Gerichte haben erhebliche Strafen wegen Wirtschaftsverbrechen verhängt
Die Strafgerichte in Nordrhein-Westfalen haben im Jahr 2007 erhebliche Strafen wegen Wirtschaftsdelikten verhängt. Darauf hat Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter bei der Präsentation der Strafverfolgungsstatistik 2007 am Mittwoch (19.11.2008) in Düsseldorf besonders hingewiesen. “Mit einem Anteil von 45,4 Prozent der Freiheitsstrafen an den Verurteilungen liegt die Quote der harten Sanktionen deutlich höher als im allgemeinen Durchschnitt, der lediglich bei rund 20 Prozent aller Verurteilung liegt”, sagte die Ministerin.
Diese Zahlen zu den besonderen Wirtschaftsstrafsachen seien das Ergebnis einer Sonderauswertung der Statistiken. Die Ministerin hat sie am Mittwoch erstmals vorgestellt.
Im einzelnen haben die Gerichte im Jahr 2007 wegen gewichtiger typischer Wirtschaftsdelikte (z.B.: Subventionsbetrug, Verstöße gegen das Wertpapierhandelsgesetz, das Urheberrechtsgesetz, das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, aber auch Betrug und Untreue) 1 208 Personen rechtskräftig verurteilt. Gegenüber dem Vorjahr mit 1 438 Verurteilungen sei das zwar ein Rückgang um 16 Prozent. Die Gerichte haben aber erhebliche Strafen verhängt. 660 Angeklagte wurden zu Geldstrafen, 548 zu Freiheitsstrafen verurteilt. In 427 Fällen sei die Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt worden.
Bei den Staatsanwaltschaften sei im Jahr 2007 ein deutlicher Anstieg der Verfahren zu verzeichnen gewesen. So wurden insgesamt 74 403 Wirtschaftsverfahren eingeleitet. Davon waren 2 826 so genannte Umfangssachen. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Anstieg in dieser Kategorie um rund 13 Prozent.
Bei den weniger komplexen Wirtschaftsstrafsachen habe es 69 577 Neuzugänge gegeben. Das sind mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2006 (33 844). Einen großen Teil der Neuzugänge machten Strafanzeigen im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen im Internet aus. Sehr oft geht es dabei um Fälle des so genannten Filesharing.
Im übrigen weise die Strafverfolgungsstatistik für das Jahr 2007 aus, dass die Gruppe der Heranwachsenden das größte Kriminalitätskonto habe. Von allen jungen Menschen in der Altersgruppe zwischen 18 und 21 Jahren wurden fast 2,9 Prozent im Jahr 2007 verurteilt. Deutlich weniger waren es bei den Jugendlichen mit 1,8 Prozent. Von den Erwachsenen wurden 1,1 Prozent verurteilt. Die kriminalpolitisch bedeutsame Deliktsgruppe der Gewaltkriminalität hat mit 12,1 Prozent aller Verurteilungen einen Höchststand erreicht. An der Spitze der Deliktsgruppe stehen erneut die Betrugstaten mit 25,2 Prozent aller Verurteilungen, gefolgt von den Straßenverkehrsdelikten mit einem Anteil von 20,9 Prozent.
Quelle: Presse Justizministerin Müller-Piepenkötter - … und der Sozialticker fragt: “Warum …”
Startseite - Veröffentlicht von: Steinbock am: 20. November 2008 um 7:10 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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