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Gestundete Schuldzinsen sind keine Kosten der Unterkunft gemäss § 22 Abs. 1 SGBII

B 7b AS 8/06 R Vorinstanz: LSG München, L 7 AS 70/05
Sind die bis zur geplanten Ablösung eines Darlehens durch Einmalzahlung gestundeten Schuldzinsen tatsächliche Aufwendungen iS von § 22 Abs 1 S 1 SGB 2 und bei den Unterkunftskosten für ein selbst genutztes Hausgrundstück zu berücksichtigen?

Gestundete Schuldzinsen (bei Hauseigentümern) werden nicht dadurch zu tatsächlichen Aufwendungen, dass sich aus diesem Grunde der spätere Auszahlungsbetrag einer Vermögensanlage, durch die eine Ablösung erfolgen soll, zu Gunsten des Antragstellers persönlich mindert.

Monatliche Tilgungsraten sind nicht zu übernehmen, denn auch hier gilt der Grundsatz, dass die Leistungen des SGB II nicht der Vermögensbildung dienen (vgl: BVerwGE 48, 182, 185; Rothkegel in Gagel, SGB III mit SGB II, § 22 SGB II RdNr 17, Stand Dezember 2005; vgl auch Mrozynski, Grundsicherung und Sozialhilfe, II.8 RdNr 47 ff, Stand August 2006; Kalhorn in Hauck/Noftz, SGB II, K § 22 RdNr 14, Stand November 2004; Wieland in Estelmann, SGB II, § 22 Rz 42, Stand Oktober 2006; aA Berlit in LPK-SGB II, § 22 RdNr 21, ders, NDV 2006, 5, 19, und Lang in Eicher/Spellbrink, SGB II, § 22 RdNr 27 ff).

Allenfalls wäre eine darlehensweise Gewährung in Anwendung des § 34 SGB XII (vgl hierzu § 5 Abs 2 S 2 SGB II in der ursprünglichen Normfassung des 4. Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt) denkbar (dazu allgemein: Rothkegel aaO; Mrozynski aaO, RdNr 47a und 47b); für dessen Vorliegen sind jedoch keine Anhaltspunkte vorhanden. § 23 Abs 1 SGB II kann keine Anwendung finden, weil die Darlehensgewährung nach dieser Vorschrift einen unabweisbaren Bedarf im Einzelfall voraussetzt, der üblicherweise von den Regelleistungen umfasst ist, was aber für die Übernahme der bezeichneten Tilgungsleistungen gerade nicht zutrifft.

BSG B 7b AS 8/06 R vom 07.11.2006

Weitere Informationen zum Urteil unter: Sozialgerichtsbarkeit

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