Verbraucherzentrale Brandenburg warnt: Nicht jeder Rabatt spart letztlich Geld.

Am heutigen Freitag geht es wieder los: Zum Black Friday locken Online-Shops mit vielen Rabatten und vermeintlichen Schnäppchen. Am darauf folgenden Montag startet der Cyber-Monday. Seit vielen Jahren sind beide Tage feste Termine für Schnäppchenjäger. Doch sind die vermeintlichen Rabattaktionen mit Vorsicht zu genießen.

Genau einen Monat vor Weihnachten kommt es wieder zur großen Rabattschlacht. Hunderte Online-Shops werben in diesem Jahr wieder mit zahlreichen Preisvorteilen und kurbeln die Kauflust der Verbraucher an. Doch nicht überall wo ein Rabatt draufsteht ist auch einer drin. Wie das Vergleichsportal guenstiger.de anhand von Daten aus 2016 geprüft hat, sollten sich Verbraucher gerade am Black Friday nicht nur auf die Aussagen der Online-Shops verlassen. Laut dem Portal lohnt sich nur jeder zweite Deal.

Dr. Kirsti Dautzenberg, Teamleitung der Marktwächter Digitale Welt warnt: „Vorher- und Nachherpreise zeigen eine Spannbreite, die oft eine hohe Ersparnis suggerieren. Es ist aber durchaus möglich, dass andere Händler gleiche oder günstigere Preise unabhängig vom Black Friday anbieten. Ein weiterer Trick um die Kauflust anzuregen sind ablaufende Bestandszahlen oder Uhren.“

Michèle Scherer, Expertin für Digitales bei der Verbraucherzentrale Brandenburg empfiehlt: „Auch zum großen Schnäppchentag sollten Verbraucher besonnen bleiben, sich nicht unter Druck setzen lassen und vor dem Kauf die Preise vergleichen. Wer sich in der Eile von den Angeboten locken lässt und dann zum Beispiel später feststellt, dass das Produkt doch nicht den Erwartungen entspricht, kann den Vertrag in der Regel beim Onlineshopping binnen 14 Tagen nach Erhalt der Ware widerrufen.“ Manche Händler zeigen sich zudem kulant und tragen in dem Fall auch die Rücksendekosten oder haben darüber hinaus längere Rückgabefristen. Alles rund um das Widerrufsrecht ist hier zusammengefasst.

Vorsicht auch bei Fake-Angeboten zum Cyber-Monday

Nach dem Black Friday knüpft unter anderen der Versand-Riese Amazon mit dem Cyber-Monday direkt an die große Rabattschlacht an. Allerdings sollten Amazon-Kunden auch hier genau hinschauen. Zwar zeigt die Untersuchung von guestiger.de, dass Online-Shopper zum Cyber-Monday bei Amazon zumindest weitestgehend auch sparen können. Allerdings ist der Marktplatz des Branchenprimus seit Jahren im Fokus von Betrügern, die vor allem Technikartikel zu Traumpreisen einschleusen, aber die Waren niemals liefern. „Die Gefahr besteht, dass Betrüger den Cyber Monday nutzen, um während der Rabattaktionen auf dem Marktplatz von Amazon ihre Fake-Angebote einzuschleusen.“, so Dautzenberg.

Das Szenario läuft dann wie folgt ab: Beim Kaufversuch meldet Amazon zunächst ein Problem, da der Artikel beim Anbieter auf dem Marktplatz nicht mehr erhältlich sei. Viele Kunden fragen daraufhin beim Anbieter nach und nehmen per Mail Kontakt auf. Das kann jedoch ein fataler Fehler sein, denn wie Verbraucherbeschwerden zeigen, nutzen solche angeblichen Händler die Anfragen, um Daten wie Namen und Anschrift zu erfragen und schließlich eine gefälschte Amazon-Bestellbestätigung an den Verbraucher zu senden. Der Kaufpreis soll dann per Vorkasse bezahlt werden. „Spätestens jetzt müssen bei Verbrauchern die Alarmglocken schrillen. Angebote und Anbieter sollten immer kritisch unter die Lupe genommen und Bezahlen per Vorkasse möglichst vermieden werden. Wer sich bei einem Angebot unsicher ist, sollte sich die Zeit nehmen und nach Alternativen Ausschau halten“, erklärt Michèle Scherer.

Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

23. November 2017