Das, was wir derzeit erleben, ist eine vorübergehende Schwächephase
Stefan Kooths, Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), zu den Branchen-Aussichten für das 3. Quartal:
“Es sind die Dienstleister, die uns hier überhaupt noch im positiven Bereich halten. Die Industrie, die uns zuletzt die Wachstumsschübe beschert hat, wird sogar leicht schrumpfen, aber auch hier gilt eben die Anmerkung, dass wir von einem sehr hohen Ausgangsniveau herkommen. Und die Bauwirtschaft wird wahrscheinlich einen sehr lauen Sommer erleben. Da ist weder nach oben noch nach unten sehr viel zu erkennen.”
Mit einem mittelfristigen Ausblick:
“Unser Ausblick für die weiteren Quartale, auch für das nächste Jahr, signalisiert wieder steigende Quartalswachstumsraten. Von daher sind wir grundsätzlich der Meinung, dass die deutsche Konjunkturdynamik noch intakt ist. Das, was wir derzeit erleben, ist eine vorübergehende Schwächephase.”
Weiter:
“Insgesamt geht es den Unternehmen noch sehr gut. Sie verdienen noch ordentlich. Und von daher sind wir zuversichtlich, dass sich hier auch die Industrie demnächst wieder deutlich stärker zeigt als im Augenblick.”
Zum langsameren Wachstum der Wirtschaft im 3. Quartal:
“Wir dürfen nicht vergessen, wir kommen von einem sehr hohen Sockel – nämlich einem sehr starken ersten Quartal. Und von daher reicht auch dieses sehr schwache Wachstum immer noch aus, um am Ende des Jahres etwa auf ein Wachstum von 2,7 Prozent zu kommen.”
Kontext:
Nach dem furiosen Jahresauftakt dürfte die deutsche Wirtschaft nach DIW-Einschätzung deutlich langsamer gewachsen sein. Für die Monate April bis Juni sei ein Wachstum von 0,2 Prozent zu erwarten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Für das dritte Quartal rechnen die Berliner Forscher mit 0,3 Prozent.
Quelle: N-TV
Kommentar Sozialticker: … ja so ist das mit den traumhaften Prozenten, Statistiken und Erwartungen - aber bekanntlich stirb die Hoffnung zum Schluss -nach dem Wachstum.
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1. ... Kommentar von alex
am Freitag, 11.7.2008.
Unsere Wirtschaft wächst seit langem nur noch dadurch, in dem die Betriebe Kosten einsparen. Anders ist Wirtschaftswachstum in einer gesättigten Marktwirtschaft auch kaum noch machbar.
Ein neuer Trend: eine Firma gründet eine eigene Zeitarbeitsfirma, die für die Firma Mitarbeiter rekrutiert und an diese ausleiht (natürlich steht im Arbeitsvertrag, dass man nur an die Firma, der die Zeitarbeitsfirma gehört, ausgeliehen wird). Das wird wohl oder übel die Zukunft der deutschen Wirtschaft werden. Eine klitzekleine Stammbelegschaft und der Rest der Mitarbeiter über die firmeneigene Zeitarbeitsfirma. So kann man ganz prima die Tarife umgehen, den Kündigunsschutz faktisch aushebeln und Mitarbeiter recht flexibel einstellen und wieder rauswerfen. Als Lohn gibts nur noch einen niedrigen Grundlohn und der Rest über Leistungszulage, die flexibel an die wirtschaftlichen Bedingungen des Unternehmens angepasst werden kann.
Die Politiker feiern natürlich die dadurch enstehenden Arbeitsplätze, die beim nächsten Wirtschaftstief genauso schnell verschwinden werden, wie sie entstanden sind.
Zeitarbeit 2.0 - die neue Seifenblasenwirtschaft - : Sieht schön aus, platzt aber bei der leichtesten Erschütterung. Und diese kann schneller kommen, als das nächste Wahljahr.
Davor hat die große Koalition doch mittlerweile die größte Angst: Dass die potjemkische Wirtschaftsfassade, die diese Koalition in ihrem Größenwahn aufgezogen hat um das Volk zu belügen, noch vor dem nächsten Wahljahr umfällt. Das große Zittern der großen Koalition: Hält die Pappe, zusammengetackert und mit Tesafilm befestetigt lange genug, damit das Volk die hässliche Wirklichkeit nicht bemerkt? Ich glaube die nächste Krise steht schon vor der Tür und wird alles zum Einsturz bringen.
2. ... Kommentar von Steinbock
am Freitag, 11.7.2008.
Als Lohn gibts nur noch einen niedrigen Grundlohn und der Rest über Leistungszulage …
Der Rest zum Überleben kommt bereits schon aus Hartz IV Geldern dann als Aufstocker … und als Schwächephase kann ich dies auch nicht erkennen, sondern eher als freien Fall aller Branchen.
3. ... Kommentar von alex
am Freitag, 11.7.2008.
“und als Schwächephase kann ich dies auch nicht erkennen, sondern eher als freien Fall aller Branchen.”
Dito…
4. ... Kommentar von Martin Obenaus
am Freitag, 11.7.2008.
Schön wenn ”Dienstleister” wachsen! Der Trend Zeitarbeit wird gerade zu von Leistungsträgern unterstützt! Besonders gut anwendbar: Baubetrieb & Zeitarbeitsfirma = Nahezu konkurrenzlos, da Facharbeiterlöhne unter den Tisch fallen. Eine weitere erfolgreich umgesetzte Wirtschaftsbremse- EU- Fördermittel schwächen das deutsche Bruttosozialprodukt nachhaltig, zum Schaden der deutschen Marktwirtschaft. Fördermittel für Firmen- die ihren Standort ins Ausland verlegen. Noch ein Beispiel: ”Private Investoren” erwerben Rechte an Volseigentum- Notfalls mit Anschubfinanzierung: Baustellen auf deutschen Autobahnen. ( Gedacht ist es die Maudstationen zu verpachten).
Erste erfolgreiche Umsetzung modernen Raubrittertums: Privatisierung eines Tunnels in Lübeck- hier endet eine öffentliche Strasse vor einem privatisierten Tunnel: Man hat nicht die Freiheit zu wenden- also muss man kräftig bezahlen.
Lägerfristig ist dank Agenda und anstehender Europaverfassung eine völlige Entmündigung des Volkes zu erwarten. Einführung von tariffeindlicher Beschäftigungspolitik durch Förderung von Zwangsarbeit ( Eingliederung- auf dem 2. Arbeitsmarkt). Parteipolitik in Form einer Demokratie führt zur Machtverlagerungen und es besteht die Gefahr einer 2 Klassengesellschaft in ganz Europa. Es gilt die Demokratie zu verbessern, so das Vertreter des Volkes z.B. Der Gewerkschaften und Sozialverbände mehr Rechte erhalten. Die Politik widmet sich unzureichend den sozialen und wirtschaftlichen Interessen des Volkes, man verweigert das Recht zur Volksabstimmung. Das ” Harmonisieren” von Statistiken dient der Vorteilshabe europäisch global finanzierbare Parteipolitik umzusetzen. Machtlos müssen wir das hinnehmen- obwohl diese Poltik insgesamt sehr stark befangen und fehlerhaft, uns scheinbar leichtfertig umgesetzt wird. Das deutsche Grundgesetz und die Wahrnehmung der Menschenrechte müssen den Interessen finanzierter Parteipolitik scheinbar weichen. Workefare und Tafelgärten = kapitalistische Umsetzung von Arbeitswang unter Androhung auf ein menschwürdiges soziales Dasein zu verzichten.
Hier erwartet ”deutsche” und eurpäische Demokratie die grösste politische Herausforderung aller Zeiten! Doch habe ich Bedenken und ernsthafte Zweifel das diese Demokratie und auch der Bundesrat selbst dieser Verantwortung gewachsen scheint- ohne die Stimme und Vertrauen des Volkes.
Martin Obenaus
5. ... Kommentar von alex
am Samstag, 12.7.2008.
Das war doch von Anfang an der Sinn der EU. Die Entmündung des Volkes durch die Unterhölung der Demokratie. Vor allem können sich die Politiker des jeweiligen Landes wunderbar hinter der EU verstecken und eine Politik gegen das eigene Volk betreiben. “Wir wollen das doch gar nicht, aber die EU hat das so beschlossen und wir müssen es umsetzen” heißt es dann, wenn man mal wieder eine “Reform” gegen das Volk im eigenen Land umsetzen muss.
Dazu passt auch folgende Nachricht: EU Abgeordnete schaffen sich eigene Steueroase (http://www.mmnews.de/index.php/20080702570/MM-News/EU-Abgeordnete-schaffen-sich-eigene-Steuer-Oase.html)
Mal schauen, welche Wohltaten sich die EU Abgeordneten in Zukunft noch so verordnen werden.
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