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Donnerstag, der 04. Dezember 2008 Tip  Ihre Pressemitteilung / News einreichen   English  English flag    French  French flag

 

Caritas fordert Erhöhung des Kinderregelsatzes und Weiterentwicklung des Kinderzuschlages

Teilhabe von Kindern durch befähigende Sachleistungen sichern

“Wichtig ist, dass bei armen Kindern das ankommt, was sie zu einem guten Aufwachsen brauchen”, fordert der Präsident des Deutschen Caritasverbandes (DCV), Peter Neher, bei der Vorstellung eines Konzepts zur wirkungsvollen Bekämpfung von Kinderarmut heute in Berlin. Notwendig sei neben einer besseren materiellen Absicherung auch die individuelle Unterstützung und Befähigung.

Neher kritisiert, dass es in Deutschland keinen eigenständig berechneten Kinderregelsatz in der Grundsicherung gibt. Kinder bekommen nur einen prozentualen Anteil des Regelsatzes eines alleinstehenden Erwachsenen. Der DCV hat in seinem Vorschlag Kinderregelsätze berechnet, in denen die tatsächlichen Ausgaben für Kinder berücksichtigt sind. Die Berechnungen des DCV zeigen, dass die Regelsätze deutlich angehoben werden müssen, um bedarfsdeckend zu sein: Für Kinder unter sechs Jahren auf 250 Euro (39 Euro mehr), für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren auf 265 Euro (54 Euro mehr) und für Kinder über 13 Jahre auf 302 Euro (21 Euro mehr). Die Regelsätze müssten zudem regelmäßig an die steigende Inflationsrate angepasst werden.

Die Caritas will den Kreis der Familien im Arbeitslosengeld II-System nicht erhöhen. Deshalb fordert Neher: „Der Kinderzuschlag soll Familien im niedrigen Einkommensbereich außerhalb des Arbeitslosengeld II absichern.“ Hierzu muss der Kinderzuschlag ausgebaut werden. In einem konsistenten Vorschlagspaket werden unter anderem die Einführung der Wahlfreiheit zwischen Kinderzuschlag und Arbeitslosengeld II und die Aufhebung der bisher geltenden Höchsteinkommensgrenzen gefordert. Auch die Abschmelzraten beim Kinderzuschlag müssten von derzeit 50 Prozent auf 30 Prozent abgesenkt werden. „Wir wollen mit dem neuen Kinderzuschlag zusammen mit dem Kindergeld eine einkommensabhängige Kindergrundsicherung  erreichen“, so Neher.

Um Kindern aus benachteiligten Familien bessere Chancen zu eröffnen, seien für sie zudem befähigende Sachleistungen wie die Wiedereinführung der Lehrmittelfreiheit in allen Bundesländern, kostenloser Nachhilfeunterricht und die kostenlose Teilnahme in Musik- und Sportvereinen erforderlich. Neher fordert Bund, Länder und Kommunen zu gemeinsamen Anstrengungen auf, damit auch arme Kinder wirkliche Teilhabe- und Bildungschancen erhalten.

Vorschlag des DCV zur Bekämpfung der Kinderarmut

Quelle: Deutscher Caritasverband e.V.

Startseite - Veroeffentlicht von: Einstein   am: 7. Oktober 2008 um 13:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie moechten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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2 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Steinbock am Dienstag, 7.10.2008.

LINKE unterstützt Caritas-Konzept gegen Kinderarmut

DIE LINKE unterstützt die Forderungen der Caritas nach einer Neubemessung der Hartz IV-Regelsätze für Kinder. “Wir brauchen eine kinderspezifische Bedarfsanalyse, die die realen Kosten für gesunde Ernährung, Kleidung, Bildung und die Teilnahme an kulturellen Angeboten berücksichtigt”, so Diana Golze, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion. Der heutige Hartz IV-Regelsatz für Kinder sei lediglich von dem für Erwachsene abgeleitet und decke in keiner Weise den besonderen Bedarf von Kindern. Golze weiter:

“Es kann nicht sein, dass Kinder in Deutschland gezwungen sind, Suppenküchen aufzusuchen. Um das zu vermeiden, sollte der Kinder-Regelsatz auf rund 300 Euro angehoben werden. Mit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 wurde Kindern und Jugendlichen ab sieben Jahren der so genannte Wachstumsbedarf aberkannt. Bis heute ist die Bundesregierung nicht bereit, diese Kürzung wieder zurück zu nehmen.

DIE LINKE unterstützt auch die Caritas-Forderung nach einem Ausbau des Kinderzuschlags. Damit erwerbstätige Eltern mit Kindern gar nicht erst in Hartz IV fallen, muss der Kinderzuschlag von bisher maximal 140 Euro auf 200 Euro für unter 14-jährige und 270 Euro für 14-jährige und ältere Kinder erhöht werden. Gemeinsam mit einer Erhöhung des Kindergelds auf 200 Euro wäre damit der Grundstein für eine bedarfsorientierte Kindergrundsicherung in Höhe von 420 Euro gelegt, wie DIE LINKE sie fordert.”

Quelle: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Pressestelle


2. ... Kommentar von Resignator2008 am Dienstag, 7.10.2008.

Interessant ist ja, das die IAB mit Zehn Milliarden Euro mehr im Jahr bei einem Regelsatz von 420 Euro rechnet. Klingt etwas viel, wenn man aber bedenkt, das die Bundesregierung gerade 50 Milliarden Euro einer Bank hinterher geworfen hat, weil… ja, warum eigentlich?

Hmm. 5 Jahre ein erträglicheres Leben für Millionen von deutschen oder ein “Dudu, böse Bank hier hast du Geld und mach so weiter wie bevor.”.

Warum fühle ich mich jetzt nur furchtbar depressiv?


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