Bienen schützen-Gentechnikgesetz gefährdet Honig
Anlässlich des deutschen Bienentages und der beginnenden Jahrestagung des Deutschen Imkerbundes in Frankfurt erklärt Ulrike Höfken, verbraucherpolitische Sprecherin:
Der Erhalt einer flächendeckenden Imkerei in Deutschland ist volkswirtschaftlich von großer Bedeutung. Der wirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung in Deutschland beträgt ein Zehnfaches des Erlöses, den die Imker aus dem Verkauf des Honigs und sonstiger Produkte erzielen. Bei 25.000 Tonnen Honig jährlich sind das schätzungsweise 2 Milliarden Euro. In den USA lässt sich heute schon erahnen, welche Probleme sich für Landwirtschaft und Ernährung abzeichnen, wenn die Bienen sterben.
Den Imkern, als der Gruppe der Hauptbetroffenen des Gentechnikanbaus, verwehrt die Bundesregierung einen entsprechenden Schutz im Gentechnikgesetz, das gerade in den Ausschüssen diskutiert wird. Der Schutz der Imker vor Kontaminationen bleibt in dem Gesetzentwurf völlig unberücksichtigt. Da Bienen kilometerweit fliegen, müssen die notwendigen Schutzmaßnahmen dies berücksichtigen. Doch mit dem neuen Gesetzesentwurf wird stattdessen der schleichenden Verunreinigung von Saatgut, Natur und Landschaft Tür und Tor geöffnet. Die Probleme der Imker werden mit den vorliegenden Gesetzentwürfen nicht gelöst, sondern weiter verschärft.
Auch die Seehofersche Vorlage zur guten fachlichen Praxis ist ein Vorschlag zur “schlechten fachlichen Praxis” und muss in wesentlichen Punkten nachgebessert werden. Auch Imker müssen wie die Landwirte das Recht bekommen, vom Gentechnikanbauer immer rechtzeitig vor der Aussaat informiert zu werden.
Die völlig unzureichenden Mindestabstände von 150/300 m sind für die Imkereiwirtschaft eine unakzeptable Abstandslösung.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen Honig als ein hochwertiges, naturnahes und besonderes gesundes Qualitätsprodukt. Sie erwarten zu Recht, dass dieses Produkt vor jeglicher Verunreinigung geschützt wird.
Die Imker brauchen Unterstützung – Nicht nur bei der Gentechnik!
Quelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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