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Bundeswehr-Offensive an Schulen stoppen

Bild: Bundestagsfraktion DIE LINKE im Bundestag“Die Bundeswehr bläst zur Offensive an der Schulfront”, fasst Ulla Jelpke die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE zum Einsatz von Jugendoffizieren zusammen (BT-Drs. 17/1315). “Dieser Angriff muss gestoppt werden”, fordert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion. “Schulen müssen Bildungsstätten bleiben und dürfen nicht zu Orten militärischer Indoktrination werden. Militärs haben dort nichts zu suchen.”

Jelpke weiter:

“Die Bundeswehr indoktriniert mit ihren Jugendoffizieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch das Lehrpersonal. Jugendoffiziere haben im vergangenen Jahr 115.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Wehrdienstberater konnten in den Schulen gar vor 281.000 Jugendlichen auftreten. Immer mehr Junglehrer lassen sich vom Militär ‘einbetten’. Die Zahl der Referendare, die Ausbildungsangebote der Bundeswehr nutzen, ist seit dem Jahr 2003 von 50 auf nunmehr 1.073 hochgeschnellt. Weitere 3.266 Lehrer haben im vergangenen Jahr Fortbildungen beim Militär besucht.

Auf Initiative der Bundeswehr haben in den letzten zwei Jahren vier Landesregierungen Kooperationsvereinbarungen mit ihr abgeschlossen – Nordrhein-Westfalen, Saarland, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In Mecklenburg-Vorpommern steht die Unterzeichnung kurz bevor. Ziel der Abkommen ist es, dem Einsatz von Jugendoffizieren einen offiziellen Segen zu erteilen und so die Nachfrage nach Jugendoffizieren zu erhöhen. Die Strategie war laut Regierungsantwort in Nordrhein-Westfalen bereits erfolgreich.

Aus einem aktuellen Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, das fordert, zur Gewährleistung der Neutralität des Bildungsauftrages müssten neben Jugendoffizieren auch Militärkritiker zu Wort kommen, will die Bundesregierung keine Konsequenzen ziehen. Sie behauptet, die militärpolitische Schulung helfe den Schülern, ’sich ein eigenes Urteil bilden zu können’. Dabei werden Jugendoffiziere selbst auf der Bundeswehr-Homepage als ‘Öffentlichkeitsarbeiter der Bundeswehr’ bezeichnet. Sie unterrichten nicht wertfrei, sondern betreiben Militärpropaganda.”

Quelle: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Pressestelle

Startseite - Veröffentlicht am: 29. April 2010 um 10:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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3 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Amadeos am Donnerstag, 29.4.2010.

Wenn man solche Dinge lesen muß, da wird einem echt Angst.

Irgendwie erinnert mich das an die 30-ger Jahre mit der Hitlerjugend
und an die militärische Ausbildung von Jugendlichen in der GST zur
Zeiten der Deutsche Demokratische Republik.

Es macht einen sehr traurig, dass es wieder mal soweit ist.


2. ... Kommentar von Halimar am Donnerstag, 29.4.2010.

Es muß jeder selbst wissen, ob er sich für diese Gesellschaft und ihrer Politiker als Kanonenfutter zu Verfügung stellt oder nicht. Ich persönlich würde meinen Kindern verbieten selbst einen einzigen Gedanken darüber zu verschwenden. Die ganze Sache stinkt zum Himmel. Irgendwie klingt es, als wäre das eine Vorbereitung auf einen großeren Krieg.
Das hate doch Deutschland schon mal. Hatte es damals noch nicht gereicht?


3. ... Kommentar von Sabine und Tanja am Freitag, 30.4.2010.

@Halimar:

“Es muß jeder selbst wissen…”
“Ich würde meinen Kindern verbieten, selbst einen einzigen Gedanken…”

???


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