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Gegen soziale Kälte helfen auch Pullover nicht

Bild: Bundestagsfraktion DIE LINKE im BundestagNichts scheint Berlins Finanzsenator zu plump zu sein, um in die Schlagzeilen zu kommen. Nun will er die Nachkriegszeiten für sozial Benachteiligte wieder aufleben lassen. Gegen soviel soziale Kälte helfen auch Pullover nicht, kritisiert Ulrich Maurer, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE. Maurer weiter:

“Sarrazin palavert offensichtlich ohne jede Kenntnis der sozialen Realität daher. Doch die Tatsachen lassen sich auch mit dummen Sprüchen eines Finanzsenators nicht aus der Welt schaffen. Im Hartz IV-Satz sind 21,75 Euro pro Monat für Stromkosten vorgesehen. In Berlin muss man heute schon monatlich mindestens 27,05 Euro berappen, um einen durchschnittlichen Jahresverbrauch für einen Singlehaushalt von 1.500 kWh finanzieren zu können.

Es besteht also akuter Handlungsbedarf. Ohne Sozialtarife oder eine sofortige Erhöhung des Regelsatzes und der Altersgrundsicherung kann von immer mehr Menschen ein angemessener Strombedarf nicht mehr bezahlt werden. Es ist doch ein Alarmsignal, wenn 2007 allein Vattenfall als größter Berliner Stromanbieter rund 22.600 Haushalten zumindest zeitweise den Strom sperren ließ.

Gegen die fortgesetzten Attacken Sarrazins scheint nur noch eins zu helfen: Klaus Wowereit muss verfügen, dass Sarrazins Büro ins Kühlhaus verlegt wird. Dort kann er dann im Pullover versuchen, wieder einen kühlen Kopf zu bekommen.

Zum Glück bestimmt Sarrazins Asozialität nicht das Regierungshandelns des Senats. Sozialticket, Kulturticket, vernünftige Regelungen bei den Kosten der Unterkunft von Hartz IV-Betroffenen, Erhalt der öffentlichen Unternehmen hätte es wohl sonst nicht gegeben.”

Quelle: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Pressestelle

Startseite - Veroeffentlicht von: Sozialticker   am: 30. Juli 2008 um 10:01 Uhr - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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1. ... Kommentar von Steinbock am Freitag, 1.8.2008.

“Unabhängig von der genauen Wortwahl Sarrazins, eine Wohnung bei 15° C Zimmertemperatur zu unterhalten, ist absolut realitätsfern”, sagt Helge-Lorenz Ubbelohde vom Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen (BVS). Gebäude seien hierzulande bautechnisch für so niedrige Raumtemperaturen im Winter nicht ausgelegt. Die Folge seien Kondensat und Schimmelpilze. Nicht nur, dass dadurch die Bausubstanz geschädigt würde, vielmehr wären nicht akzeptable Raumhygieneeinschränkungen und Mietminderungsprozesse wegen Schimmelbildung garantiert, warnt Ubbelohde.

Die Bausachverständigen im BVS kommen zu dem Schluss, dass die Preise für Heizenergie bezahlt werden müssen - egal wie hoch die Kosten sind -, um einen Wohnungsverfall zu verhindern. “Ein warmer Pullover hilft nun mal nicht gegen Schimmelpilz”, so Ubbelohde.

Pressemeldung: BVS Bundesverband Sachverständiger e.V.


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