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Sonntag, der 05. Juli 2009 Tip  Ihre Pressemitteilung / News einreichen   English  English flag    French  French flag

 

Billiger Bootsbau auf Staats- und Steuerkosten?

Das wünscht sich doch jede Firma - oder? Rekrutierte Helfer, welche sich im Deckmantel einer Qualifizierung fleißig am Bootsbau zu schaffen machen?

Dazu die BA:

Die Bremer Arbeitsgemeinschaft für Integration und Soziales (BAgIS), die ARGE in Bremen, bieten zusammen mit der Bremer Bootsbau Vegesack (BBV) im Bootsbau Qualifizierungsmaßnahmen für den 1. Arbeitsmarkt. So werden z.B. Jugendliche, die entweder schulmüde oder besonders benachteiligt sind, weder Arbeits- noch Ausbildungsplatz haben, im wahrsten Sinne des Wortes ins Boot geholt.

“So eine Werft bietet naturgemäß mehr Anreiz als eine staubige Schulbank. Mit Recht können die Jugendlichen hier stolz sein auf ein Boot, das sie mit eigenen Händen gebaut oder ausgestattet haben. Solche Erfolgserlebnisse brauchen wir alle und natürlich gerade die, die sich leider oft als Versager fühlen”, sagte Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der Bundesagentur für Arbeit.

Seit Bestehen des Trägers haben viele hundert Personen an den unterschiedlichen Maßnahmen teilgenommen und ca. 25 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben dadurch eine weiterführende Perspektive auf dem Arbeitsmarkt erhalten. (Quelle: Pressemeldung BA)

Dem aber nicht genug, denn der Deckmantel bietet noch mehr Platz für schöne Worte:

Im Bootsbau Holz oder Metall, als Elektriker oder Maler lernen sie handwerkliche Grundfertigkeiten wie:

  • Bohren,
  • Schweißen,
  • Hobeln,
  • Schleifen und
  • Spachteln.

Ganz nebenbei gewöhnen sie sich an Pünktlichkeit, Ausdauer und andere Tugenden, ohne die es keinen Erfolg gibt. Der Erfolg ist bei dieser maritimen Qualifizierung mit Händen zu greifen: die jungen Bootsbauer statten “ihre” kleinen Schiffe mit Kojen, Schränken und Tischen aus, sie bauen Lenzleitungen und Wassertanks ein, sie verlegen Holzdecks und bauen Spanten für den Rumpf und beplanken ihn, sie fertigen Wand- und Deckenverkleidungen für die Kajüten und richten die Schiffselektrik ein. Ja, sogar ein kompletter Torfkahn entsteht auf diesem Weg. (Quelle: Pressemeldung BA)

Na, dann wünschen wir doch mal den “Bootsbauern” immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel … mindestens 1 Euro in der Tasche - und stellen glatt die neugierige Frage:

Was machen denn all die Fachkräfte aus den o.g. Fachbereichen?

Startseite - Veröffentlicht von: Sozialticker   am: 24. September 2008 um 14:30 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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4 Kommentare / Fragen

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1. ... Kommentar von Helga am Mittwoch, 24.9.2008.

Eines wird mir auch hier wieder klar: Arbeitslosigkeit wird immer nur als Problem armer Menschen definiert. Reiche Menschen, die ebenso arbeitslos sind, bekommen keine solcher “Hilfen” angeboten. Warum nicht? Weil das Problem die Armut ist - und nicht etwa die fehlende Arbeit. Reiche Menschen würden sich über solche “Hilfen” nur totlachen.

Man braucht nicht zwingend “Pünktlichkeit, Ausdauer und andere Tugenden, ohne die es keinen Erfolg gibt”, um Erfolg zu haben. Dafür genügen schon reiche Eltern. Jugendliche, die ab und zu fernsehen oder sich einige ihrer Mitschüler mal etwas genauer angesehen haben, wissen das schon längst.

Den armen Jugendlichen sitzt die Existenz-Angst im Nacken. Sie wollen nicht stolz sein auf ein Boot, das ihnen nicht gehört (auch während der Bauzeit gehört es ihnen nicht, und erst recht nicht danach). Gebt den Jugendlichen das, was sie zum Leben brauchen, und jede Wette: Auf den blöden Stolz, ein Boot gebaut zu haben, verzichten sie gerne. Ich habe noch nie von einem reichen Menschen gehört, der stolz darauf ist, Boote bauen zu können, denn Boote bauen für ihn ja wohl die anderen.

Ja, beim Arbeiten lernt man was. Das sollte die einzige Aussage der Veranstalter sein. Was Jugendliche allerdings ausgerechnet mit Booten anfangen sollen, erschließt sich mir nicht. Was haben Boote mit dem Alltag bzw. dem Leben Jugendlicher zu tun? Diese Veranstalter sind nicht unbedingt schlauer als die “schulmüden” Jugendlichen, sondern eher umgekehrt.


2. ... Kommentar von Alexander am Samstag, 27.9.2008.

Schön…. man beantragt ein paar Leute, bekommt sogar dafür Geld, dass sie für einen Arbeiten…. besser kann man es als Arbeitgeber doch gar nicht haben.

Wer möchte denn da noch einen teuren Arbeitsplatz aufmachen?

Na gut, wenns denn mal sein muss wird in Betracht gezogen einen 400 Euro-Job oder eine (Gering bezahlte) Zeitarbeitsstelle aufzumachen. Das was der Arbeitnehmer dann noch zum Leben braucht gibt ihm halt der Staat.


3. ... Kommentar von alex am Samstag, 27.9.2008.

Nur auf Dauer schaden sich die Unternehmen selbst damit, denn die Gewinne werden früher oder später einbrechen und vielleicht haben es die Unternehmer immer noch nicht begriffen, dass die hergestellten Produkte auch konsumiert, sprich gekauft, werden müssen. Was nutzen mir die billigsten Arbeiter, wenn keiner meine Produkte kaufen kann?

Die USA sind darin ja momentan in der Vorreiterrolle, was Megafirmen- und Bankenpleiten angeht, sowie in der Sozialisierung der Verluste. Und da Deutschland gerne alles aus den USA ohne Vorbehalt importiert, werden auch bei uns die sicheren Bankeinlagen dahinschmelzen, wie ein Eisberg in der Sahara. Ich denke auf uns kommen in den nächsten Wochen bis Monaten noch schlimme Zeiten zu, in denen man sich noch nach Hartz IV zurücksehnen wird.

Wer auch nur ein wenig die Augen aufmacht und aufmerksam die Nachrichten verfolgt, der muss erkennen, dass unser kapitalistisches Wirtschaftssystem in seinen letzten Atemzügen liegt und keine Überlebenschance mehr hat. Mehr als den Systemtod hinauszögern kann unsere Elite nicht mehr - und jeder Tag, der hinausgezögert wird, macht den Systemcrash umso unheilvoller und schlimmer. Und Dank der Globalisierung wird der Systemcrash nicht mehr nur auf einzelne Staaten begrenzt bleiben, wie noch in den 1930er Jahren, sondern weltweit die Wirtschaft und damit die Menschen in den Abgrund reißen.

Daher sollte man sich vielleicht überlegen, nicht doch eine gewisse Bargeldmenge zuhause aufzubewahren, denn der Einlagensicherungsfond beträgt gerade mal ca. 5 Mrd. Euro. Bei einer größeren Bankenpleite wird dieser sehr, sehr schnell aufgebraucht sein. Aber auch hier versuchen uns die Politiker mal wieder in den Schlaf der Seeligen zu wiegen…


4. ... Kommentar von Pleitegeier am Samstag, 27.9.2008.

… mein Reden … Leute, holt eurer bisschen Kohle von der Bank, bevor diese geschlossen hat.


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