GEW: Hochschulpakt um mindestens 100.000 Plätze für Studierende aufstocken
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat politische Konsequenzen aus der neuen Prognose der Studienanfängerzahlen gefordert, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag veröffentlicht hat. “Deutschland braucht in Zukunft nicht weniger, sondern deutlich mehr akademisch qualifizierte Fachkräfte - insofern ist es eine gute Nachricht, dass die KMK ihre Studienanfänger-Prognose nach oben korrigiert hat. Mehr Studierende brauchen aber auch mehr Lehrende: Bund und Länder müssen jetzt für einen zügigen Ausbau der Hochschulen sorgen, der mit dem Anstieg der Studierendenzahlen Schritt hält. Wir schlagen vor, den ‘Hochschulpakt 2020′ um mindestens 100.000 zusätzliche Studienanfängerplätze aufzustocken”, sagte das für Hochschulen verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller am Montag in Frankfurt a.M..
Dabei sei schnelles Handeln gefragt. “Aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen kommen 2012 zusätzlich doppelte Abiturjahrgänge an die Hochschulen, die noch immer nicht über ein funktionierendes zentrales Zulassungssystem verfügen. Deshalb müssen die Hochschulen schon zum Sommersemester 2012 ihre Lehr- und Betreuungskapazitäten erhöhen, also mehr Lehrende einstellen und die Arbeitsverträge mit befristet beschäftigten Dozentinnen und Dozenten entfristen”, erklärte Keller.
Der GEW-Hochschulexperte betonte, dass nach den offiziellen Prognosen der KMK bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein mehr junge Menschen ein Studium aufnehmen werden als 2010. “Der Hochschulpakt muss über das Jahr 2020 hinaus verstetigt werden. Mit dem Hire-und-Fire-Prinzip werden die Hochschulen der steigenden Nachfrage nach Studienplätzen nicht gerecht. Wir brauchen einen nachhaltigen Ausbau der Hochschulen und die Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen”, mahnte Keller.
Quelle: GEW-Hauptvorstand
Startseite - Veröffentlicht am: 14. Februar 2012 um 12:00 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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