Gesundheitsversorgung verbessern ohne Versicherte zu schröpfen
„Der Abbau von Defiziten in der ärztlichen Versorgung darf nicht auf Kosten der Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) finanziert werden.“ Das erklärte der Präsident des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler, aus Anlass der Anhörung im Deutschen Bundestag zum Entwurf für GKV-Versorgungsstrukturgesetz und zwei weiteren Anträgen dazu. Die Volkssolidarität hat eine eigene Stellungnahme zum Gesetzentwurf eingebracht.
“Wir befürworten stärkere Anreize für eine bessere gesundheitliche Versorgung i n bisher unterversorgten Regionen”, betonte Winkler. Das dürfe aber nicht über höhere Versicherungsbeiträge oder Zusatzbeiträge zu Lasten der GKV-Versicherten finanziert werden. “Eine bessere Lösung ist stattdessen, die vorhandene lokale und regionale Überversorgung stärker abzubauen.”
Der Verbandspräsident forderte außerdem, das GKV-Versorgungsstrukturgesetz zu nutzen, um die Zwei-Klassen-Medizin in der Bundesrepublik zu beenden. Diese sei durch die Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung konserviert worden. Die höhere Honorierung von ärztlichen Leistungen für privat Versicherte müsse abgebaut werden. “Wir fordern, künftig gleiche ärztliche Leistungen bei allen Patienten unabhängig von ihrem jeweiligen Versicherer gleich zu honorieren.” Außerdem solle geprüft werden, wie die Private Krankenversicherung finanziell dazu beitragen kann, die wohnortnahe und bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung zu sichern.
“Die Abschottung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung muss überwunden werden”, forderte Winkler weiter. Er warnte davor, dass mehr Wettbewerb für die Krankenkassen dazu führen könnte, dass schrittweise Leistungen aus dem Katalog des SGB V ausgegliedert werden. “Der Gesetzentwurf ist zu wenig an den Versicherten und Patienten orientiert und setzt zu wenig auf Kooperation unterschiedlicher Gesundheitsberufe und Versorgungsbereiche. Es reicht nicht aus, so an die Probleme der Gesundheitsversorgung heranzugehen, wenn sie im Interesse aller gelöst werden sollen.”
Quelle: Volkssolidarität
Startseite - Veröffentlicht am: 20. Oktober 2011 um 11:00 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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