DGB fordert Programm gegen drohende Altersarmut
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Bundesregierung auf, noch vor der Bundestagswahl ein Programm gegen künftige Altersarmut einzuleiten. Ein Kernelement dafür soll der Ausbau der gesetzlichen Rentenversicherung zur Erwerbstätigenversicherung sein, die bereits im Jahr ihrer Einführung finanzielle Spielräume in Höhe von 17 Mrd. Euro ermöglicht, wie eine Prognos-Studie belegt, die auf einer gemeinsamen Tagung von DGB, Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und Hans Böckler Stiftung (HBS) am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.
„Die Erwerbstätigenversicherung schafft neue Spielräume, um Altersarmut zu vermeiden und ist gerecht, weil auch Politiker und Manager ihren Beitrag zur solidarischen Finanzierung der Alterssicherung leisten,“ betonte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. „Dass der Kapitalmarkt keine Alternative für eine verlässliche Alterssicherung ist, sollte inzwischen jedem klar geworden sein. Auch deshalb brauchen wir die Erwerbstätigenversicherung.
Die Erwerbstätigenversicherung ist Teil des DGB-Konzepts für die Reform der Alterssicherung. Buntenbach unterstrich, dass weitere Schritte nötig seien, weil die Leistungen der gesetzlichen Rente um ein Viertel zusammengestrichen worden seien und so nicht mehr vor Armut im Alter schützen würden. Dieser Trend werde durch Langzeitarbeitslosigkeit, das ausufernde Lohndumping, die fehlende Absicherung von Erwerbsminderung und die Rente mit 67 noch verschärft.
Neben der Erwerbstätigenversicherung fordert der DGB deshalb:
- eine Aufwertung der Renten für Langzeitarbeitslose und Geringverdiener sowie die Rücknahme des Nachhaltigkeitsfaktors,
- eine bessere Absicherung bei der Erwerbminderungsrente ohne Abschläge für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig vom Arbeitsmarkt gedrängt werden,
- die Abschaffung der Rente mit 67 und statt dessen sozial abgesicherte Übergänge in den Ruhestand sowie die Eindämmung prekärer Beschäftigung und die Einführung flächendeckender Mindestlöhne von nicht unter 7,50 Euro die Stunde.
Quelle: Presse DGB
Startseite - Veröffentlicht am: 17. November 2008 um 10:30 Uhr - Haftungsausschluss ![]() |
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