„Das Ausmaß des Fipronil-Skandals legt gefährliche Schwächen im System der Lebensmittelüberwachung offen. Lebensmittelsicherheit ist in Deutschland quasi Geheimsache. Hersteller kontrollieren sich weitgehend selbst und müssen ihre Daten zu Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln nicht veröffentlichen.

Die Rückverfolgung von Fipronil in der Lebensmittelkette ist nicht machbar, weil selbst den Behörden wichtige Informationen vorenthalten werden. Statt Aufklärung betreibt Schmidt seit Monaten Vertuschung“, erklärt Karin Binder, ernährungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Binder weiter:

„Wir brauchen endlich einheitliche Standards für den Datenaustausch zur Lebensmittelsicherheit. Alle Daten müssen für alle behördlichen Akteure jederzeit zugänglich sein. Die wichtigsten Daten und alle behördlichen Kontrollergebnisse müssen für die Bevölkerung unmittelbar zugänglich sein, um das Vertrauen in die Lebensmittel zu stärken und die Unternehmen zu verantwortungsvollem Handeln zu zwingen.

Um ein Höchstmaß an Lebensmittelsicherheit zum gesundheitlichen Schutz der Verbraucher zu erreichen, müssen Personal-, Qualifikations- und Ausstattungsmängel bei den Überwachungsbehörden unverzüglich behoben und die Befugnisse der Lebensmittelkontrolleure gestärkt werden. DIE LINKE fordert, die Lebensmittelüberwachung für überregional arbeitende Lebensmittelunternehmen und grenzüberschreitende Lieferketten beim Bund zu konzentrieren. Es muss endlich eine verpflichtende, national einheitliche Datenbank für alle relevanten Daten zur Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln eingerichtet werden.“

Quelle: Presse Fraktion DIE LINKE

10. Oktober 2017