Flexible Übergänge und Kombi-Rente als Rutschbahn in die Altersarmut

„Die aktuellen Pläne von Union und SPD für flexible Übergänge vom Erwerbsleben in den Ruhestand gehen völlig an den täglichen Kämpfen und Sorgen derjenigen vorbei, die den Sprung in die Rente noch nicht schaffen, aber den Belastungen am Arbeitsplatz nicht mehr standhalten konnten“, erklärt Matthias W. Birkwald. Der rentenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Union und SPD haben komplett versagt, die Chancen von Älteren auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Immer mehr ältere Menschen sind immer länger arbeitslos. 2014 stieg die Zahl der arbeitslosen Älteren (55 Jahre und älter) um zwei Prozent auf 584.000. Knapp die Hälfte von ihnen war bereits zwölf Monate erwerbslos. Diesen Erwerbslosen helfen die Regelungen für einen flexibleren Teilrentenbezug nichts. Tatsächlich ist die Große Koalition drauf und dran, ein flächendeckendes Kombi-Rentenmodell für ältere Beschäftigte zu schaffen. Gleichzeitig fehlt ihnen für einen Ausgleich von Abschlägen schlicht das Geld. Statt eines gleitenden Übergangs in die Rente wird deshalb die Kombi-Rente für viele zur Rutschbahn in die Altersarmut.

Ihnen droht auch nach den Vorschlägen von Union und SPD weiter eine Zwangsverrentung und damit lebenslange Abschläge, wenn ihre Rente knapp über dem Grundsicherungsniveau liegt. Das sinkende Rentenniveau führt letztlich dazu, dass sie nach einigen Jahren doch wieder in der Grundsicherung landen.

Trotz mancher guter Detailvorschläge lösen Union und SPD den Unterschied zwischen Erwerbsleben und Ruhestand immer mehr auf. DIE LINKE ist gegen rentenberechtigte Arbeiterinnen und Arbeiter und gegen arbeitende Rentnerinnen und Rentner: Die Rente muss wieder zum Leben reichen.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE

Ein Gedanke zu „Flexible Übergänge und Kombi-Rente als Rutschbahn in die Altersarmut“

  1. Wie immer es man bezeichnen will, ob Kombi-Rente oder Flexi-Rente, es geht allein nur darum der Bevölkerung zu Bewusstsein zu bringen, dass die öffentlich Rente nicht mehr ausreichend ist, sein Alter in Würde zu verbringen.

    Die Armutsgrenze liegt in Deutschland derzeit bei monatlich 979 Euro verfügbares Einkommen. Um diese Betragshöhe als Rente zu erlangen, müsste ein Angestellter entweder zum einen 45 Jahre lang den Mindestlohn von 11,50 Euro erhalten haben – und das ununterbrochen. Oder aber zum anderen den Durchschnittslohn aller Angestellten (derzeit: rnd. 40.000 Euro) 35 Jahre lang, ununterbrochen, bezogen haben. Daraus ergibt sich logischerweise, dass die Hälfte der Angestellten in Zukunft mit ihrer Rente über dem Armutstarif liegt, die andere Hälfte darunter. Sind dann noch Brüche in der Erwerbsbiografie zu verzeichnen, sinkt die Chance eines auskömmlichen Lebens im Alter drastisch.

    Noch nie war das Geldvermögen hierzulande jemals höher als heute. Die Börsenkurse steigen im Grunde unaufhörlich und die Aktionäre sind bullish eingestellt. Gleichzeitig nimmt die Armut zu. Nach dem jüngsten Armutsbericht des statistischen Bundesamtes sind knapp 20 % der Bevölkerung von Armut betroffen oder zumindest davon bedroht. Die Schere zwischen arm und reich geht weiter auseinander; das Kapital triftet weiterhin von unten nach oben. Da scheint sich das Bibelwort zu bewahrheiten: Wer hat, dem wird gegeben, der nichts hat wird das Wenige genommen.

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