Einkommensschere zwischen Ost und West muss geschlossen werden

„Wieder einmal zeigt sich der lange Schatten der vermurksten deutschen Einheit. Wegen des Ausverkaufs der ostdeutschen Industrie nach dem Mauerfall gibt es in den ostdeutschen Ländern heute kaum gut bezahlte Jobs. Die Einkommensschere zwischen Ost und West besteht unverändert seit Mitte der 1990er Jahre und muss durch höhere Löhne gerade in Ostdeutschland endlich geschlossen werden.

Es ist beschämend, dass sich ein wirtschaftlich erfolgreiches Land wie die Bundesrepublik seit einem Vierteljahrhundert eine Niedriglohnzone leistet“, erklärt Susanna Karawanskij, Ostdeutschland-Koordinatorin der Fraktion DIE LINKE, zu einem heutigen Zeitungsbericht zur Einkommensstatistik in Ost- und Westdeutschland. Karawanskij weiter:

„Im Osten ist die Zahl der Niedrigverdiener weitaus größer als die der Spitzenverdiener. In Westdeutschland hingegen gibt es mehr Menschen mit sehr hohen als solche mit niedrigen Einkommen. Mehr als 48,7 Prozent der Ostdeutschen haben ein Gehalt unterhalb von 2.000 Euro, aber nur 34,4 Prozent der Westdeutschen. Die Bundeskanzlerin schaut seit drei Legislaturperioden tatenlos zu. Die stagnierenden Niedriglöhne im Osten werden zu massenhafter Altersarmut führen, besonders wenn die große Koalition tatsächlich den Wegfall der Umrechnung bei den Ost-Renten beschließt.

Niedriglöhne und Mini-Einkommen sind nicht gottgegeben, sondern können bekämpft werden. DIE LINKE fordert einen Mindestlohn von mindestens zwölf Euro, perspektivisch ein Verbot von Leiharbeit und sachgrundlosen Befristungen. Außerdem ist eine gesetzliche Regelung zur erleichterten Allgemeinverbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen nötig.

Salbungsvolle Reden zur Deutschen Einheit und zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Ost und West haben die Menschen genug gehört, es wird Zeit, dass sie davon auch etwas in ihren Geldbeuteln bemerken.“

Quelle: Fraktion DIE LINKE

11. Januar 2017

2 Kommentare

  1. auch im “ westen “ gibt es arme und arbeitslose , die vergessen werden und deren zukunft düster aussehen wird . auch hier wird nichts geschlossen werden , weil es gewollt ist und das ziel der neofaschisten ist .

  2. für viele keine satire sondern realität : http://www.der-postillon.com/2017/01/prakti.html

    in keinem land der welt gibt es “ praktikantenstellen “ ( außerhalb von schule und uni ) , minijobs , werkverträge , steuerfinanzierte 1€ – jobs und eine allgmeine unterteilung von tätigkeiten . überall woanders ist arbeit arbeit – hier nicht . laut grundgesetz artikel 3.1 sind alle menschen vor dem gesetz gleichgestellt . im arbeitswesen wurde dieses grundrecht zulasten vieler betroffener “ professionell “ und mit negativer bewußter absicht praktisch komplett abgeschafft . im fall der fälle wird kein arbeitsgericht und ein dementsprechend geschulter wie eventuell kompetenter arbeitsrichter über werkvertragsbeschäftigungen oder 1€ – jobs juristisch entscheiden , sondern urteile von amtsrichtern und sozialrichtern ausgesprochen , welche keine einsicht im schwierigen bereich arbeitsrecht haben . als minijobber wird man vor die wahl gestellt einen kleinen betrag in die gesetzliche rentenkasse einzahlen zu lassen , doch rät selbst die deutsche rentenversicherung davon ab . eine mir bekannte person , welche wegen hyperaktivität angeblich behindert sei , “ darf “ jetzt in einer behindertengärtnerei tätig werden . ihm wurde eine ausbildung versprochen , soll jetzt jedoch vollzeit gärtnern . monatlich soll er dafür 80 € , unterkunft und essen bekommen . es ist kein temporärer 1€ – job , sondern langzeitausbeutung von “ behinderten “ . praktikantenstellen werden in der regel besser vergütet .

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