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Hängepartie beenden - Ganztagsschulprogramm fortsetzen

Bildungsgewerkschaft: Bedarf an guten Ganztagsangeboten längst nicht gedeckt / Bildungsgipfel muss weiteren qualitativen Ausbau auch mit Bundesmitteln absichern

Frankfurt a. M./Berlin - “Die Hängepartie beim Ganztagsprogramm muss beendet werden. Schulen und Eltern brauchen endlich Klarheit, wie es weiter geht, wenn das Ganztagsschulprogramm des Bundes 2009 ausläuft. Der Bedarf an Ganztagsangeboten ist längst nicht gedeckt. Der weitere Ausbau von Ganztagsschulen muss auf dem Bildungsgipfel im Herbst verbindlich abgesichert werden”, sagte Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), mit Blick auf den heute beginnenden 5. Ganztagsschulkongress in Berlin.

Für die strikte Ablehnung einer weiteren Förderung mit Bundesmitteln durch die Bundesbildungsministerin habe sie kein Verständnis. “Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg”, unterstrich GEW-Schulexpertin Demmer. “Der Vorschlag einer Finanzierung von Schulsozialarbeitern durch den Bund wäre eine Möglichkeit. Aber Bundesbildungsministerin Annette Schavan ist bekanntlich bereits in ihrer Zeit als Kultusministerin von Baden-Württemberg in Sachen Ganztagsschulen als entschiedene Bremserin aufgetreten.”

Nach Demmers Worten ist der Bedarf an Ganztagsplätzen noch nicht einmal zur Hälfte gedeckt. Bundesweit könnten derzeit nur knapp 20 Prozent der Jungen und Mädchen im schulpflichtigen Alter eine Schule mit Ganztagsbetrieb besuchen. Zudem sei die Situation in den Bundesländern höchst unterschiedlich. Die niedrigste Versorgungsrate mit rund vier Prozent hat Bayern. Den höchsten Versorgungsgrad erreichen mit über 30 Prozent Berlin, Hamburg, Sachsen und Thüringen. “Ausbau und Angleichung sind nur in einem gemeinsamen Kraftakt von Bund und Ländern möglich”, betonte Demmer.

Die zweite “große Herausforderung” sei nach Einschätzung der GEW-Schulexpertin “der Ausbau der Qualität der Ganztagsangebote.” Im vor wenigen Tagen veröffentlichten zweiten Evaluationsbericht sei sehr deutlich geworden, dass vor allem eine bessere personelle Ausstattung notwendig sei, um für die Schülerinnen und Schüler eine maßgeschneiderte individuelle Förderung garantieren zu können. Auch die Zusammenarbeit von Lehrkräften mit sozialpädagogischem und sonstigem Personal müsse im Interesse guter rhythmisierter Ganztagskonzepte deutlich verbessert werden. Marianne Demmer: “Morgens Lehrer und Unterricht, nachmittags die anderen, das ist kein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot. Das sind Not- aber keine Dauerlösungen.”

Quelle: GEW-Hauptvorstand

Startseite - Veroeffentlicht von: Sozialticker   am: 14. September 2008 um 10:29 Uhr - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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