Fachkräftemangel im IT-Bereich - Zuwanderung und Bildung nicht gegeneinander ausspielen
Zu dem heute auf dem IT-Gipfel diskutierten Fachkräftemangel erklärt Brigitte Pothmer arbeitsmarktpolitische Sprecherin:
Die Schwelle für den Zuzug von IT-Fachkräften muss sofort auf 40.000 Euro jährliches Einkommen gesenkt werden. Es ist fahrlässig, wie Wirtschaftsminister Glos weiterhin das Ausmaß des Fachkräftemangels herunter redet, wenn er heute den berechtigten Forderungen der Branche mit dem Hinweis auf Ausbildungsversäumnisse in den IT-Unternehmen eine Absage erteilt. Fachkräfte aus anderen Ländern sind nötig, damit Deutschland wirtschaftlich leistungsfähig bleibt.
Zusätzlich müssen die Investitionen in Bildung verstärkt werden. Wir fordern, dass das Qualifizierungs- und Weiterbildungsbudget der Bundesagentur für Arbeit erhöht wird, die Angebote für Arbeitslose verdoppelt und die Betriebe besser über die Programme informiert werden. Das IT-50plus Initiative und die Aus- und Fortbildung von Frauen im IT-Sektor kann so stärker gefördert werden.
Quelle: Bundestagfraktion Bündnis 90 / Die Grünen
Anmerkung Sozialticker:
Deutschland hat zig-tausend arbeitslose IT-Fachkräfte, welche aber von der Wirtschaft nicht mehr “benötigt” werden, weil sie über 40 oder mehr als 1 Jahr aus ihrem Job heraus sind. Statt, dass von staatlicher Seite Förderprogramme und Weiterbildungen gefördert werden, stellt man diese Fachkräfte lieber als billige Lohnarbeiter in niedrig qualifizierten Produktionshelferjobs ab. Ein Land das es sich erlauben kann eine solche Arbeitsmarktpolitik zu fahren, sollte ihr handeln überdenken.
Aus diesen Grund kann gesagt werden: Fachkräftemangel im Bereich der IT-Branche ist ein Märchen, es müssen nur die brachliegenden Ressourcen genutzt werden, statt sie zum Zwecke der Senkung der Arbeitslosenzahlen sinnlos zu verheizen!
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