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Bundesregierung: Altersarmut kein drängendes Problem in Deutschland

Berlin: (hib/TYH) Altersarmut ist derzeit kein verbreitetes Phänomen in Deutschland, dennoch muss die zukünftige Entwicklung sorgfältig beobachtet werden. Dies ging aus einer Unterrichtung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe durch die Bundesregierung am Mittwochnachmittag hervor. Wer bedürftig sei, erhalte die 2001 eingeführte Grundsicherung, sagte ein Regierungsvertreter. ”Und wer Grundsicherung bezieht, ist nicht arm.“ Seit Ende 2008 empfangen laut Bundesregierung rund 400.000 Menschen eine Grundsicherung. Die Zahl habe sich seitdem nicht nennenswert verändert. Jedoch würden mehr Frauen als Männer die Leistung in Anspruch nehmen, auch sei die Zahl in den neuen Bundesländern höher als in den alten.

Wie sich die Zahl in Zukunft entwickeln werde, könne nicht begründet gesagt werden, betonte die Bundesregierung. Jedoch sehe sie ”durchaus das Risiko eines Anstiegs“, etwa durch die steigende Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern und die teils unvollständige Absicherung von Selbstständigen. Um der kommenden Entwicklung zu begegnen, werde nach der Sommerpause ein ”Regierungsdialog Rente“ ins Leben gerufen.

In jedem Fall würden die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte durch die Grundsicherung nicht gefährdet, sagte der Regierungsvertreter. Sie sichere das physische und soziokulturelle Grundbedürfnis und gewährleiste eine ”würdige und unabhängige Existenz“.

Angesichts des weltweiten Elends müsse man gleichwohl nachdenklich sein, wenn von Altersarmut in Deutschland die Rede sei, hieß es aus der Unionsfraktion. Mit Grundsicherung sei keiner arm, dennoch müsse die Entwicklung beobachtet werden. Auch werde in mancher Biographie keinerlei Altersvorsorge getroffen.

”Wir dürfen die Situation nicht dramatisieren, trotzdem gibt es Bedürftigkeit im Alter“, betonte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Manchen Personen, etwa in Scheinselbstständigkeit, bliebe am Ende des Monats kein Geld zum Zurücklegen. Diese Personen hätten ihre Situation nicht selbst verschuldet. Für diesen Fall stellte die Fraktion das Modell einer Garantierente zur Diskussion.

Zwar habe sich die Situation seit Einführung der Grundsicherung verbessert, meinte die SPD-Fraktion. Jedoch sei bekannt, dass sich damit keine ”großen Sprünge“ machen ließen angesichts der Mietpreise und ständig steigender Heizkosten. ”Tatsache ist, dass die gebrochenen Erwerbsverläufe in Zukunft eine katastrophale Entwicklung bei der Rente ergeben werden.“

Mit dem geplanten Regierungsdialog werde die Verantwortung für die zukünftige Rentenentwicklung übernommen, betonte die FDP-Fraktion. Jedoch dürfe nicht nur am Ende des Lebens angesetzt werden, sondern schon vorher. So müsse etwa die Situation der Soloselbstständigen verbessert werden.

Die Prognosen seien beängstigend, fand die Fraktion Die Linke. Ende 2009 hätten 7,3 Millionen Menschen Minijobs ausgeübt, 70 Prozent von ihnen Frauen. Diese hätten minimale oder keine Rentenansprüche. Schon jetzt sei gegen Ende des Monats der Anteil älterer Frauen etwa bei Bahnhofsmissionen besonders hoch. ”Sie schämen sich, zu den Ämtern zu gehen.“

Quelle: Deutscher Bundestag - Pressestelle

Startseite - Veröffentlicht am: 9. Juni 2011 um 12:00 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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7 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Britwei28 am Donnerstag, 9.6.2011.

In jedem Fall würden die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte durch die Grundsicherung nicht gefährdet, sagte der Regierungsvertreter. Sie sichere das physische und soziokulturelle Grundbedürfnis und gewährleiste eine ”würdige und unabhängige Existenz“.

Bevor man solche Aussagen macht, sollte sich dieser gute Mann mal fragen, warum so viele Rentner nebenbei, wie bei uns, noch Zeitungen austragen! Das machen sie bestimmt nicht zum Spass!
Mir wäre es recht, wenn man den Alltag dieser Rentner mal mitmacht! Vielleicht wird man dann nicht mehr mit solchen Scheuklappen vor den Augen herumlaufen!


2. ... Kommentar von jogybär am Donnerstag, 9.6.2011.

Ist doch ganz klar, das die Altersarmut nicht im Fokus dieser asozialen Regierung steht.
Diese ist doch permanent mit Problemen im Ausland beschäftigt.
Langsam sollte man sich fragen, ob wir so eine Regierung überhaupt noch brauchen.
Ob im Verbraucherschutz,bei der Arbeits und Sozialpolitik, Gesundheitspolitik wohin man sieht Probleme.Werden diese dann akut,tönt es aus allen Rohren mit der Beschwichtigungs,-Lügen und sonstigen Berichterstattung.
Weit sind wir gekommen mit Leuten, die geschworen haben alles zum Wohl des Volkes zu tun.
Fragt sich nur welcher Teil des Volkes,und aus welchem Land?


3. ... Kommentar von Dömms am Donnerstag, 9.6.2011.

Guten Tag,

es ist deutlich geworden das diese Politiker Ihren Auftrag mißbrauchen und erstmal Ihren eigenen Vorteil suchen.

Zum Beispiel : Da fliegt die Kanzlerin mit ein ganzen Stab von Ministern in die USA und Sie feiern sich alle miteinander recht schön.

Das ich einen von diesen Kanidaten jetzt einmal bei unseren Soldaten blicken lassen würde,da kann ich lange warten,

Sie lassen Sie lieber alleine im Zinksarg zurück kommen und erzählen dann wie wichtig dieses ganze Getue alles sei, usw. Traurig,


4. ... Kommentar von Tom_ am Freitag, 10.6.2011.

Und genau deshalb laufen die Vorbereitungen zur Klage wegen der Höhe der Grundsicherung. Immerhin ist die Leistung genauso “üppig” wie die des SGB II, kein Wunder…ist ja auch identisch. Es wird interessant werden.


5. ... Kommentar von Braunes Hartz am Freitag, 10.6.2011.

“…hieß es aus der Unionsfraktion. Mit Grundsicherung sei keiner arm…”

Eine bodenlose Frechheit !


6. ... Kommentar von Tom_ am Freitag, 10.6.2011.

Ich hoffe es gelingt uns ihnen die Frechheit auszutreiben.


7. ... Kommentar von Tom_ am Samstag, 11.6.2011.

Kurze Aktualisierung. Uns war klar, dass der Kampf um eine höhere Grundsicherung für Rentner nicht ohne Hilfe möglich sein würde. In diesem Zusammenhang haben wir uns an diverse Verbände, aber auch Parteien gewandt. Die schnellste Absage erhielten wir leider von der Partei “Die Linke”. Man sei nicht interessiert, schließlich würde man sich ja schon intensiv um das SBG II kümmern. Nun ja…

Aber es gab auch eine sehr gute Nachricht von einem Verband. Man teilte uns schriftlich und verbindlich mit, dass man ab dem BSG, als auch für das BVerfG die Kosten übernehmen würde. Dadurch ist ein entsprechend guter Anwalt finanzierbar geworden.


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