Gefährliche Schieflage in der Einkommensentwicklung
“Die Schieflage in der Einkommensentwicklung ist beunruhigend. Sie ist das Ergebnis wirtschaftlichen Handelns, das auf immer höhere Renditen zu Lasten der Arbeitnehmer setzt und von der Politik befördert wurde. Eine Umkehr dieser verhängnisvollen Entwicklung erfordert die Einführung von Mindestlöhnen, die Aufhebung der Versicherungsfreiheit für Mini-Jobs und Zurückdrängung prekärer Beschäftigung.” Das erklärte der Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität, Dr. Bernd Niederland, zu Berichten über sinkende Realeinkommen bei Beschäftigten im unteren Einkommensbereich.
“Im Bundesdurchschnitt 22 Prozent und in Ostdeutschland gut 40 Prozent im Niedriglohnbereich - das ist Armut trotz Arbeit. Wenn hier keine Umkehr gelingt, werden wir in wenigen Jahren eine andere Gesellschaft haben - eine Gesellschaft, in der sich die Menschen darauf konzentrieren, ihre nackte Existenz zu sichern. Werte wie Demokratie, Mitmenschlichkeit und Solidarität drohen aus den Fugen zu geraten - erst recht, wenn junge Menschen für sich kaum eine andere Perspektive als schlecht bezahlte Arbeit oder Arbeitslosigkeit befürchten müssen”, unterstrich der Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität.
Nach Ansicht von Niederland müsse die in den letzten Jahren erfolgte Ausweitung des Niedriglohnsektors gestoppt und zurückgefahren werden. In diesem Kontext seien auch die Hartz-Reformen gründlich auf den Prüfstand zu stellen. “Wenn Hartz IV tatsächlich Arbeit geschaffen haben sollte, dann ist es vor allem schlecht entlohnte Arbeit. Mit den Ein-Euro-Jobs ist der Druck auf die Löhne und Gehälter erhöht worden. Das war kein Zufall, sondern so erwünscht. Die Folgen tragen sowohl Arbeitslose, denen jetzt fast jede Tätigkeit zugemutet werden kann, als auch Beschäftigte, die in einer wachsenden Zahl von Fällen zusätzlich Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beantragen müssen, um über die Runden zu kommen. Vorsorge für das Alter wird unter solchen Bedingungen zur Farce.”
Quelle: Volkssolidarität
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