Glos: “Die Menschen haben vom Aufschwung profitiert”
“Die soziale Realität des Jahres 2008 ist eine völlig andere als die des Jahres 2005.”
Dies erklärte der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, zum heute vom Bundeskabinett beschlossenen 3. Armuts- und Reichtumsbericht. “Leider reichen viele der Zahlen im Bericht nur bis 2005 - und blenden damit die sozialen Erfolge der letzten Jahre aus.”
“Die Menschen haben vom Aufschwung profitiert”,
so Bundesminister Glos weiter,
” - und zwar in Form von mehr Arbeitsplätzen, verbesserten Einkommenschancen, höheren Transferzahlungen und verstärkten öffentlichen Investitionen in Infrastruktur. 38 % der Arbeitslosen, das sind rund 2 Mio. Menschen, haben seit Anfang 2005 einen Weg aus der Bedürftigkeit gefunden.”
Bundesminister Glos weiter:
“Unser Staat bekämpft die Armut äußerst wirksam. Denn diejenigen Bürger, die arm sind, haben immer auch einen Anspruch auf staatliche Unterstützung. Dadurch ist ihnen das soziokulturelle Existenzminimum garantiert.”
Quelle: Pressemeldung Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie:
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2. ... Kommentar von martin Obenaus
am Mittwoch, 25.6.2008.
Kann jemand bitte mal den Stecker ziehen???
Es gibt jeden Tag neuen Blödsinn …
Einen grösseren Schrott habe ich schon lange nicht mehr gehört!
Aufschwung für Privatisierungen von Argen?
Leute die tagtäglich ungerecht behandelt werden?
Aufschwung für Manager und Großkonzerne?
Da traut sich aber jemand was Behauptungen in die Welt zu setzen!
4. ... Kommentar von Muc
am Mittwoch, 25.6.2008.
Habe aufgrund dieser Aussage Herrn Glos geschrieben ( http://www.glos.de/ ), ihm geschrieben, daß er sich selbst in die Tasche lügt, am normalen Leben vorbei lebt, ihn gefragt, ob er noch gut schlafen kann aufgrund dieser Aussagen und daß ich mich gerne mal mit ihm unterhalten würde.
Man bekommt wirklich das Kotzen …..
5. ... Kommentar von Regina
am Donnerstag, 26.6.2008.
Tach, Herr Glos,
da bei mir von einem Aufschwung nichts zu merken ist, kann ich mir also auch nicht Ihre Pillen leisten.
Sie dürfen mir aber gerne Ihre Überschüssigen zukommen lassen.
Mit unfreundlichem Gruß
7. ... Kommentar von Schattenlos
am Freitag, 27.6.2008.
“Die Menschen HABEN vom Aufschwung profitiert” kann aber auch heißen, daß er jetzt vorbei ist und es nichts mehr zu verteilen gibt. Natürlich kann unser Michel das den Leuten nicht sagen - und seine Strippenzieherin erst recht nicht. Bis zur Bundestagswahl dürfen wir uns also noch mehr solch dummes Gequatsche anhören!
8. ... Kommentar von Martin Obenaus
am Freitag, 27.6.2008.
Natürlich gibt es den Aufschwung!
Arbeitsvermittler werden Manager, die Umsetzung tarifungebundener Politik
in ‘demokratisch’ besiegelte konzernfreundliche Politik!
Die Armut bringt den Luxus wirschaftlicher Macht europaweit,
Arbeitskraft zum Nulltarif- traumhaft! Das schafft Wachstum, Rollenverteilung
- demokratisch Ausverkauf von Volkseigentum
- demokratisch Demoralisierung des Volkes
-Privatisierung und unternehmerische Befangenheit von Menschen die unser
-Grundgesetz entmachten, damit die eigenen Taschen voll Geld gestopft werden.
- Sozialleistungen kürzen ist wirtschaftlich!
- Unwürdiges Leben rechnet sich auch für den deutschen Städtebund,
welcher marktwirtschaftliche Interessen über Soziale stellt.
Bürgerrechtler: Martin Obenaus
PS: Liebe Privatinvestoren- alles wird gut! Anschubförderung ist Euch sicher
europaweit…
9. ... Kommentar von Frank
am Samstag, 28.6.2008.
Es ist wirklich fantastisch, wie faktenbasiert hier argumentiert wird! Ist es nicht tatsächlich so, dass in 2008 deutlich weniger Menschen arbeitslos sind als in 2005? Natürlich ist es eine legitime Frage, zu welchem Lohn die Menschen beschäftigt sind. Ich bin absolut pro Mindestlohn, aber eines muss doch auch klar sein: Den Mindestlohn muss jedes Unternehmen erst einmal erwirtschaften, sonst geht es auf absehbare Zeit konkurs. Es ist immer extrem leicht, wie es der DGB und andere auch praktizieren, immer bloß Forderungen zu stellen und sich ansonsten gegen möglichst alles zu verwehren. Ab und an wird dann noch mal ein Konzept präsentiert, das aber jegliche Finanzierbarkeit vermissen lässt. Den konstruktiven Dialog haben die Gewerkschaften auch schon längst aus den Augen verloren. Schlussendlich macht es sich dann jeder damit bequem, dass an allem die Manager und die Politiker schuld sind, man selbst ist nur das Opfer der Umstände…
11. ... Kommentar von alex
am Samstag, 28.6.2008.
“Den Mindestlohn muss jedes Unternehmen erst einmal erwirtschaften, sonst geht es auf absehbare Zeit konkurs.”
Da verwechselt wohl jemand Betriebswirtschaft mit Volkswirtschaft bzw. denkt, diese sind beliebig austauschbar.
Ich bin ebenso gegen einen vom Staat regulierten Mindestlohn. Die Betriebe müssen Eigenverantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern zeigen und ihnen von sich aus gute Löhne, die zum Leben (nicht zum Überleben) reichen zahlen.
Dazu kann der Staat viel beitragen bzw. dieses erreichen, ohne einen staatlichen regulierten Mindestlohn:
1. Hartz IV komplett abschaffen und in eine Grundsicherung ohne Arbeitszwang umwandeln, die sich deutlich und realistisch an den Lebenshaltungskosten orientiert
2. Das Arbeitslosengeld wird generell für jeden 2 Jahre in der Höhe von 90% seines letzten Lohnes gezahlt. Wer besonders lange eingezahlt hat, erhält 3 Jahre Arbeitslosengeld
3. Die Menschen, die im 1. Arbeitsmarkt keine Arbeit finden (wollen), sollen im öffentlichen Sektor arbeiten können, ähnlich dem Zivildienst Modell und ähnlich den 1 Euro Jobs, jedoch völlig ohne Zwang mit der Möglichkeit, diese jederzeit ohne Repressionen beenden zu können. Ist die Grundsicherung hoch genug, dann reicht eine Aufwandsentschädigung für die Fahrtkosten.
4. Die Menschen, die im 1. Arbeitsmarkt keine Arbeit finden aber dort arbeiten wollen, in Absprache mit den Betrieben, die Fachkräfte suchen und einstellen wollen, qualifizieren - und zwar für einen ganz konkreten Betrieb, der diese danacha auch einstellen muss
5. Im Gegenzug dazu kann man den Kündigungschutz komplett abschaffen, so dass jeder Betrieb seine Mitarbeiter je nach Auftagslage einstellen und wieder kündigen kann. Menschen, die keine Angst davor haben müssen, in die soziale Existenzlosigkeit ohne Arbeit abzurutschen können wesentlich flexibler arbeiten. Ein kleiner Betrieb muss keine Angst mehr haben, seine Mitarbeiter nicht mehr kündigen zu können und deshalb um seine Existenz fürchten. Denn eine kleiner Betrieb stellt deshalb oft keine zusätzlichen Mitarbeiter ein, obwohl er welche bräuchte, weil er Angst haben muss, dass mit steigender Mitarbeiteranzahl der gesetzlichen Kündigungsschutz Anwendung findet
6. Damit wird den oft sklavenähnlichen Zeitarbeitsfirmen jegliche Existenzgrundlage genommen, da diese ausschließlich benutzt werden, um den gesetzlichen Kündigungsschutz zu umgehen
7. Gibt es keinen Druck mehr auf Menschen, dass diese unbedingt um der Existenzwillen arbeiten müssen, werden die Betriebe automatisch die Leute mit guten Löhnen zur Arbeitsaufnahme motivieren müssen - ein Mindestlohn ist dann nicht mehr notwendig.
Das Problem, was wir heute haben, ist, dass der Staat immer meint, alle Zwingen zu müssen, da ein grundsätzlich schlechtes Menschenbild die Herrschaften prägt (keiner will arbeiten, alle faul usw.). Die Wirtschaft selber ist auf diesen Zug aufgesprungen und hofft durch den Arbeitszwang billige Arbeitskräfte rekrutieren zu können. Die Wirtschaft will, dass der Staat die Arbeitnehmer zur Arbeit zwingt, während sie für sich selbst vom Staat die absolute Freiheit verlangt.
12. ... Kommentar von Frank
am Samstag, 28.6.2008.
Lieber Alex!
Ich finde Ihr Modell äußerst interessant. Eine Frage nur: Wie genau stellen Sie sich die Finanzierung der Grundabsicherung vor? Woher genau sollen die dafür notwendigen Mittel kommen, Sie haben ja sehr deutlich geschrieben, dass Hartz IV zu niedrig ist.
Da ich ja anscheinend Betriebswirtschaft mit Volkswirtschaft verwechsele: Bei einer hohen Grundabsicherung durch den Staat müssen die Betriebe Mitarbeiter durch ein angemessenes Lohnpremium dazu motivieren, überhaupt zu arbeiten anstatt die Grundabsicherung zu genießen. Wer, wenn nicht die Betriebe, muss dieses Lohnpremium erwirtschaften? Ist das dann ein betriebswirtschaftliches oder ein volkswirtschaftliches Problem?
13. ... Kommentar von alex
am Samstag, 28.6.2008.
Lieber Frank,
also ich gebe Ihnen einmal einen kleinen Denkanstoss, womit Sie sich die Fragen selbst beantworten können (die Zeitangaben stimmen nicht, sondern sollen nur die Entwicklung verdeutlichen):
Der Mensch benötigt zu aller erst Nahrung, um sein Überleben zu sichern.
Vor 500 Jahren konnte 1 Bauer mit großer Mühe seine eigene, kleine Familie ernähren. Vor 200 Jahren konnte 1 Bauer mit Mühe seine eigene Familie ernähren, sowie einen kleinen Teil seiner Überschüsse am Markt verkaufen. Vor 100 Jahren konnte 1 Bauer schon mehrere Familien ernähren. Heute kann 1 Bauer zig von Familien ernähren, allein durch den Einsatz von moderner Technik.
Während früher eine Hundertschaft von Arbeitern die Kartoffeln vom Feld ernteten, fährt heute 1 Bauer mit seiner Maschine über das Feld und erntet. Geld ist nichts anderes als Arbeitskraft. Dem Beispiel folgend ist klar, dass heute 1 Bauer soviel Geld erwirtschaftet, wie früher hundert Bauern. 1 Bauer produziert heute soviel Nahrungsmittel, wie im Mittelalter vielleicht 200 Bauern.
Spinnen wir das Beispiel weiter: In Zukunft fährt nicht mehr 1 Bauer über das Feld, sondern die Maschine erntet autonom die Felder ab. Vielleicht ist die Maschine so optimiert, dass sie, im Gegensatz zum Bauern, die doppelte Menge an Arbeit ausführen kann. In Zukunft wird also 1 autonome Erntemaschine soviel Nahrungsmittel produzieren, wie 1 heutiger Bauer oder anders ausgedrückt 1 Maschine kann soviel Nahrungsmittel produzieren, wie 400 Bauern im Mittelalter (ist nur hypothetisch um das Beispiel zu verdeutlichen).
Die heutige Situation stellt sich Beispielhaft so dar: die 200 Bauern, die zuvor das Feld gemeinsam bearbeiteten, wurden durch eine Maschine ersetzt, aber man will diese Bauern nicht am Produktivitätszuwachs teilhaben lassen obwohl diese durch ihre Arbeit überhaupt erst die Entwicklung und den Kauf der Maschine ermöglicht haben.
14. ... Kommentar von Frank
am Sonntag, 29.6.2008.
Lieber Alex!
Vielen Dank für die Erklärung der Produktivitätssteigerung, war mir so noch gar nicht bewusst und hat mir in der Tat ganz viele neue Denkanstösse gegeben. Allerdings reicht mein IQ anscheinend nicht aus, mir mit diesen Denkanstössen meine ursprüngliche Frage zu beantworten: Wie genau stellen Sie sich die Finanzierung der Grundabsicherung vor? In Ihrem Beispiel erzeugt der Bauer die selbe Menge an Produkten wie der Bauer im Mittelalter. Mitnichten bedeutet dies, dass der Bauer aber auch genauso viel Geld erwirtschaftet! Angebot und Nachfrage, Knappheit der Ressourcen usw. als Schlagworte, weiteres Beispiel: Ein TV-Hersteller produziert heute soviele Fernseher wie 5 TV-Hersteller vor 40 Jahren. Er verdient damit aber nicht das selbe Geld, da die inflationsbereinigten Preise in dieser Zeit deutlich gesunken sind…
Ich schließe aus Ihrer Nicht-Antwort, dass Sie selbst realisiert haben, dass Ihr Modell zwar auf dem Papier schön klingt, aber weder durch den Staat noch durch die Wirtschaft zu finanzieren ist.
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… wir erlaubten uns mal diesen “Lacherkracher” noch als gespielten Witz zum Abend einzublenden … denn schließlich ist die Welt ja eine Scheibe.
Au, aua, Aufschwung … !!!