Cannabis – und schon kommen die Knüppel aus dem Sack


Probleme mit Cannabis als Medizin.

Berlin: (hib/PK) Probleme bei der Ausgabe von Cannabis als Medizin sind Thema einer Kleinen Anfrage (18/13236) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Seit dem 10. März 2017 sei die Vorschrift in Kraft, die die Verordnung von Cannabis als Medizin sowie eine Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen ermögliche.

Patienten berichteten jedoch, dass Krankenkassen die Kostenerstattung nicht genehmigten, obwohl der behandelnde Arzt zuvor die Notwendigkeit der Therapie mit Cannabis bestätigt habe. Auch in Fällen, in denen bereits eine Ausnahmegenehmigung vorliege, werde die Kostenerstattung mitunter nicht genehmigt. Hinzu kämen die gestiegenen Kosten für Medizinalhanf.

Die Abgeordneten wollen von der Bundesregierung nun Details über die jüngste Entwicklung erfahren.

Quelle: Deutscher Bundestag

8. August 2017

2 Kommentare

  1. Sozialticker

    29. August 2017 um 18:40

    Keine Änderung bei Cannabis-Gesetz.

    Berlin: (hib/CHE) Die Bundesregierung plant nicht, den Genehmigungsvorbehalt der gesetzlichen Krankenkassen bei der Kostenerstattung für eine Cannabistherapie abzuschaffen. Das schreibt sie in ihrer Antwort (18/13352) auf eine Kleine Anfrage (18/13236) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Der Genehmigungsvorbehalt werde dem Ausnahmecharakter der Regelung gerecht. Die Erstattung von weiteren Arzneimitteln auf Cannabisbasis werde ermöglicht, obwohl für sie kein Wirksamkeitsnachweis vorliegt, wie er ansonsten nach dem Arzneimittelgesetz für zugelassene Fertigarzneimittel nötig ist, heißt es in der Antwort weiter.

    Quelle: Deutscher Bundestag

  2. Sozialticker

    29. August 2017 um 18:54

    Kein Cannabis bei anderweitigen Therapieoptionen.

    Ein 67-jähriger, schwerbehinderter Antragsteller aus Remscheid war vor dem Sozialgericht Düsseldorf mit seinem Eilantrag gegen die gesetzliche Krankenkasse pronova BKK auf Übernahme der Kosten seiner Cannabisversorgung erfolglos.

    Der Antragsteller leidet an Polyarthritis und Morbus Bechterew. Er machte geltend, dass die Standardtherapien bei ihm schwerwiegende Nebenwirkungen ausgelöst hätten. Seit dem Beginn der Cannabisbehandlung im Jahr 2008 habe er keine Krankheitsschübe mehr gehabt, die Schmerzen und sonstigen Nebenwirkungen seien zurückgegangen. Er habe zuletzt für etwa zwei Monate rund 2.100,00 Euro für Cannabismedikamente finanzieren müssen und könne dies nicht mehr. Die pronova BKK lehnte die Kostenübernahme ab. Es sei auf Grundlage der ärztlichen Unterlagen unklar, welche Therapieoptionen der Antragsteller ausprobiert habe.

    Die 27. Kammer des Sozialgerichts Düsseldorf folgte der Argumentation des Antragsgegners. Eine Kostenübernahme für Cannabis setze voraus, dass bei schwerwiegender Erkrankung entweder keine anerkannte Behandlung zur Verfügung stehe oder eine solche nach der begründeten Einschätzung des behandelnden Arztes im konkreten Fall nicht in Betracht komme. Zusätzlich müsse die Aussicht auf eine positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf bestehen.

    Für die schwerwiegende Erkrankung des Antragstellers stünden den medizinischen Standards entsprechende Leistungen zur Verfügung, z.B. eine Therapie mit MTX oder Immunsuppressiva. Den vorliegenden medizinischen Unterlagen sei auch keine begründete Einschätzung des behandelnden Vertragsarztes zu entnehmen, dass eine entsprechende Therapie beim Antragsteller nicht zur Anwendung kommen könne. Eine Rheumabasistherapie liege beim Antragsteller schon mindestens 16 Jahre zurück. Unter Berücksichtigung des medizinischen Fortschritts könne nicht angenommen werden, dass alle aktuellen Behandlungsoptionen ausgeschöpft seien.

    Beschluss vom 08.08.2017 – S 27 KR 698/17 ER – nicht rechtskräftig –

    Quelle: Presseservice des Ministeriums der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen

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