Fachkräftemangel – hohle Phrasen aus der Realitätsferne


Es ist mal wieder Wahljahr. Man merkt dies besonders daran, dass so manche flotte Sprüche in der Art geklopft werden, dass diese sich im Grunde schon weiterverweisend intern widersprechen. Schlimm daran ist nur, dass sich dieses Phänomen durch alle Bereiche zieht, ohne einmal zu hinterfragen, stimmt denn das überhaupt – was man da von sich gibt, oder sollte man nicht lieber sich schämend im Schweigen wägen.

Ein Beispiel dafür ist eine Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. Deren tolle Pressemeldung ist derart verblümt, dass man die Realität wohl gar nicht mehr erkennen möchte. Dazu ein Zitat gereicht:

„Natürlich kann man – wie derzeit – über eine längere Bezugsdauer von ALG I diskutieren. Doch es geht nicht darum, das Abrutschen in Hartz IV hinausschieben, sondern Arbeitslosigkeit und Armut zu verhindern. Es ist nicht hinnehmbar, dass ausgebildete Menschen mit all ihren Kenntnissen und Erfahrungen in die Dequalifizierung geraten. Stattdessen müssen Fördermittel dafür genutzt werden, um gezielt die dringend benötigten Fachkräfte aus- und weiterzubilden.“ Quelle: Pressemeldung

Köstlich und dennoch amüsant – oder? Anscheint bekommt man gar nicht mit, dass Hartz IV genau dafür eingerichtet worden ist … Menschen, die nicht mehr gebraucht werden und am aktiven Arbeitsleben inzwischen überflüssig geworden sind – per menschenverachtendem Schweigegeld zum steten Abrufsklaven zu machen und ihn bittstellend warm zu halten. In Berlin sollen dies nach eigenen Angaben über 179.600 Menschen sein – was wir mal bezweifeln dürfen. Man bekommt wohl gar nicht mehr mit, dass es zwar Arbeit geben mag – aber doch nicht mehr für ALLE und JEDEN !!!

Besonderes Lob einer offerierten Realitätsferne ist jedoch der 3. Satz des Zitates, denn noch mehr Widersprüchliches kann es nicht mehr geben. Da schreibt man von „ausgebildeten Menschen“ – was in unseren Augen bereits „qualifizierte Fachkräfte“ sind – und will dann im letzten Teil des Zitates mit „benötigten Fachkräften“ – in eine gezielte Qualifikation gehen. Da fehlen uns dann doch die passenden Worte und die vielen arbeitslosen erwerbslosen Facharbeiter, Ingenieure … bis hin zu arbeitslosen Doktoren (der Sozialticker kann da einige Beispiele liefern) – schütteln sich bei solchen Meldungen die schnappatmende Luft nur noch mit den aktuellen HArtz IV Sanktionsbescheiden zu.

Aber einen setzt man da noch drauf (man hat wohl Zeit im Amt):

„Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren … “

Ähm – genau das macht man doch bereits in politisch gewollter und millionenfacher Hartz IV Aufstockerpraxis und kommt in Europa damit super an. Es nennt sich – Armut, Elend und Tod. Dieses Projekt ist die Reinkarnation eines bereits schon einmal „verbuddelten Gauls„, auf dem nun erneut geritten wird. Statt die wahren Ursachen erkennen zu wollen und diese dann abstellend in Umkehr zu bringen, sitzt man wohl im warmen Büro und langweilt sich im Fingerspiel auf der PC Tastatur, um solchen „Nonsens“ in die Presse zu klicken. Das Einzige, was „ausgebildete“ und „qualifizierte“ Fachkräfte unterscheidet, ist – dass die Einen ugs. „ausgebildet“ heißen und die Anderen „qualifiziert“ sich schimpfen sollen – sonst NIX – gleicher Mensch … gleiches Problem – keine Arbeitsstellen – aber reichlich Arbeit ohne verfassungsrechtliche Entlohnung !!! (Artikel 1 – wäre da als Anhaltspunkt zu benennen …)

Fazit und Hinweis vom Sozialticker- vielleicht fehlt in deren Amtsstuben es nur an realitätsnahen „Kenntnissen und Erfahrungen“, was die Arbeitswelt betrifft, aber eines hat dieser Hype um den Fachkräftemangel schon – die betroffenen Personen sind dann soweit „gereift geschult“ worden, um dieses gesamte Verbrechen in Verbindung mit Hartz IV erkennen zu können. Vielleicht auch eine spätere „Amtsalternative“ … nach der Wahl – die Stellen wären ja dann offen – 🙂 ???

Quelle: Sozialticker

7. August 2017

4 Kommentare

  1. Klasse Beitrag und Volltreffer in diesem verlogenen Wahldebakel.

  2. Sozialticker

    2. März 2017 um 17:23

    „Viele hangeln sich mit Minijobs über die Runden. Einem solchen gehen inzwischen 7,5 Millionen Menschen in Deutschland nach – Tendenz steigend.“

    Quelle: RT-Deutsch

  3. Uwe Borchert

    3. März 2017 um 14:09

    Hallo,

    interessant, sehr interessant. Hier sehen wir eine klassische Fehlsteuerung. Durch Hartz-IV werden Qualifikationen entwertet. Das bleibt den Menschen im Kand natürlich nicht verborgen. Diese passen nun ihre Bildungswilligkeit der zu erwartenden Rendite an. Der vorgebliche Mangel an AZUBIS ist nur der erste gfühlte Vorläufer einer langfristigen Entwicklung. Sozusagen ein Schweinezyklus-XXL. Von einem Fachkräfteüberschuss und einer Expertenschwemme über Deklassifizierung der Überflüssigen und Anpassung der Bildungsinvestitionen an die zu erwartenden negativen Renditen dann in ein paar Jahrzehnten in eine echte bedrückende und handgewrungene Fachkräftemangel. Anhand der vorgestellten postfaktischen Pressemeldung kann man sehr schön die Gefahr, die von solchen Fake-News ausgeht, erkennen.

    MfG

  4. Sozialticker

    3. März 2017 um 14:13

    Käme evtl. gleichgestellt als Hintergrundinformation auch noch zum Tragen: KLICKKLICK

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