EU ruft zu Sofortmaßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit auf
Vor dem Hintergrund der mit 21 % anhaltend hohen Jugendarbeitslosigkeit in Europa setzt sich die Kommission dafür ein, dass die Mitgliedstaaten, die Arbeitnehmervertretungen und die Wirtschaft entschlossen und mit vereinten Kräften gegen die Jugendarbeitslosigkeit vorgehen. Im Rahmen der von der Kommission verabschiedeten neuen Initiative „Chancen für junge Menschen“ werden die Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, frühzeitige Schulabgänge zu verhindern, jungen Menschen die Entwicklung der für den Arbeitsmarkt relevanten Kompetenzen zu erleichtern, ihnen das Sammeln von Berufserfahrung und eine innerbetriebliche Ausbildung zu ermöglichen sowie sie bei der Suche nach einem ersten guten Arbeitsplatz zu unterstützen. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten auch nachdrücklich zu einer besseren Nutzung des Europäischen Sozialfonds auf; noch immer warten 30 Mrd. EUR darauf, einem Projekt zugewiesen zu werden. Außerdem schlägt die Kommission eine Reihe konkreter Maßnahmen vor, die unmittelbar aus verschiedenen EU-Fonds finanziert werden können.
„Die Initiative ‚Chancen für junge Menschen‘ zeigt den jungen Leuten in Europa“, so der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, „dass wir ihre Lage aufmerksam verfolgen. Wir haben ihre wiederholten Appelle von Madrid bis Brüssel vernommen, dass sie an der europäischen Gesellschaft teilhaben wollen. Der Anfang hierzu ist ein Arbeitsplatz. Langfristige Reformen der Arbeitsmärkte sind auf jeden Fall nötig, doch dauert es, bis solche Reformen die erwarteten Ergebnisse zeitigen. Mit der gestarteten Initiative haben wir ein direkteres Instrument entwickelt, das die Jugendarbeitslosigkeit senken wird.“
László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, unterstrich die Dringlichkeit von Maßnahmen zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit: „In vielen EU-Ländern spitzt sich die Lage für junge Menschen dramatisch zu. Wenn wir nicht bald auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten entschlossene Maßnahmen ergreifen, droht die Gefahr einer ‚verlorenen Generation‘, was erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Kosten verursachen würde.“ Er wies auf Schätzungen hin, denen zufolge bereits die derzeitige Jugendarbeitslosigkeit die Gesellschaft teuer zu stehen kommt, nämlich um die 2 Mrd. EUR pro Woche, also etwas mehr als 1 % des BIP der EU-27. Der Kommissar fügte hinzu: „Dieser Trend darf sich nicht fortsetzen – wir müssen unseren jungen Menschen Hoffnung geben, denn sie sind unsere Zukunft.“
Die Kommission wird auch Gelder für technische Unterstützung bereitstellen, damit die Mitgliedstaaten die vorhandenen EU-Mittel – insbesondere aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), wo 30 Mrd. EUR bisher nicht für Projekte abgerufen worden sind – besser nutzen können.
Quelle und weitere Details: Europäische Kommission – Pressestelle
Startseite - Veröffentlicht am: 21. Dezember 2011 um 13:30 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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