War es „schamlos“, oder „ungeniert“? Am „verdächtigen Gegenstand“, der am Morgen dazu führte, dass die SPD ihr sinkendes Schiff zu verlassen hatte, kann es wohl kaum gelegen haben, dass die Neuigkeiten zum Wahlprogramm so originell wirkten, wie die Fernsehzeitung von letzter Woche.

Der von Martin Schulz angekündigte Kampf der SPD für mehr Gerechtigkeit soll nun nicht nur auf „soziale Gerechtigkeit“ abzielen, sondern auf weit mehr.

Bei mir flammen da einige Hirnwindungen auf, wie jene grell blitzenden Warnblinklampen am Beginn von Autobahnbaustellen. Das Mehr an sozialer Gerechtigkeit, scheint sich nicht so leicht verwirklichen zu lassen, weshalb es mit der rhetorischen Finte, noch mehr Gerechtigkeit zu versprechen, als nur soziale, schon wieder in den Hintergrund gerückt wird.

Dabei beschleicht mich zudem das ungute Gefühl, dass doch eigentlich alle Gerechtigkeit irgendwie „soziale“ Gerechtigkeit ist, ja, dass es eine andere, sozusagen „asoziale“ Gerechtigkeit gar nicht geben kann. (Rein mathematisch wäre eine negative Gerechtigkeit jedoch vorstellbar!)

Quelle und vollständiger Artikel: Egon W. Kreutzer

Anmerkung Sozialticker – mehr Informationen zum SPD Programmentwurf – KLICK

22. Mai 2017