(Berlin).„Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist eine wichtige Errungenschaft unserer Demokratie. Doch auch 60 Jahre nachdem das Gleichstellungsgesetz auf den Weg gebracht wurde, muss jeder Bürger an der Umsetzung mitwirken“, fordert die Vizepräsidentin des Deutschen Familienverbandes (DFV), Petra Nölkel. „Es hat seit 1957 vieler Auseinandersetzungen und Nachbesserungen bedurft, um Frauen vor dem Gesetz tatsächlich besser zu stellen.“

Noch heute werden Rollenbilder instrumentalisiert – auch im politischen Kontext. Da wird schnell eine „Rabenmutter“ aus einer berufstätigen Frau mit Kindern oder ein „Heimchen am Herd“ aus einer Mutter, die ihr Kind in den ersten Lebensjahren zu Hause betreuen will. „Von Gleichberechtigung sind wir beim Thema Familie und vor allem bei der Kinderbetreuung noch weit entfernt“, so die DFV-Vizepräsidentin.

„Damit sich das ändert, setzen wir uns dafür ein, dass Familien ihr gewünschtes Lebensmodell leben können. Sie brauchen dafür verbindliche Rahmenbedingungen: Eine echte Wahlfreiheit in der Kinderbetreuung, finanzielle Sicherheit und ebenso einen Familien-TÜV, der Gesetze und Verordnungen mit Blick auf etwaige Benachteiligungen von Familien auf den Prüfstand stellt.“

Bisher wird die Leistung von Familien nicht angemessen anerkannt. Schlimmer noch: Sie werden doppelt zur Kasse gebeten. Zum Beispiel in den Beiträgen zur Sozialversicherung. Obwohl Eltern mit der Erziehung ihres Nachwuchses bereits einen generativen Beitrag in die Sozialversicherung leisten, werden sie auch finanziell herangezogen. Und zwar so, als hätten sie diese Kinder nicht. Der DFV fordert mit seiner bundesweiten Kampagne „Wir jammern nicht, wir klagen!“ deshalb Kinderfreibeträge in den Sozialversicherungen. „Auch das ist letztlich ein Gleichstellungsthema“, betont Petra Nölkel. „Beitragsgerechtigkeit ist geschlechtergerecht, weil berufstätige Mütter und Väter gleichermaßen entlastet werden. Und sie ist familienformneutral, denn es spielt keine Rolle, ob die Eltern verheiratet, unverheiratet oder alleinerziehend sind.“

Quelle: Deutsche Familienverband

3. Mai 2017