DGB warnt vor Euphorie: vor allem Leiharbeit boomt
Die Arbeitsmarktpolitik in der Region Berlin-Brandenburg muss nach Meinung des DGB auf den Prüfstand:
Doro Zinke, stellv. Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg kritisierte, dass 1-Euro-Jobs als schlechtestes arbeitsmarktpolitisches Instrument immer noch das Rennen machten (derzeit rd. 50.000). Sie verdrängten jedoch reguläre Beschäftigung und entzögen den Sozialkassen Millionen.
Der Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung müsse mit Vorsicht genossen werden, da allein in Brandenburg zwischen 1995 und 2005 die Beschäftigtenzahl um 140.000 reduziert worden sei. Stellen würden nunmehr vor allem in Teilzeit bzw. Leiharbeit geschaffen, die kaum Perspektiven böten. Die Entlohnung bei Leiharbeit liege bis zu 50 Prozent unter Tariflohn. Leiharbeiter würden im Schnitt nur vier Monate beschäftigt.
Beide Bundesländer täten sich schwer mit den neuen arbeitsmarktpolitischen Instrumenten wie Kommunal-Kombi und Öffentlichem Beschäftigungssektor, so die DGB-Vize. Berlin wolle nur noch 1.700 Menschen im öffentlichen Beschäftigungssektor fördern; Brandenburg habe sich für den Kommunal-Kombi entschieden, nutze aber die Möglichkeiten kaum aus: nur 600 von 11.300 finanziell abgesicherten Stellen seien derzeit besetzt. Die anklingende Euphorie über die Arbeitsmarktentwicklung teile der DGB deshalb nicht, so Zinke.
Quelle: DGB Berlin Brandenburg - PDF
Startseite - Veroeffentlicht von: Steinbock am: 2. Juli 2008 um 7:30 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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