Forderung nach Kindergrundsicherung

Kinder brauchen mehr! – Bündnis erneuert Forderung nach Kindergrundsicherung.

Berlin, 06.04.2017 – Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordert eine sozial ge­rechte Kindergrundsicherung von 573 Euro im Monat. Die Höhe der Kindergrundsi­cherung wurde wegen des gestiegenen Existenzminimums neu berechnet. Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG unterstreicht: Nur die Kindergrundsicherung gibt allen Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft eine Chance auf gesellschaft­liche Teilhabe.

Die Zahl armer oder von Armut bedrohter Kinder und Jugendlicher nimmt in Deutsch­land seit Jahren zu. Aktuell leben mehr als 2,5 Millionen Kinder von ihnen in Armut.

„Die Kinderarmut in Deutschland ist weiter skandalös hoch, auch weil die derzeitige Kinder- und Familienförderung sozial ungerecht und intransparent ist. Die Bundes­regierung muss endlich ein Gesamtkonzept vorlegen, um die Kinderarmut in Deutschland wirksam zu bekämpfen“, fordert Heinz Hilgers, Präsident Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.

Kinderarmut führt zu zahlreichen Benachteiligungen in vielen Lebenslagen. Mit gra­vierenden Folgen. Die Kinder haben keinen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und zu Freizeitaktivitäten. Sie weisen nicht selten gesundheitliche Defizite auf.

„Diese Lebensumstände bestimmen nicht nur die aktuelle Situation vieler Kinder, sondern auch ihre Chancen, ihr persönliches Potenzial zu entfalten und sich zu ei­genständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu entwickeln. Kinderar­mut ist ein Entwicklungsrisiko!“, betont Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender AWO Bundesverband e.V.

„Deshalb müssen wir Kinderarmut endlich wirksam bekämpfen – mit der Zusam­menlegung vieler Leistungen zu einer Kindergrundsicherung“, fordert Christiane Reckmann, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie e.V. Die Kindergrundsicherung in Höhe von aktuell 573 Euro im Monat orientiert sich am steuerlichen Existenzmini­mum. Durch die Besteuerung schmilzt die Kindergrundsicherung je nach Einkom­men der Eltern langsam ab. Familien mit keinem oder nur geringem Einkommen er­halten so mehr Geld, das für die Versorgung der Kinder nötig ist. Familien mit hohem Einkommen bekommen dagegen genau so viel wie heute durch die maximale Entlas­tung durch die steuerlichen Kinderfreibeträge.

Wir favorisieren eine gestufte Kindergrundsicherung, die allen Kindern das sächliche Existenzminimum in Höhe von 393 Euro als unbürokratische Leistung garantiert. Bis der Staat sämtliche Leistungen für Bildung, Betreuung und Erziehung gebührenfrei zur Verfügung stellt, fordern wir den weiteren Betrag in Höhe von 180 Euro. „Denn Kinder und Familien brauchen mehr Geld und eine bessere Infrastruktur“, betont Norbert Hocke, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Vorstandsmitglied Be­reich Jugendhilfe und Sozialarbeit. „Neben der Einführung einer Kindergrundsicherung brauchen wir ein Bildungs- und Erziehungssystem, das niemanden zurücklässt, um Chancengleichheit für alle Kinder zu gewährleisten.“

Im Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordern neun Verbände und 13 Wissenschaft­ler/innen seit 2009 einen Paradigmenwechsel bei der Familienförderung (www.kinderarmut-hat-folgen.de).

Kontakt: Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.

Quelle: Presse GEW Hauptvorstand

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