Existenzminimums-Studie: Wirtschafts-Professor aus Chemnitz sei Selbsterfahrung auf Hartz IV-Niveau empfohlen
Anlässlich der Studie der TU Chemnitz zur Höhe der sozialen Mindestsicherung erklärt Markus Kurth, sozialpolitischer Sprecher:
Die Studie zweier Wirtschaftswissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz, unter Leitung von Professor Friedrich Thießen, zur Höhe der sozialen Mindestsicherung ist unseriös und realitätsfremd. Die erhobenen Angaben zu den Verbrauchskosten, die angeblich den Lebensunterhalt sichern sollen, sind völlig frei erfunden und entbehren jedweder wissenschaftlichen Grundlage. Stichprobenartige, eher zufällig aufgespürte Schnäppchen in Chemnitz haben mit einer seriösen, für bundesweite Maßstäbe tauglichen Bedarfserhebung nichts zu tun. Jeder überprüfbare Beleg fehlt. Die staatlich besoldeten Wissenserfinder sollten einmal versuchen, einen Monat von Hartz IV zu leben. Das würde reichen, um derartige Behauptungen zum Lebensnotwendigen zu widerlegen:
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Integration am Arbeitsmarkt haben für den professoralen Schnäppchenjäger Thießen offenbar keine Bedeutung. So ist es völlig weltfremd, zu glauben, man könne ohne Telefon am kommunikativen Leben teilnehmen und sich in einer 12-Euro-Hose auf ein Vorstellungsgespräch zu begeben.
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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1. ... Kommentar von Milda
am Samstag, 6.9.2008.
Genau wer anderen kürzen will soll es erst mal drei Jahre vor machen. Und wenn man damit auskommt und nur so wenig braucht so kann die Politik mit guten Beispiel voran gehen. Die halben Diäten und Pensionen und Deutschland ist seine Schulden los.Nicht nur die Kleinen, sparen schon genug.
Die Sozialhilfe macht nur drei % aus ,aber was fressen die Diäten und Pensionen????
2. ... Kommentar von gegenHartz
am Samstag, 6.9.2008.
Die Hartz-Partei die Grünen haben ein System zur systematischen Massenverarmung mitgetragen und es befürwortet. Warum heucheln die nur so, dass ist doch echt ekelhaft.
3. ... Kommentar von Steinbock
am Samstag, 6.9.2008.
Das ist doch schnell gemacht, dass der gesamte Professorenkult sich in Zukunft alleine finanzieren muss. Diese Gelder könnten besser bei Kindern eingesetzt werden, statt für solchen Schwachsinn noch Steuergelder in 6 stelliger Höhe zu verpulvern. Produktiv tätig ist von denen keiner und auf den Spargelfeldern habe ich diese Staatsdiener auch noch nie gesehen, kassieren aber reichlich Kohle vom Steuerzahler. Von den Schnarchnasen an Beamte ganz zu schweigen, welche zu Hause klucken und 4 stellige Steuermittel verprassen ohne etwas zu tun zu müssen. Statt sich mit den Hartz IV lern zu beschäftigen, sollten die lieber alle Jahre mal einen Eignungstest bei den Beamten machen, denn da sind so viele dabei, die kommen nicht mal mehr aus den Sessel raus. so sehr drückt der Geldsack auf die Taschen.
Und die Grünen … ja die wittern wieder die Machtpositionen - für mich völlig der Masse verblödeten Koalitionsverbindungen. Wenn ich schon den Schwachsinn: “Die Mehrheit hat eine Koalition gewählt” - höre, bekomme ich ein offenen Magengeschwür. Auf keinem Wahlzettel ist solche Verbindung anwählbar und nun soll keiner kommen und etwas von Demokratie brabbeln.
4. ... Kommentar von Hans
am Samstag, 6.9.2008.
@gegenHartz:
Ich glaube nicht das Deutschland die Schulden los ist wenn die Diäten halbiert werden. Aber die Politiker sollten nach “Leistung” bezahlt werden. Wenn sie gut sind und es dem Volk gut geht dann sollen sie sich ruhig eine goldene Nase verdienen. Aber so wie es jetzt läuft würde eine leistungsgerechte Bezahlung die ALGII-Grenze nicht übersteigen 
5. ... Kommentar von Hans
am Samstag, 6.9.2008.
Nachtrag:
Da fällt mir ein, dass Politiker auch sanktioniert werden müssten wenn sie nicht im Interesses des Volkes handeln. Eine dauerhafte Leistungskürzung und 3 monatige Sperrungen usw. 
6. ... Kommentar von Steinbock
am Samstag, 6.9.2008.
Und da haben wir schon das koalierte Problem, die würden alle durch die Bank leer ausgehen, denn wenn man sich die Entwicklung anschaut, habe ich schon Angst, bald wieder mit einer Keule in meine Felshöhle zu verschwinden und mir HDTV am Sternenhimmel anzuschauen.
7. ... Kommentar von Hans
am Samstag, 6.9.2008.
@Steinbock:
Da hast Du wohl recht. Aber, in einer Höhle könnten wir ein offenes Feuer zur Wärme und Licht-Erzeugung entfachen, was ja in einer Wohnung oder in einem Haus verboten ist. Dann braucht auch niemand mehr die überhöhten Energiepreise zu zahlen 
8. ... Kommentar von Demokratus
am Sonntag, 7.9.2008.
Es ging mit dieser Studie nie darum, wirklich die Hartz IV-Sätze zu kürzen. Es ging nur darum, die Debatten über die eigentlich längst notwendige Erhöhung der Regelsätze zu beenden, weil die Bundesregierung lieber an anderen Ecken und Enden die Milliarden rauswirft, anstatt den sozial Schwachen in diesem Land Gerechtigkeit zukommen zu lassen.
Und daran hat schließlich auch das Großkapital in diesem Land ein Interesse, hat sich doch schon vor Jahren ein Ausbeuterheer rund um die Hartz-Landschaft niedergelassen, das für Vollzeitarbeit nur unwesentlich mehr zahlen will als den Hartz-Regelsatz. Jede Erhöhung der Regelsätze würde denen ja die willige Sklavenarbeiterschaft nehmen. Also dürfen die Regelsätze auf keinen Fall erhöht werden, auch wenn die Sicherstellung des Existenzminimums dies eigentlich erfordert. Die Leute sollen für ihr Existenzminimum bis zum Umfallen schuften, damit der deutsche Großkapitalist und Global Player endlich das hat, was er schon immer wollte: Deutsche Infrastruktur bei gleichzeitigem Lohnniveau, dass sich noch mit dem Chinas messen kann. Offen darf man das natürlich nicht sagen, deswegen werden Nebelgranaten geworfen, etwa mit diesem hirnrissigen Pamphlet, das das Wort “Studie” nicht verdient.
Und das hat doch bestens funktioniert. Angela Merkel hat verkünden lassen, die Studie sei “unverantwortlich” und an den Sätzen werde “nichts geändert”. Und da haben wir doch die Fakten: Es wird nichts geändert. Es wird also auch nichts erhöht und die Leute werden nach der von den neoliberalen Medien angefeuerten Debatte um diese neoliberal motivierte Propagandastudie schließlich heilfroh sein, dass nichts geändert wird. Denn schließlich hätte man ja auch kürzen können.
Würde mich nicht wundern, wenn die Auftraggeber dieser Studie Leute sind, die dem Wirtschaftsflügel der CDU/CSU/FDP angehören würden. Denen geht es in Wahrheit schon lange um die Beseitigung der sozialen Marktwirtschaft und der Rückkehr zum Willen des Stärkeren. Dabei schreckt man auch vor den primitivsten Mitteln nicht zurück und spielt am liebsten die selbst generierten Geringverdiener gegen die Arbeitslosen aus.
In Deutschland kann es einem nur noch übel werden.
9. ... Kommentar von sommer
am Sonntag, 7.9.2008.
Und das hat doch bestens funktioniert. Angela Merkel hat verkünden lassen, die Studie sei “unverantwortlich” und an den Sätzen werde “nichts geändert”. Und da haben wir doch die Fakten: Es wird nichts geändert. Es wird also auch nichts erhöht und die Leute werden nach der von den neoliberalen Medien angefeuerten Debatte um diese neoliberal motivierte Propagandastudie schließlich heilfroh sein, dass nichts geändert wird. Denn schließlich hätte man ja auch kürzen können.
wir lassen uns mal wieder rein legen, ein aufschrei geht durchs volk ein prof aus leibzig und frau merkel ist empört(hihihi habe sie mal wieder alle aufs glatt eis geführt, da spar ich wieder mal jede menge geld)
jo, so ist und nicht anders, mich nervt es immer zu hören 351,- ist doch genug …haha
wenn ich dann wieder sehe was hier in unseren lande abgeht
mindeslohn , 1 ,- job bla bla bla
und die schwarzarbeit blüht….. warum nur?
ich versuche mit dieser summe auszukommen und das ist verdammt schwer:(
alles is teurer geworden und ein erhöhnung auf die 420,- ist ein weg wieder in ein sozial normales leben
10. ... Kommentar von alex
am Sonntag, 7.9.2008.
Am besten wäre es, die Sätze in der momentanen Höhe zu belassen. Bei der momentanen Teuerungsrate gerade im Energiesektor würde die Erhöhung nämlich direkt wieder aufgefressen werden, und zwar überproprtional bei Familien. Eine Erhöhung hört sich nur im ersten Moment sinnvoll an, aber es würden die Nachteile überwiegen. Daher halte ich auch nichts vom Bürgergeld.
Anstatt eine Erhöhung des Regelsatzes wäre es wesentlich sinnvoller, wenn der Staat
- wieder die Bekleidungsbeihilfe (2x im Jahr, pro Person) einführen würde
- wieder für Kinder Beihilfen für Schulbücher und Lernmaterial zahlen würde
- wieder Strom ganz aus dem Regelsatz nehmen und separat in der tatsächlichen Höhe bezahlen würde (natürlich muss man hier auch vernünftige Grenzen setzen, die Betonung liegt auf vernünftig und nicht willkürlich)
- wieder einmal im Jahr eine Weihnachtsgeldzahlung einführen würde
- wieder Sozialtickets für Bus und Bahn einführen würde
- Sozialtarife bei allen Telefonanbietern einführen würde
- Sozialtarife bei Heizung und Strom einführen würde (würde gleichzeitig auch die Staatskassen entlaseten und käme auch armen Menschen ohne Hartz IV Bezüge zugute)
Es muss einfach Maßnahmen für alle sozial schwächeren Menschen geben und nicht nur für Hatz IV Empfänger. Denn es gibt in diesem Land schon genug “Working-Poor”, also Menschen die gerade so über dem Hartz IV Satz verdienen. Eine einseitige Ausrichtung von Reformen für Hartz IV Empfänger wäre ungerecht. Und jetzt bitte nicht damit kommen, dass arme, arbeitende Menschen ja mit Hartz IV aufstocken könnten. Bitte vorher nachdenken, wenn man so argumentieren möchte, denn nicht jeder möchte vor seinem Arbeitgeber die “Hosen” runterlassen und sich damit demütigen und zum Menschen 2. Klasse abstempeln lassen.
11. ... Kommentar von Armin Willutzki
am Sonntag, 7.9.2008.
Es wäre wirklich einmal interessant ,wer diese Studie in Auftrag gegeben hat.Leider war die TU Chemnitz zu keiner Auskunft bereit.
12. ... Kommentar von albi
am Mittwoch, 10.9.2008.
Herr Professor,
vermutlich wurde eine “Sparrate” von 2 Euro bei den monatlich 132 Alg II berücksichtigt. Ein neuer Pass zum Nachweis der zugehörigkeit zu diesem Statt kostet Eur 58. Da kann dann der AlgII-Empfänger 26 Monate drauf sparen, wenn er nicht durch kaputten Rasierer bereits für die nächsten 30 Monate aufgebraucht ist, der Sparbetrag.
Herrn Thießen muss wenigstens klar sein, dass er doch nur den harten Konservativen: “die sollen Arbeiten gehen”, “Schmarotzer” in die Hände spielt und sachlich zu dem Thema gar nicht beiträgt. Er betreibt also keine Wissenschaft, sondern lässt sich vor einen Karren spannen; diese Art der “Forschung” wird in den USA ‘junk science’ genannt.
Im Umkehrschluss der harten Reaktion: es sollten Akademiker, die junk science betreiben, verwarnt und im Wiederholungsfall sofort von der Akademie ausgeschlossen werden. Denn die Akademie ist wohl doch noch dem Sachlichen, Faktischen, am Ende Richtigen verpflichtet, wenn sie Ihre hohe Reputation behalten will.
13. ... Kommentar von das kannste nur mit dem Lopf schütteln
am Mittwoch, 10.9.2008.
der professor ist so angehoben oder leidet an erheblichen Realitätsverlust, eine jegliche Beleidigung und Bevormundung an Menschen denen es nicht gut geht. Der gehört selbst mit Wasser und Brot gespeist oops geht ja nicht ist zu teuer, ,,,,
14. ... Kommentar von John
am Donnerstag, 11.9.2008.
Der Untersuchungsansatz von Thiesen/Fischer ist bereits fragwürdig, zudem ist er schlecht durchgeführt worden - offenkundig mit dem Ziel, dass damit ein unrealistisch niedriger Regelsatz-Ansatz ermittelt wird. Der “Minimumfall” wird von den beiden BWL´ler so konstruiert wie eine moderne Ballastexistenz in der Vorstellungswelt der Neoliberalen.
Das war ein Fall von tatsächlich schlechter, weil schlampiger, unsorgfältiger und von menschenfeindlicher Ideologie duchtränkter “Wissenschaft”. Es wäre gut, wenn diese “Studie” wissenschaftlich kritisiert werden würde.
Damit Friedrich Thießen in seinem Fachgebiet die (geistige) Ohrfeige erhält, die er verdient hat. Wie ich gehört habe, hat sich die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät an der TU Chemnitz (seine Fakultät!) bereit erklärt, die Thießen/Fischer-”Studie” methodologisch und in ihren Ergebnissen zu überprüfen.
Es bleibt spannend.
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