Des deutschen Sparers Wunderhorn


Sie haben es gehört, gesehen oder gelesen. Ein paar Tage lang wurde verbreitet, die deutschen Sparer hätten wegen der Niedrigzinspolitik 436 Milliarden Euro eingebüßt. Das sei ein Verlust von 5.317 Euro für jeden Deutschen, würde man die Milliarden auf die Bevölkerung umlegen.

Da können Sie aber froh sein, dass Ihr Sparbuch nur unterdurchschnittlich bestückt ist! So haben Sie vielleicht nur 20, 50 oder 100 Euro verloren! Dafür trifft es die Reicheren um so kräftiger!

Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Es gibt ja noch zwei weitere Zahlen:

188 Milliarden Ersparnis seien zugleich bei den niedrigeren Zinssätzen für Kredite entstanden. Die müsse man gegenrechnen. Damit ergibt sich ein Saldo von 248 Milliarden Euro, so groß sei der tatsächliche Schaden für den deutschen Sparer.

Mein Gott! So blöd sind die deutschen Sparer! – Sie machen Schulden, um ihre Zinsverluste zu kompensieren!

Das sieht dann – beispielsweise – so aus:

Weil die auf dem Konto liegende Milliarde bei 0,03 Prozent Guthabenzins nur 300.000 Euro Zinsen einbringt, statt der gewohnten 30 Millionen bei 3 Prozent Zinsen, was einem Verlust von 29,7 Millionen entspricht, nehmen sie einen Kredit über eine halbe Milliarde auf, zu 1,0 Prozent Zinsen und zahlen dafür nur 5 Millionen, statt 25 Millionen bei 5 Prozent Zins, was einem Gewinn von 20 Millionen entspricht.

So schrumpft der Verlust von 29,7 Millionen auf 9,7 Millionen zusammen!

Ja, so blöd sind die deutschen Sparer.

Das will uns der Chefökonom der DZ-Bank doch tatsächlich weismachen – und die ARD verbreitet diesen Schwachsinn in ihrer täglichen Börsenberichterstattung.

( )

Quelle und vollständiger Artikel: Egon W. Kreutzer

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24. Mai 2017

1 Kommentar

  1. Verlust von 5.317 Euro ??

    Nein, dass wären die Zinsen, die jeder Bürger im Durchschnitt zu zahlen hätte.

    Auf die Konten der Superreichen, die Erspartes haben.

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