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Mittwoch, der 22. Oktober 2014   English  English flag    French  French flag

 

Ein zweites Speyer darf es in Höxter nicht geben…

Zur Erinnerung:

Anfang 2007 verhungerte in Speyer der 20 jährige Andre K. in seiner Wohnung in Speyer, seine Mutter mit der er zusammen lebte, konnte gerade noch gerettet werden. Beide waren psych. krank. Andre K. konnte den Anforderungen der Gfa nicht gerecht werden und bekam deshalb keine Leistungen mehr. Seine Mutter war ebenso fast verhungert und wurde in eine Klinik eingewiesen. Auch sie war nicht mehr in der Lage sich selbst und ihrem Sohn zu helfen. Immer mehr Menschen werden durch Sanktionen und unüberwindbare Auflagen in größte Existenzängste und finanzielle Not getrieben.

Es gibt in Deutschland immer mehr Menschen die diesem Druck nicht mehr stand halten!

Sehr geehrter Herr Schoppmeier,

uns, den ehrenamtlichen Mitarbeitern im Sozialen Zentrum Höxter e.V. wird immer häufiger bekannt, dass insbesondere jugendliche Menschen im Jobcenter Höxter vom Leistungsbezug ausgeschlossen werden oder eine 100% Sanktion erhalten aber auch unter 25 jährige welche bereits wirtschaftlich auf eigenen Füßen standen versuchen Ihre Sachbearbeiter immer wieder zurück in die Familien zu zwingen. Sehr oft begleiten ich/wir diese jungen Menschen zum Jobcenter und versuche als MittlerIn solch menschenverachtenden Praktiken und Maßnahmen, welche meist überzogen und zu Unrecht angewendet werden, aufheben zu lassen.

So auch am gestrigen Tage den 27. Mai 2011 um 10:00 Uhr, aber im Jobcenter gibt es wie immer keinen Notfallservice… und hier besteht ein lebensbedrohlicher Notfall! Am Vortage wurde uns bekannt, dass der jugendliche Marc T…., ……..strasse .., aus Höxter, seit ca. fünf Monaten aus dem ALG II Bezug gestrichen wurde. Seine Leistungssachbearbeiterin Frau F…., sagte wörtlich zu ihm: „er brauche gar keinen Antrag mehr abgeben, er bekäme eh kein Geld mehr!“ M.T. hat bis November 2010 erfolgreich eine Maßnahme in Brakel besucht, und für uns ist es absolut unverständlich, aus welchen Gründen Herrn M.T. die Leistungen für ALG II verwehrt wurden. Bei einer fachlichen Beratung von Seiten Ihrer Mitarbeiter und Leistungssachbearbeiterin hätten diese erkennen müssen, dass Herr M.T. psych. labil und allein nicht in der Lage war und ist seine Folgeanträge auszufüllen und abzugeben.

Hier hätten Ihre Mitarbeiter helfend eingreifen müssen, damit es nicht zu dem eskaliert was danach weiter lief… Nicht nur, dass Herr M.T. keine ALG II Bezüge mehr erhält, seine Miete, Strom usw. nicht mehr bezahlen kann, steht er auch ohne jegliche Krankenversicherung da und kann sich einen Arztbesuch nicht leisten. Somit wird gegen das Menschenrecht mit Vorsatz verstoßen, Frau F. hätte erkennen müssen, was sie mit ihrer Drohung bei Herrn M.T. auslöst. M.T. traute sich keinen Folgeantrag beizubringen, warum auch, wenn ihm gedroht wird er bekomme eh kein Geld mehr!

Sehr geehrter Herr Schoppmeier, so schickten ihre Mitarbeiter einen Jugendlichen zum verhungern oder dahinvegetieren nach Hause. Ein Verstoß gegen die europäische Charta für Menschenrechte und auch gegen unsere Grundrechte und Sozialrechte. Wir haben gestern den Folgeantrag für M.T. eingereicht und bitten um dringendste Abhilfe. Die Öffentlichkeit beziehen wir ein, weil hier Menschenrechte mit Füßen getreten werden und ein junger Mann, der eigentlich dringend Hilfe gebraucht hätte von Ämtern und Ärzten, die Existenz entzogen wurde.

Quelle: Offener Brief von Margit Marion Mädel - Vorsitzende - Soziales Zentrum Höxter e.V.

Startseite - Veröffentlicht am: 27. Mai 2011 um 12:16 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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1. ... Kommentar von Britwei28 am Freitag, 27.5.2011.

Ich möchte nur allzugern wissen wieviele Leute auf manche Leistung verzichten, weil sie einfach auch keine Kraft mehr haben, um sich zu wehren!
Das dürften nicht wenige sein.

In meinem Bekanntenkreis gibt es genug, wo am Ende gehungert wird, weil ihnen Leistungen vorenthalten werden!
Das Schlimme an solchen Praktiken ist aber auch, dass es dabei nicht nur um die Erwachsenen geht, sondern auch die Kinder das ganze Elend mitkriegen.
Wenn sie später aufmucken, oder jetzt Terror verbreiten, wundert mich das auch nicht!
Schade das diese Brut nie zur Verantwortung gezogen wird, und wenn, können sie locker über die Strafe lächeln.


2. ... Kommentar von erika am Freitag, 27.5.2011.

Bei einer fachlichen Beratung von Seiten Ihrer Mitarbeiter und Leistungssachbearbeiterin hätten diese erkennen müssen, dass Herr M.T. psych. labil und allein nicht in der Lage war und ist seine Folgeanträge auszufüllen und abzugeben.

- die wussten meiner Meinung nach ganz genau, wie es sich mit dem jungen Mann verhält, und haben absolut bewußt und rechtswidrig gehandelt, weil sie nicht damit gerechnet haben dass doch noch jemand hilft -

Die Ausreden die dann wieder kommen gehören denen um die Ohren geschlagen.

Hier ändert sich erst etwas, wenn man die Person die dafür zuständig und somit veratwortlich ist, auch bestrafen kann, wenn sie nicht reagiert und so entscheidet wie sie entscheiden soll. Vorher tut sich da nichts.

Wenn dies so wäre, würde es das erste halbe Jahr Anzeigen hageln ohne Ende, und wenn dann genug bestraft worden sind, lässt es der Rest der immer noch denkt er kann doch, dass dann sicherlich auch bleiben.

Die Strafen müssten von einer Geldbuße hin bis zum Verlust des Arbeitsplatzes sein. Damits auch richtig trifft.

Und ebenso gehört GF gleich mit bestraft.


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