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Bundesagentur will Potenziale der Zeitarbeit nutzen

Bundesagentur will Potenziale der Zeitarbeit nutzen - Mindeststandards mit Unternehmen vereinbart

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will die Potenziale der Zeitarbeit noch stärker für Arbeitslose nutzen. Dazu hat heute in Nürnberg BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker mit 15 der größten Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland Kooperationsvereinbarungen unterzeichnet. “Mit diesen Vereinbarungen stellen wir die Zusammenarbeit mit den Zeitarbeitsfirmen auf eine neue Basis: Wir haben Standards der Zusammenarbeit vereinbart”, sagte Becker. “Damit wird die Arbeit reibungsloser – wir können den Bedarf der Zeitarbeitsfirmen besser decken und so Arbeitsuchende wieder in Beschäftigung bringen. Beide Seiten profitieren von dieser Kooperation.“

“Die Zeitarbeitsbranche gehört zu den Branchen, in denen momentan die meisten Arbeitsplätze entstehen”, sagte Ingrid Hofmann, Vizepräsidentin des Bundesverbands Zeitarbeit Personaldienstleistungen e.V. (BZA) und Geschäftsführerin von Hofmann Personal Leasing. “Viele erfolgreiche Unternehmen sichern die dringendst notwendige Flexibilität im Personalbereich durch Zeitarbeitnehmer. Und wir gehen davon aus, dass das zukünftig sogar noch zunehmen wird. Der Bewerbermangel ist bereits deutlich zu spüren. Darum hoffen wir, dass durch diese engere Kooperation die offenen Stellen schneller besetzt werden können.“

Die Zeitarbeit hat sich in den vergangenen Jahren als Boombranche erwiesen. 1996 gab es 180.000 Leiharbeitnehmer, zehn Jahre später waren es fast 600.000. Im internationalen Vergleich gibt es in Deutschland aber noch Wachstumspotenzial. In Deutschland liegt der Anteil der Zeitarbeiter bei gut zwei Prozent, in Ländern wie Frankreich und Großbritannien ist er doppelt so hoch. „Wir müssen selbstkritisch sagen, dass es auf unserer Seite lange Zeit durchaus Vorbehalte gegen Zeitarbeit gab. Das ist zum Glück mittlerweile anders. Der Gesetzgeber hat das Arbeitnehmerüberlassungsrecht liberalisiert und die Branche hat selbst viel für ihr Image getan. Für uns sind die Firmen Arbeitgeber wie jeder andere, allerdings mit einem besonderen Potenzial. Das bringen wir mit den Kooperationsvereinbarungen zum Ausdruck“, betonte Becker.

In den Vereinbarungen verpflichtet sich die BA, die spezifischen Bedürfnisse der Zeitarbeitsunternehmen so weit wie möglich zu berücksichtigen. Die Agenturen benennen in ihrem jeweiligen Arbeitgeberservice persönliche Ansprechpartner für die einzelnen Zeitarbeitsunternehmen. Ziel aller Aktivitäten ist es, die von den Unternehmen gemeldeten offenen Stellen schnell und passgenau zu besetzen. Die BA stellt für die Zusammenarbeit ihre IT-Systeme bereit, wie zum Beispiel die Online-Übermittlung von Stellenangeboten und die Nutzung der Jobbörse im Internet. Mit der Veranstaltung von Bewerberbörsen bieten die Agenturen den Zeitarbeitsunternehmen darüber hinaus eine Plattform, um sich einer größeren Zahl von interessierten Bewerbern vorzustellen.

Die Zeitarbeitsunternehmen verpflichten sich dafür, Stellenangebote nur bei tatsächlichem Bedarf zu melden. Dadurch können sich die Vermittler der Agenturen auf die Angebote konzentrieren, hinter denen auch echte Beschäftigungsmöglichkeiten stehen. Die Unternehmen liefern aussagekräftige Informationen zu Qualifikationsprofilen, zum Arbeitsentgelt und zum Einsatzort. Gleichzeitig bieten die Firmen den Vermittlern der Agenturen Hospitationsmöglichkeiten an. Dadurch können diese die Arbeitsweisen und Anforderungen der Unternehmen kennen und können dies auf die eigene Arbeit übertragen.

Die Kooperation beschränkt sich nicht nur auf die 15 großen Unternehmen. Die Agenturen für Arbeit und eine koordinierende Stelle in der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) bieten die gleichen Vereinbarungen den zahlreichen anderen, auch mittleren und kleineren Zeitarbeitsunternehmen an. Ziel ist die flächendeckende Vereinbarung der Qualitätsstandards in der Zusammenarbeit mit allen Zeitarbeitsfirmen.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Man sollte sich aber an die Schlagzeilen der letzten Tage erinnern. Da forderte der DGB, das Armutsrisiko bei Zeitarbeit zu beseitigen.

Jeder achte (12,4 %) Zeitarbeitnehmer in Deutschland verdient nach Angaben des DGB so wenig, dass er ergänzend Hartz IV-Leistungen erhält. “Damit zeigt sich, dass ein erheblicher Teil der Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer in prekären Beschäftigungsverhältnissen steckt, die den notwendigen Lebensunterhalt nicht absichern.

Lesen Sie auch : Zeitarbeitsfirmen vermitteln erfolgreicher als öffentliche Träger

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