Der schöne (Gut)Schein
Der schöne (Gut)Schein - (Nicht nur) Hamburger Kinderbetreuungssystem ein fragwürdiges Modell
Mit ihrem plumpen Täuschungsmanöver für Vollzeit-Eltern - Betreuungsgutscheine statt Betreuungsgeld (vgl. z.B. HBF 2007) - ist die Bundesfamilienministerin vorläufig an den Bundesländern gescheitert (HPL). Allerdings hält sie Gutscheine weiterhin für ein “brillantes Instrument der frühkindlichen Bildung”, das möglicherweise ab 2013 zum Zug kommen könnte. (HPL).
Angespornt wird die Ministerin dabei - wie üblich - vom Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut (DIW, HPL) und dem Gutscheinsystem, das in Hamburg seit 2003 praktiziert wird (HPL). Die dort zu beobachtende, massive Polarisierung zwischen Kindern aus gutsituierten Haushalten und Haushalten mit sozial-schwachem oder Migrationshintergrund glaubt die Ministerin verhindern zu können (HPL). Allerdings zeigen (nicht nur) die Hamburger Erfahrungen, daß dieses theoretisch plausible Wettbewerbsmodell an den lebenden “Wirtschaftssubjekten” noch weitere “Kollateralschäden” verursacht - vor allem dann, wenn es - ähnlich wie bei der Pflegeversicherung (Stichwort: ambulante Pflegedienste) - in der bei der Kinderbetreuung bislang üblichen (HPL) Sparversion umgesetzt wird (HPL).
Diese Einschätzung bestätigt auch die gestrige Ankündigung der Ministerin, den Ausbau von Betriebskrippen mit 50 Millionen zu subventionieren. Hatte ihr Ministerium nicht jahrelang der Wirtschaft vorrechnen lassen, daß die Betriebe durch familienfreundliche Maßnahmen Renditen bis zu 25% erwirtschaften könnten (HPL)? Offensichtlich rechnen die Betriebe in der Praxis doch anders als die Auftragsinstitute der Regierung.
Quelle: Heidelberger Büro für Familienfragen und Soziale Sicherheit
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