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Der Gasmarkt funktioniert nicht - Verbraucher sollten ihren Versorgern einheizen

Eine aktuelle Studie von Professor Uwe Leprich, Technikhochschule in Saarbrücken und Gunnar Harms, Kölner Gashandelsexperte belegt, dass die deutschen Gasversorger nur etwa die Hälfte der Preissenkungen beim Einkauf an die Verbraucher weiter geben. Damit findet die Auffassung der Verbraucherzentrale, dass der Gasmarkt nicht funktioniert und die Preise überhöht sind, wissenschaftliche Bestätigung. Zu Lasten der Verbraucher erzielen die Gasversorger zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe. Ursache ist, dass der Gasmarkt nach wie vor von wenigen großen Importeuren und Versorgern bestimmt wird. “Die Gasimporteure müssten dazu verpflichtet werden, einen Teil ihrer Menge an Wettbewerber abzugeben”, so Prof. Leprich. Hier ist die Politik gefordert zu handeln.

Doch auch die Verbraucher haben Möglichkeiten auf den Gasmarkt Einfluss zu nehmen und sollten sich diese Chance nicht entgehen lassen. Sie sollten die Gaspreise sorgfältig vergleichen. Denn inzwischen gibt es auch in großen Teilen Schleswig-Holsteins eine Vielzahl von Gasanbietern, darunter viele neue und auch regionale Anbieter. Die Preisunterschiede sind erheblich. Sie variieren auch innerhalb Schleswig-Holsteins stark. Daran wird deutlich, dass der Wettbewerb noch unterschiedlich ausgeprägt ist. Selbst wenn man keine Kaution und Vorauskasse leistet kann man bei einem Verbrauch von 20.0000 kWh z. B. in Kiel und Umgebung über 300 € im Jahr bzw. etwa 25 % sparen.

Bei der Wahl eines neuen Anbieters empfiehlt die Verbraucherzentrale folgendes zu beachten:

- Einen Anbieter mit Preisgarantie wählen. Die gibt es bis zu 24 Monate.
- Keine langfristigen Verträge abschließen, um bei möglichen weiteren Preissenkungen erneut wechseln zu können. Auch hier hat sich eine Menge getan. Es gibt bereits Gasanbieter, die Verträge mit einer monatlichen Laufzeit und vierwöchigen Kündigungsfrist anbieten.
- Neuen und kleineren Anbietern eine Chance geben um den Markt zu beleben.
- Die Kündigung des bisherigen Vertrages sollte dem neuen Versorger überlassen werden, d.h. nicht selbst den alten Vertrag kündigen.
- Die Preise regelmäßig vergleichen und ggf. erneut wechseln, beides ist im Internet einfach durchzuführen. Kunden ohne Internetzugang können die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein aufsuchen und erhalten dort entsprechende Informationen.

Durch Wechsel des Anbieters und aktives Nutzen des Gasmarkts können die Gaskunden ihrem Unmut über überhöhte Preise Nachdruck verleihen und Signale setzen. “Nur wenn die Kunden Monopolverhalten bestrafen, entsteht Druck auf die Versorger die Senkung ihrer Einkaufspreise an die Gaskunden weiter zu geben. Dabei muss niemand fürchten, dass ihm der Gashahn zugedreht wird”, so Margrit Hintz stv. Geschäftsführerin.

Quelle: Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

Startseite - Veröffentlicht am: 20. April 2009 um 7:45 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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