Diversionsstrategie der Staatsanwaltschaft auch 2007 bewährt
“Die gesetzlich vorgesehene Möglichkeit der Staatsanwaltschaft, bei leichteren und mittelschweren Delikten im Jugendstrafrecht statt eines gerichtlichen Verfahrens erzieherische Maßnahmen zu ergreifen und so die schnelle Resozialisierung zu fördern, hat sich bewährt: Im Jahr 2007 konnten 11.126 anklagefähige Verfahren in Jugendsachen (= 53,6 Prozent) auf diese Weise erfolgreich erledigt werden, das ist ein neuer Höchststand”, erklärte Justizminister Heinz Georg Bamberger heute in Mainz.
Bamberger verwies auf Erkenntnisse der jugendkriminologischen Forschung, wonach durch die so genannte, im Jugendgerichtsgesetz vorgesehene “Diversion” die Entwicklung und Sozialisierung jugendlicher Straftäter positiv beeinflusst werde.
Es gehe um Delikte von geringer Schwere, die jedoch leicht der Einstieg in eine kriminelle Karriere werden könnten. “Wir wollen früh ansetzen und mit den vielfältigen Möglichkeiten des Jugendstrafrechts intervenieren. Hierzu bedarf es nicht immer eines gerichtlichen Verfahrens. Auch die Staatsanwaltschaft kann bereits Maßnahmen anordnen, die erzieherisch auf den Jugendlichen einwirken. Die Heranziehung zu gemeinnützigen Arbeiten oder die Teilnahme an sozialen Trainings, aber auch Wiedergutmachungsleistungen an das Opfer haben sich als sehr sinnvoll erwiesen”, so Bamberger.
Wird die “Diversion” erfolgreich abgeschlossen, kann das Verfahren eingestellt werden. “Ziel des Jugendstrafrechts ist es, zügig und auf den Einzelfall abgestimmt auf Gesetzesverstöße junger Menschen zu reagieren. Dabei soll der in diesem Alter verbleibende erzieherische Spielraum genutzt werden. Wir wollen mit dazu beitragen, Jugendliche zu einem Leben ohne weitere Straftaten zu befähigen. Das ist die große Aufgabe, der wir uns im Jugendstrafrecht stellen”, betonte der Minister.
Quelle: Ministerium der Justiz, Rheinland-Pfalz - Medienstelle
Startseite - Veroeffentlicht von: Einstein am: 23. April 2008 um 7:45 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
Druckversion:
|
Bookmark Buttons:
1 Kommentar / Frage veroeffentlichtWeitere Beiträge zu diesem Themengebiet:
- Geld - begehrte Mangelware in allen Schichten
- Versuchte Brandstiftung am Rathaus in Landau
- Freisprüche vom Vorwurf der Bestechung und Bestechlichkeit
- Kein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der ARGE aufgrund Strafanzeige des Arbeitskreises Hartz IV
- Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem ungerechtfertigten Bezug von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz
- Durchsuchung in der Klink für Anästhesiologie
- Anklage wegen Mordversuchs im ARGE Gebäude in Kaiserslautern






