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GEW: Die Schere geht weiter auf

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf den heute vorgestellten Bildungsbericht von Bund und Ländern festgestellt, dass „die Schere zwischen Bildungsgewinnern und -verlierern immer weiter auseinandergeht“. „Wir brauchen endlich wirksame Programme, um alle, insbesondere aber die finanziell Schwächeren in dieser Gesellschaft gezielt und nachhaltig zu fördern. Dafür ist eine zwischen Bund, Ländern und Kommunen abgestimmte Strategie für ein inklusives Bildungswesen notwendig“, sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Freitag in Frankfurt a.M..

„Eine Politik, die rund 20 Prozent der Menschen eines Jahrgangs abschreibt, ist unverantwortlich. Wer nicht richtig lesen, schreiben oder rechnen kann, hat in der Bundesrepublik keine Berufs- und Lebenschancen. In dieser Frage hat sich in den vergangenen Jahren viel zu wenig bewegt. Die ‚Risikogruppe‘ jedes Jahrgangs liegt konstant bei gut 20 Prozent.“ Ein Umsteuern sei dringend notwendig. „Um zukunftsfähig zu bleiben, müssen alle Menschen ihre Potenziale ausschöpfen können. Das ist eine Kernfrage der Glaubwürdigkeit der Gesellschaft und die Zukunft der Demokratie“, betonte der GEW-Vorsitzende.

„Es reicht nicht, den Blick auf Abiturienten- und Hochschulabsolventenzahlen zu richten. So wichtig und gut es ist, dass diese steigen: Das sind die Menschen, die die Selektionsklippen des deutschen Bildungswesens überwunden haben. Meist weil sie von Anfang an bessere Startchancen hatten. Doch das reicht bei weitem nicht“, unterstrich Thöne. Er machte noch einmal deutlich, dass Förderung in der frühkindlichen Bildung beginnt. „Der Besuch einer Kita ist ein wichtiger Beitrag, Defizite, die Kinder aus dem Elternhaus mitbringen, auszugleichen“, saget der GEW-Vorsitzende. In diesem Zusammenhang wies er noch einmal darauf hin, dass das Betreuungsgeld „gesellschaftspolitischer Unsinn ist“. „Wer sich damit brüstet, dass die Bildungsbeteiligung steigt, kann nicht gleichzeitig Fördergelder dafür zahlen, dass Kinder und Eltern zu Hause bleiben. Die Klientelpolitik einer Regionalpartei in Deutschland darf nicht entscheidend für die Zukunftschancen von Millionen Kindern und die berufliche Entwicklung der Eltern werden“, betonte der GEW-Vorsitzende.

„Wir müssen uns endlich ernsthaft auf den Weg zu einem inklusiven Bildungswesen machen. Ein Bildungssystem, das alle Kinder mitnimmt und bestmöglich fördert, wird zur Schicksalsfrage der Entwicklung unserer Gesellschaft“, sagte Thöne.

Quelle: GEW-Hauptvorstand

Startseite - Veröffentlicht am: 23. Juni 2012 um 10:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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1 Kommentar / Frage

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1. ... Kommentar von Britwei28 am Samstag, 23.6.2012.

Das ist etwas, was mit den Hartz IV Gesetzen nur noch viel schlimmer geworden ist!
Hatten diese Kinder jemals eine Chance? Man gesteht ihnen lediglich das “vielleicht” Sattwerden zu; mehr aber nicht!
Auch dieser Schwachsinn mit dem Teilhabepaket, diese Mogelpackung, hat kaum etwas daran geändert.
Individuelle Förderung kann man damit nicht bezahlen. Selbst kostenlose Hausaufgabenhilfe fängt so ein Defizit nicht auf!
Allerdings muss der Fairniss halber gesagt werden, dass nicht alle Kinder aus sozial schwachen Familien Bildungsfern sind und die Eltern auf vieles verzichten um ihren Kindern wenigstens die nicht von der Schule beritgestellten, aber emfohlenen Bücher zu kaufen.
Ich bin froh über jeden Tag, wo mein Sohn keine Ausgrenzung erfahren muss und seinen Weg gehen kann!


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