muss weiter produziert werden (schmeckt zu gut - auch wenn wir ihn heimlich genießen - ), muss erst richtig reif werden, damit er so richtig stinkt und dann hoffentlich wegläuft!
9. ... Kommentar von Martin Obenaus
am Montag, 11.8.2008.
Sehr nett geschrieben: ….und w e r t u u u t was????????
Ich für meinen Teil habe Dank Hartz IV genug Beschäftigung! Begleitung Betroffener in die hiesigen argen ARGEN als Beistand, Infomaterial und unverbindliche Beratung im Sinne von Erfahrungsaustausch, ARGE - Begebenheiten kommentieren, Texte verfassen und anderes, Montagsdemos besuchen…
Leider ist auch die beste Hilfe schnell vergessen, wenn Sie ‘umsonst’ ist.
10. ... Kommentar von HartzerKäse
am Dienstag, 12.8.2008.
Der Zweck meines Beitrags, bzw. meine Meinung soll eine Anklage an alle “Oberen” haben. Ich habe den Eindruck, dass die wirklich nichts anderes zu tun haben als uns zu verwalten und schickanieren bzw. ihre Freude daran haben (nebenbei noch ihre Gier nach mehr (Geld und Macht) zu stillen. Die kriegen den Kanal ja nicht voll!!!! Wenn ich schon höre “das sollte man verbessern..”, gerade auch von sozialen und kirchlichen Einrichtungen, dann dreht sich mir der Magen um. Gibt es bei uns denn nicht noch mehr Probleme???
Denn das ganze System gehört weg!!!
Das wir uns zu w e n i g wehren und d a g e g e n t u n , wundert mich schon lange!!!!!! Ich meine jetzt nicht Sie persönlich (ich bin auch aktiv im Helfen).
Alles andere denke ich mir…..!!!!!
Einen schönen Tag noch!!!!!!!
11. ... Kommentar von Martin Obenaus
am Dienstag, 12.8.2008.
Denn das ganze System gehört weg!!!
Völlig richtig! Aus diesem Grund scheint es mir wichtig überregional gemeinsame Interessen von Hilfebedürftigen zu bündeln.
Fangen wir an die Artikel unseres Grundgesetzes zu schützen,
indem wir diese auf Anträgen einflechten…
”Demokratie und ”freie” Wahlen sind an das Angebot wirtschaftlich finanzierbarer
Parteiplolitik gebunden. Bestimmen wir das Angebot?
Sie dürfen Sich schriftlich einer Stimme enthalten, soweit diese nicht Ihren
Interessen dienlich ist. Das wäre ein Aspekt ;0)
12. ... Kommentar von andy
am Samstag, 16.8.2008.
ihr seid alle opfer, macht endlich mal was aus euerm leben!
13. ... Kommentar von Steinbock
am Samstag, 16.8.2008.
Und was schlagen Sie da vor?
14. ... Kommentar von tumorachim
am Freitag, 31.10.2008.
da wird ja wunderprächtig lamentiert,diese hilf und tatenlosigkeit ist nun einmal die grundvoraussetzung zum funktionieren dieses repressiven gesetzeswerk.
ein paar böse zeilen zusammengeschrieben und schon ist die luft raus. schliesst euch endlich zusammen veranstaltet zivilen ungehorsam,ämterbesuche widersprüche meetings öffentlichkeitsarbeit informationen und was die phantasie hergibt.und keine phrasen oder ideologischen dogmen.nehmt die neue linke in die pflicht,geht der verräter spd auf die nerven und so weiter und so weiter.werdet aktiv
soligrüsse achim
15. ... Kommentar von alex
am Samstag, 1.11.2008.
“Für mich IST Arbeitslosigkeit zu 90 Prozent Urlaub. Am Arbeitsplatz wäre der Stress garantiert viel größer.” (Helga)
Komische Menschen gibt es ja Zuhauf, aber Arbeitslosigkeit als Urlaub zu bezeichnen ist schon an Ironie kaum zu überbieten. Für Dich sind wohl hungernde Kinder in Afrika Schlankheitsfanatiker?
Arbeitslosigkeit ist definitiv KEIN Urlaub, auch nicht zu 90%. Ich bin dankbar für jeden Tag, an dem ich arbeiten darf und nicht dem menschenverachtenden Druck durch den Staat ausgesetzt bin. Natürlich gibt es auch Menschen, denen das überhaupt nicht ausmacht - das ist für diese schön, ändert aber nichts an denen, die unter einem solchen System leiden - und das ist in meinen Augen die Masse.
Und nein, Hartz IV wird bleibt nicht für immer, um auf den Artikel einzugehen. Es wird so oder so verschwinden - auf welche Art, hat jeder Mensch mit zu beeinflussen und nächstes Jahr bietet sich dazu die Chance.
Kommentar / Frage hinterlegen ...
Wenn Sie einen oeffentlichen Kommentar oder eine oeffentliche Frage zu dem oben gezeigten Artikel hinterlassen wollen, fuellen Sie nachfolgendes Formular aus. Bitte achten Sie auf die Netikette, bevor Sie Ihren Kommentar einsenden. Alle Einsendungen werden vor der Veroeffentlichung moderiert.
Der Webseitenbetreiber behaelt sich das Recht vor, Einsendungen ohne Angabe von Gruenden zu loeschen.
Anzeige