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Erzeugerpreise Juli 2008: + 8,9 Prozent gegenüber Juli 2007

Statistik © M. Kinder für Sozialticker e.V.WIESBADEN – Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2008 um 8,9% höher als im Juli 2007. Eine höhere Jahresteuerungsrate hatte es letztmalig im Oktober 1981 (+ 9,1%) gegeben. Im Juni 2008 hatte der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte noch um 6,7% über dem Vorjahr gelegen. Gegenüber Juni 2008 stieg der Index um 2,0%.

Wie schon in den vergangenen Monaten hatten die Preise für Energie den höchsten Einfluss auf die Jahresteuerungsrate. Sie stiegen im Jahresvergleich um 24,5%. Gegenüber Juni 2008 war Energie um 5,1% teurer. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise im Jahresvergleich lediglich um 3,6%.

Die Preise für Erdgas lagen um 27,1% über dem Vorjahresniveau und erklären allein knapp ein Viertel der Jahresteuerungsrate. Von Juni 2008 bis Juli 2008 stiegen sie um 7,5%. Mit einem Plus von 39,1% war die Steigerung im Jahresvergleich bei der Abgabe an Kraftwerke am höchsten. Weiterverteiler zahlten 37,9% mehr als im Juli 2007, Ortsgasversorgungsunternehmen 34,6% und Industriekunden 24,9%. Für private Haushalte war Erdgas um 8,0% teurer als im Juli 2007 (+ 2,0% gegenüber Juni 2008).

Strom war gegenüber Juli 2007 um 22,6% teurer (+ 5,7% gegenüber Juni 2008). Weiterverteiler mussten im Vorjahresvergleich 37,5% mehr bezahlen (+ 9,3% gegenüber Juni 2008), gewerbliche Großabnehmer mit Sondervertrag zahlten 22,8% mehr (+ 5,5% gegenüber Juni 2008). Für Haushalte stiegen die Preise im Jahresvergleich um 4,6%, gegenüber Juni 2008 um 0,6%.

Die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen gegenüber Juli 2007 um 28,3% (+ 1,6% gegenüber Juni 2008). Die einzelnen Mineralölprodukte zeigten folgende Veränderungsraten gegenüber Juli 2007 (beziehungsweise Juni 2008): Schweres Heizöl + 79,4% (+ 19,7%), leichtes Heizöl + 63,0% (+ 1,9%), Flüssiggas + 40,6% (+ 4,6%), Dieselkraftstoff + 30,2% (+ 0,7%), Motorenbenzin + 11,5% (+ 1,1%).

Steinkohle und Steinkohlebriketts waren um 65,1% teurer als im Juli 2007, gegenüber Juni 2008 stiegen die Preise um 12,1%.

Die Preise für Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden), stiegen gegenüber Juli 2007 insgesamt um 5,0% (+ 1,3% gegenüber Juni 2008). Der höchste Preisanstieg war hier bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit einem Plus von 90,1% zu beobachten (+ 10,1% gegenüber Juni 2008). Die zurzeit leicht rückläufigen Preise für Futtermittel für Nutztiere lagen um 35,7% über denen vom Juli 2007 (– 0,9% gegenüber Juni 2008). Mahl- und Schälmühlenerzeugnisse, wozu vor allem Mehl, Reis und bearbeitete Getreidekörner gehören, waren 23,0% teurer als im Juli 2007, gegenüber Juni 2008 gaben die Preis um 1,4% nach.
In der Metallverarbeitung stiegen die Preise für Betonstahl um 87,4% gegenüber Juli 2007 (+ 2,7% gegenüber Juni 2008). Warmgewalzter Walzdraht war um 66,6% teurer als im Vorjahr (+ 17,7% gegenüber Juni 2008). Walzstahl verteuerte sich um 21,0% (+ 6,5% gegenüber Juni 2008).
Die Preise für metallische Sekundärrohstoffe lagen um 37,1% über denen vom Juli 2007 (– 1,0% gegenüber Juni 2008), Edelmetalle und Halbzeug daraus waren um 27,5% teurer (+ 5,4% gegenüber Juni 2008) sowie chemische Grundstoffe um 13,4% (+ 4,3% gegenüber Juni 2008).
Dagegen lagen die Preise für Blei, Zink und Zinn und Halbzeug daraus um 40,8% niedriger als im Juli 2007 (– 2,7% gegenüber Juni 2008). Spanplatten waren um 4,8% preiswerter als im Juli 2007 (– 1,7% gegenüber Juni 2008).

Für Verbrauchsgüter insgesamt lag die Jahresteuerungsrate im Juli 2008, wie bereits im Juni 2008, bei + 4,2%. Die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette wiesen in diesem Bereich mit + 41,3% den höchsten Anstieg auf, sanken aber gegenüber Juni 2008 um 1,9%. Teigwaren kosteten im Vorjahresvergleich 35,3% mehr (+ 11,4% gegenüber Juni 2008). Die Preise für Käse und Quark stiegen um 17,7% (+ 0,7% gegenüber Juni 2008), für Fleisch um 11,3% (+ 1,7% gegenüber Juni 2008). Milch und Milcherzeugnisse waren um 10,9% teurer als im Juli 2007 (+ 1,6% gegenüber Juni 2008), Backwaren um 7,5% (– 0,2% gegenüber Juni 2008).

Quelle und weitere Details: Statistisches Bundesamt Deutschland

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