Fenster weit auf und raus mit der Kohle


Bekämpfen wir die Obdachlosigkeit neuerdings mit 5-Sterne Hotels?

Anscheint ja, denn im niedersächsischen Steuersäckel macht man die Spendierhosen so richtig weit auf und schleudert Millionen Euros in Erhaltung von Hotelanlagen, statt das Geld zu Wichtigerem einzusetzen. Aber hey, da sich kaum noch einer diese Bettenburgen leisten kann, muss da schon unter die Arme gegriffen werden – oder?

Umsülzt klingt dies so:

„Allein durch die Förderung von 14 Hotelprojekten in Höhe von knapp 17 Millionen Euro entstehen 230 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.“

Und weiter:

„Im Ortskern von Braunlage wird ein neues 4-Sterne-Hotel entstehen. Das Land Niedersachsen beteiligt sich an dieser Investition mit rund 1,3 Millionen Euro. Auch der Norden des Landes kommt nicht zu kurz. Für die auf der Insel Norderney lang erwartete Errichtung eines 5-Sterne-Hotels gewährt das Land einen Zuschuss von 7,4 Millionen Euro. Auf der Insel Langeoog wird ein neues 4-Sterne-Hotel gebaut, das mit einem öffentlichen Zuschuss von gut drei Millionen Euro gefördert wird.“

Aber – was kostet die Welt – immer raus aus mit der Kohle aus dem Fenster und diese 230 Arbeitsplätze … Junge Junge … auf Steuergeld basierte Vorzeigediener – das freut den Hotelier sicherlich besonders. Lasst uns mal rechnen – ach lassen wir dies diesmal, sonst fallen uns da nur Dinge ein, welche man mit dem Geld hätte verwirklichen können.

Wer sich die auf(quelle)nen Spendierhosen näher anschauen möchte — KLICK

6. Juni 2017

6 Kommentare

  1. Thomas Rindt

    27. Mai 2017 um 20:39

    Jau, das rechnet sich so richtig! 230 Arbeitsplätze – hat mal jemand geschaut, wie so das Lohnniveau in der Gastronomie ist? Köche, Kellner, Rezeptionisten? Von den bedauernswerten Menschen, die die Zimmer reinigen, wollen wir gar nicht erst reden – die haben Arbeitsbedingungen, die eher ne Strafe sind!

    Es wird also mal wieder gezielt der Niedriglohnbereich und die prekären Arbeitsplätze gefördert …. Mag sein, dass das Sinnvoll ist – aber nur wenn man Ziele verfolgt, die nicht dem Menschen, sondern nur einzig und allein dem Kapital dienen.

  2. man muß auch die produktpreise im verhältnis zu den 230 arbeitsplätzen ( ~70000€ pro arbeitsplatz ) auf sehr niedrigem finanziellen niveau sehen . unter 100 € wird man pro person in sterne – hotels in der BRD kein bett bekommen und so sind diese subventionen nur für spitzenverdiener erreichbar . . . im ausland werden mittels hotels illegale gelder in milliardenhöhe weiß gewaschen und hier in der BRD geht es schon ein stück weiter : der steuerzahler bezahlt für die private geschäftsgebahren . im ausland werden derartige geschäfte mit dem stempel “ mafia “ versehen .

  3. Bis zum vollständigen Ausgleich, müssten nach Fertigstellung für jeden Steuerzahler die Übernachtungen \ Nutzung umsonst sein.

  4. Bei uns ist auch solch Bauprojekt geplant. Nachdem die glaubten die Finanzierung sei erledigt, haben die Bauunternehmen ihre Angebote mal kräftig erhöht.

    Der Bau soll aber durchgezogen werden nach dem Motto: Koste es was es wolle, die Steuerzahler müssen es später tragen.

  5. Sozialticker

    29. Mai 2017 um 12:47

    Und weil es so warm draußen ist, wird auch der zweite Fensterflügel weit geöffnet und mit EU Subventionen umhergeschmissen, bis Europa selbst auf den Knien rutscht:

    17 Unternehmen und zwei wirtschaftsnahe Infrastrukturprojekte erhalten vom Wirtschaftsministerium rund 11 Millionen Euro Investitionsförderung. Dies hat heute Wirtschaftsminister Olaf Lies in Hannover mitgeteilt. Durch die Fördergelder werden mehr als 130 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bei den Unternehmen geschaffen. Fünf Antragssteller kommen aus dem Raum Braunschweig, acht aus Lüneburg, sechs aus dem Leine-Weser-Gebiet. Finanzielle Hilfe bei der Erschließung von Gewerbegebieten erhalten die Stadt Sarstedt im LK Hildesheim und die Gemeinde Radbruch im LK Lüneburg. Hier werden bis zu 220 neue Arbeitsplätze erwartet. Das Land unterstützt beide Infrastruktur-Maßnahmen mit insgesamt rund 800.000 Euro an Fördermitteln.

    Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Unsere gezielte Förderung von Unternehmerinnen und Unternehmern in strukturschwachen Regionen hilft, Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. Damit setzen wir dort wichtige Akzente und Impulse. Insgesamt löst unsere Förderung in den nächsten Jahren rund 63 Millionen Euro an Investitionen aus.“

    Die einzelbetriebliche Investitionsförderung für kleine und mittlere Unternehmen bildet den Schwerpunkt der Förderung und beträgt knapp zehn Millionen Euro. Sieben der geförderten Unternehmen kommen aus dem produzierenden bzw. verarbeitenden Gewerbe, wie aus der Möbelherstellung sowie Holz-, Textil- und Glasverarbeitung. Zehn Betriebe sind im Bereich Großhandel, Dienstleistungen und Logistik tätig.

    Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) sowie aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

    Quelle: Presse Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

    • 11000000 €uro / 130 arbeitsplätze = 84000 € subvention pro geschaffenen arbeitsplatz . . . wetten , dass die unternehmen bzw . deren inhaber der SPD nahe stehen !

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