GEW - Den ganzen Tag Schule ist keine Ganztagsschule
Frankfurt (gew). Als “enttäuschende Fortsetzung des hilflosen Herumreparierens am rasenden Unglücksfahrzeug G8″ bezeichnet der Landesvorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, die aktuelle Debatte um Mittagsbetreuung an Gymnasien und um die weitere Kürzungen des schulischen Angebots.
Die Probleme der Schulzeitverkürzung im Gymnasium liegen keineswegs in erster Linie an der Frage der so genannten ‘pädagogischen Mittagsbetreuung’, die auch noch zum Ganztagsangebot verklärt wird. Die Probleme liegen in dem hohen Druck und in der unerträglichen zeitlichen Belastung der jungen Menschen, denen für außerschulische Aktivitäten praktisch keine Zeit mehr gelassen wird.
“Wenn der amtierende Kultusminister, Jürgen Banzer, davon spricht, dass G8 nur mit Ganztagsschule gehe und damit offenkundig ‘Den ganzen Tag Schule mit anschließenden Hausaufgaben, abgefedert durch Kantinenessen in der Mittagspause’ meint, hat er wohl die grundlegenden Probleme nicht erkannt und es steht zu befürchten, dass er sie auch nicht in Angriff nehmen wird”, so Jochen Nagel.
Auch die geradezu gebetsmühlenartig vorgetragenen Verkündungen von Lehrstoffkürzungen werden durch ständige Wiederholung nicht gerade glaubwürdiger. Und: Methodenlernen sowie Selbstorganisiertes Lernen mussten durch G8 massiv eingeschränkt werden, denn hierzu benötigt man entschieden mehr Zeit. Es zeugt nicht gerade von Kenntnis pädagogischer Prozesse, wenn dies jetzt als Zeiteinsparprogramm propagiert wird.
“Schülerinnen und Schüler brauchen mehr Zeit für gute Bildung. G8 wird von der Elternvertretung, der Schülerinnen- und Schülervertretung und der Vertretung der Lehrkräfte entschieden abgelehnt. Ich fordere deshalb die Politikerinnen und Politiker erneut auf, den Willen der unmittelbar Betroffenen endlich ernst zu nehmen. Es geht nicht um weitere Flickschusterei, es geht darum, dieses Experiment an Schülerinnen und Schülern endlich zu beenden”, so Jochen Nagel abschließend.
Quelle: Pressemeldung GEW Hessen
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