A13 für alle Lehrkräfte – Baden-Württemberg muss konkurrenzfähig bleiben – Die GEW setzt sich unter anderem für eine bessere Bezahlung von Grundschullehrkräften ein. „Der Grundstein für gute Bildung wird bei den Kleinsten gelegt. Trotzdem erkennt die Landesregierung die wertvolle Arbeit der Grundschullehrerinnen immer noch nicht aus­reichend an und bezahlt sie schlechter als ihre Kolleginnen und Kollegen in den weiter­führenden Schulen. Die GEW erwartet von der Landes­regierung außerdem einen Stufen­plan für den Aufstieg aller Hauptschul- und Werkreal­schullehrkräfte von der Besoldungsgruppe A12 in A13.

Baden-Württemberg bleibt nicht konkurrenzfähig, wenn sie Lehrkräfte in der Besoldungsgruppe A12 lässt“, sagte Tepe. Erst vergangene Woche warb der Berliner Senat in Stuttgart mit dem Hinweis auf bessere Arbeitsbedingungen um junge Lehrer/innen aus dem Südwesten.

Lehrermangel in vielen Bundesländern

Mit Blick auf den Lehrkräftemangel, auf den Deutschland sehenden Auges zusteuert, sagte Tepe: „Wir brauchen eine Offensive, um viel mehr junge Menschen für den Beruf des Lehrers, der Lehrerin zu gewinnen.“ Die GEW-Vorsitzende betonte, dass der Lehrkräfte­mangel bereits jetzt in vielen Bundesländern ein großes Problem sei. Als Beispiele nannte sie Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. „Einige Länder können den Bedarf an Lehrerinnen und Lehrern nur noch decken, in dem sie Menschen ohne abgeschlossenes Lehramtsstudium einstellen“, sagte Tepe. In Berlin sei bereits im vergangenen Schuljahr mehr als ein Drittel der neu eingestellten Lehrkräfte ohne pädagogische Ausbildung in den Beruf gestartet.

Nur 18 Prozent der an Grundschulen eingestellten Lehrkräfte habe das entsprechende Lehramt studiert. „In Sachsen werden jährlich rund 1.400 neue Lehrkräfte benötigt, allein um die in den Ruhestand gehenden zu ersetzen. In den nächsten 15 Jahren verließen über 10.000 Lehrkräfte die Schulen in Sachsen-Anhalt. Die Ausbildungszahlen im Land zugrunde gelegt ließen sich diese Abgänge bei weitem nicht ausgleichen. Die GEW geht davon aus, dass auch hier künftig nur noch jede zweite Stelle mit einer voll ausgebildeten Lehrkraft besetzt werden könne. „Deshalb müssen bundesweit die Ausbildungskapazitäten dem Bedarf entsprechend ausgeweitet und in allen Ländern die Gelder für die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte bereitgestellt werden“, sagte die GEW-Vorsitzende.

Gewerkschaftstag Freiburg vom 6. bis 10. Mai 2017

Am 6. Mai beginnt in Freiburg der alle vier Jahre stattfindende bundesweite Gewerkschafts­tag der GEW (bis 10.05.). Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe kandidiert für eine weitere Amtszeit. 432 Delegierte wählen die GEW-Spitze und beraten gut 100 Anträge.

Quelle: GEW Hauptvorstand

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5. Mai 2017