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Beratungs-Test beim Energiesparlampenkauf

Wenn für die Produktion von 100-Watt-Glühlampen Anfang September die Lichter ausgehen, tappen Verbraucher beim Ersatz durch Energiesparlampen meist im Dunkeln: Fast drei Viertel der Verkäufer konnte beim Test der Verbraucherzentrale NRW in 222 Geschäften keine Auskunft geben, dass die Lumen-Angabe auf der Verpackung den zündenden Funken zur Bestimmung der Helligkeit liefert. Gerade zwei Drittel beriet korrekt, dass beim Austausch einer 100-Watt-Glühlampe mindestens ein 20-Watt-Energiesparlampen-Nachfolger fürs rechte Licht sorgen muss. Dunkle Schatten taten sich auch für die Umwelt auf: In 30 Prozent der Test-Geschäfte wussten die Verkäufer nicht, dass Energiesparlampen wegen des Quecksilberanteils unbedingt in den Sondermüll gehören. “Der begrüßenswerte Vorstoß der EU-Verordnung, Energiefressern bei Haushaltslampen den Saft abzudrehen, darf nicht durch mangelhafte Beratung im Handel konterkariert werden”, fordert NRW-Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller ein “Switch on” für kundenorientierte Verbraucherinformation.

Ab dem 1. September 2009 dürfen klare Glühlampen ab 100 Watt aufwärts sowie alle matten Glühlampen EU-weit nicht mehr in den Handel gebracht werden. Stufenweise wird die Verordnung dann auch auf Glühlampen geringerer Leistung ausgeweitet – bis 2016 dürfen in Europa überhaupt keine Glühlampen mehr verkauft werden. “Mit Blick auf die Umwelt und unter dem Kostenaspekt ein richtiger Schritt”, beleuchtet Klaus Müller die Vorteile: “Tauscht ein Haushalt nur eine herkömmliche 100-Watt-Glühlampe gegen eine 20-Watt-Energiesparlampe mit gleicher Lichtausbeute aus, spart er – auf die durchschnittliche Lebensdauer von 10.000 Stunden gerechnet – rund 175 Euro an Stromkosten. Und die Umwelt wird mit einer Viertel Tonne Kohlendioxid weniger belastet.”

Doch während der Abwicklungsplan für die Glühlampe auf dem Papier leuchtende Zahlen präsentiert, wirft der Alltag Schatten: Ein unübersichtliches Angebot vielfältiger Beleuchtungsalternativen lässt Lampenkäufer bei der Suche nach energiesparenden Lichtspendern im Dunkeln tappen. Wer dann auf Beratung im Handel vertraut, erlebt wenig Erhellendes: Beim Markt-Check der Verbraucherzentrale NRW in 222 Geschäften in 34 Städten erwies sich die Verkäuferinformation allenfalls als “Notlicht”. In Baumärkten (54), Möbel- und Einrichtungshäusern (27), Kaufhäusern (40), Lampen- (29) und Elektrofachgeschäften (49) sowie bei Drogerie- und Verbrauchermärkten (23) wurde im Verkaufsgespräch der Umstieg auf energiesparende Leuchtmittel inszeniert. Ahnungslose Kunden wollten dabei wissen, welche Angaben Aufschluss geben, dass die vorgeschlagene Energiesparlampe adäquaten Ersatz für das Auslaufmodell 100-Watt-Glühbirne biete. In 72 Prozent der getesteten Geschäfte ging dem Verkäufer kein Licht auf, dass der Lumenwert auf der Verpackung maßgeblich für die Helligkeit der Lampe ist. Selbst in den 29 besuchten Lampenfachgeschäften konnten gerade acht Verkäufer punkten.

Etwas mehr Licht als Schatten gab es bei der Frage, wie viel Watt eine Energiesparlampe mindestens haben müsse, um eine 100-Watt-Glühlampe zu ersetzen: In mehr als zwei Drittel (68 %) aller besuchten Geschäfte hatten Verkäufer die richtige 20-Watt-Antwort parat. Im Dunkeln blieb die Information vor allem bei den 23 Drogerie- und Verbrauchermärkten, wo 96 Prozent der Verkäufer beim Umrechnen passen mussten. In Lampenfachgeschäften hingegen gaben 86 Prozent der Befragten die richtige Kaufempfehlung.

Auch wer schon beim Kauf das Ende der Energiesparlampe beleuchtet, erhält allenfalls gedimmte Information: In 30 Prozent der besuchten Geschäfte wussten die Verkäufer nicht, dass die ausgedienten Leuchtmittel wegen ihres geringen Quecksilbergehalts nicht mit dem Hausmüll, sondern separat gesammelt und entsorgt werden müssen. Allein in den Lampenfachgeschäften gab es – mit einer Ausnahme – korrekte Entsorgungshinweise auf kommunale Sammelstellen oder freiwillige Rücknahmeangebote des Handels.

“Der Beratungs-Test zeigt, dass bei der Kundeninformation nachgelegt werden muss, damit das richtige Licht fürs Energiesparen aufgeht. Der Ausbau der freiwilligen Rücknahme von Energiesparlampen im Handel wäre darüber hinaus ein leuchtendes Beispiel für eine verbraucherorientierte Ausrichtung”, mahnt der NRW-Verbraucherzentralenvorstand dringend Nachbesserungen an.

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen - Pressestelle

Startseite - Veröffentlicht am: 31. August 2009 um 12:02 Uhr - Haftungsausschluss     Sie möchten dem Sozialtickerteam eine Nachricht zukommen lassen? Druckversion:   Druckversion anzeigen

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