Gerade arme Kinder werden von der Bildung ausgegrenzt

DIE LINKE. Fraktion im Regionalverband hinterfragt die strengen Regeln, die Minister Commerçon für Klassenfahrten an Schulen eingeführt hat. Benachteiligt würden ausgerechnet arme Kinder, deren Familien sich privat keine Ausflüge und Fahrten leisten könnten. „Bei Kindern aus einkommensarmen Familien übernimmt nämlich das Bildungs- und Teilhabepaket die Kosten der Schüler. Commerçon grenze gerade diese Kinder jetzt durch seine landespolitische Regelung aus. Das ist einfach nur beschämend, “ kritisiert Dagmar Trenz, jugendpolitische Sprecherin der LINKEN im Schloss.

Schulen hätten einen Erziehungsauftrag. Klassenfahrten gehörten unbedingt dazu. Sie stärkten nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern ermöglichten den Schülerinnen und Schülern auch erlebnispädagogische Erfahrungen sowie die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Schulausflüge und pädagogisch wichtige Fahrten gehörten zudem zum Lehrplan etwa der Besuch des KZs Struthof-Nassweiler, eine Ausstellung im Weltkulturerbe Völklingen, ein Besuch des Gondwana-Parks oder des Römermuseums in Homburg. Für solche Ausflüge seien im Schulfahrtenerlass gerade mal sechs Euro vorgesehen. Wie man davon Zugfahrt und Eintritt bezahlen könne, müsse der Minister erst erklären.

Unverständlich sei die Argumentation, dass arme Familien sich die Kosten für Klassenfahrten und Ausflüge nicht leisten könnten, denn das Bildungs- und Teilhabepaket übernehme diese Kosten in „tatsächlicher Höhe“. Das Sozialgesetzbuch kenne hier auch keine Obergrenze. Diese habe jetzt unnötigerweise der Minister eingeführt und deckle damit die Möglichkeiten des Bundesgesetzes.

Damit könne das Bildungs- und Teilhabepaket nicht mehr in der vollen Höhe im Saarland greifen, denn es muss die landesrechtlichen Bestimmungen berücksichtigen. Betroffen seien davon ausgerechnet Schülerinnen und Schüler, deren Eltern im Hartz-IV-Bezug sind.

Der Klassenfahrten-Erlass müsse zurückgenommen werden, denn er sei ein schlechter Scherz im Kampf gegen die hohe Kinderarmut im Regionalverband und auch im Saarland, fordert DIE LINKE mit Nachdruck.

http://www.saarland.de/dokumente/thema_bildung/Schulfahrtenerlass_2016.pdf

Quelle: DIE LINKE im Netz: www.dielinke-regionalverband.de – Manfred Klasen

3 Gedanken zu „Gerade arme Kinder werden von der Bildung ausgegrenzt“

  1. „Schulen hätten einen Erziehungsauftrag“

    Den Erziehungsauftrag haben die Eltern, die Schulen haben einen Bildungsauftrag. Die LINKE scheint hier einiges zu verwechseln. Mir ist auch nicht ganz klar, was Klassenfahrten zur „Erziehung“ eines Kindes beitragen können. Ich denke, dass es für Kinder wesentlich Schlimmeres gibt, als nicht an einer Klassenfahrt teilnehmen zu können.

    Die alltägliche Ausgrenzung der von Armut betroffenen Kinder, aber auch deren Eltern, ist in meinen Augen wesentlich schlimmer. Die LINKE muss m. E. aufhören, sich ständig auf „Nebenkriegsschauplätzen“ zu tummeln und ganz klar Antworten und Lösungen für die Probleme der Zukunft entwickeln.

    Leider hält die LINKE immer noch zu sehr an ihr sozialistisches Weltbild fest, dass aber nur Scheinlösungen für die Vergangenheit enthält. Lösungen für eine rein industriell geprägte Gesellschaft, die es in der Zukunft so nicht mehr geben kann und wird. Im Grunde eine Gesellschaft, in der jedem Menschen eine bezahlte Erwerbsarbeit zur Verfügung gestellt werden kann und in der einfach nur der erwirtschaftete Reichtum gerecht (um)verteilt werden muss.

    Ich will es einmal mit einem Beispiel veranschaulichen: Ein Mensch hat sich während der Zubereitung von Essen an seinem Finger seiner rechten Hand geschnitten und blutet.

    Er geht zu einem kapitalistischen Arzt, der ihm rät: „Die Lösung ist es, die Hand ganz abzuschneiden, denn dann können Sie sich nie mehr an diesem oder an den anderen Fingern verletzen. Der Nutzen von Händen ist sowieso absolut überbewertet. In Zukunft kann doch ein Automat Ihnen das Essen zubereiten und in den Mund schieben. Die Amputation kostet Sie auch nur ein ganzes Jahresgehalt. Falls Sie das Geld nicht haben, können Sie es gerne gegen horrende Zinsen bei mir leihen. Falls Sie es nicht zurückbezahlen können, muss ich allerdings Ihr gesamtes Hab und Gut pfänden.“

    Das gefällt dem Menschen aber nicht so ganz, daher geht er anschließend zu einem sozialistischen Arzt, der ihm rät: „Ganz klar, die Lösung ist, ihre Hand komplett mit Gips zu verbinden. Dann können Sie sich auch nie mehr verletzen, aber behalten immer noch Ihre Hand, mit der Sie zwar dann auch nichts mehr anfangen können, aber der Nutzen von Händen ist sowieso überbewertet. In Zukunft kann doch ein Automat Ihnen das Essen zubereiten und in den Mund schieben. Für den Gips brauchen Sie auch nur eine ganzes Leben lang für mich umsonst arbeiten.“

    Das gefällt dem Menschen auch nicht so ganz, auch wenn er seine Hand nicht verlieren würde, so könnte er sie doch auch mit einem Vollgips nicht mehr wirklich nutzen.

    Also geht er traurig nach Hause, denkt über die beiden Alternativen nach, welche für ihn besser wären und trifft unterwegs ein kleines Kind, zeigt diesem seinen immer noch blutenden Finger und das Kind fragt: „Duuu, wieso tust du kein Pflaster drauf?“

    Darauf antwortet der Mensch dem kleinen Kind: „Ach, du bist ja noch so naiv! Als ob die Ärzte das nicht wissen würden, wenn die Lösung so einfach wäre. Was nichts kostet, kann doch gar nichts taugen. Irgend ein persönliches Opfer ist immer notwendig, wenn es eine gute Lösung sein soll! Du musst ja noch so viel lernen.“

  2. Was für eine Schmierenkommödie und ein Nebenkriegsschauplatz?!

    Solange Arme -und dann gerade auch arme Kinder-

    vom Essen schon ausgeschlossen werden

    kann ich mir nur gleiches Elend der Macher Desselben wünschen.

    Damit meine ich unsere Regierung, die die NAZI – Gesetze

    wiederbelebt haben.

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