Begrüßenswertes Rentenplus reicht nicht gegen wachsende Altersarmut

„Die Volkssolidarität begrüßt das von der Bundesregierung für dieses Jahr angekündigte Rentenplus“, erklärte Verbandspräsident Dr. Wolfram Friedersdorff am Dienstag. „Es bedeutet für die Rentnerinnen und Rentner angesichts niedriger Preissteigerungsraten wieder einen realen Einkommenszuwachs.“ Doch diese Entwicklung reiche nicht aus, um die drohende zunehmende Altersarmut für die kommenden Rentnergenerationen zu verhindern. Die Volkssolidarität bleibe bei ihrer Kritik an der Absenkung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rente. „Wir treten weiterhin für das Ziel einer Rente ein, die den Lebensstandard im Alter sichern hilft.“

Das hohe Rentenplus sei allerdings eine Ausnahme, zurückzuführen auf statistische Effekte, betonte Friedersdorff. Das werde sich in den kommenden Jahren nicht wiederholen. „Das darf nicht verkannt werden.“ Die Rentenerhöhung zeige aber, wie die Rentenentwicklung längerfristig verlaufen könnte, wenn sie sich ohne „Kürzungsfaktoren“ stärker an der Lohnentwicklung orientieren würde. „Doch wenn das Rentenniveau weiter wie vorgesehen abgesenkt wird, droht vielen derjenigen, die in den kommenden Jahren in Rente gehen, Altersarmut“, warnte der Verbandspräsident. „Die Absenkung des Rentenniveaus soll bis 2030 sogar noch verstärkt werden.“

Das sei der falsche Weg, betonte Friedersdorff. Dieser trage zu dem sinkenden Vertrauen in die gesetzliche Rente bei. „Notwendig ist ein Kurswechsel, ein Gegensteuern. Damit das Rentenniveau nicht weiter sinkt, müssen die Kürzungsfaktoren in der Rentenanpassungsformel gestrichen werden und die Rentenanpassungen wieder den Lohnsteigerungen folgen.“ Die gesetzliche Rente müsse wieder auf das Ziel, den Lebensstandard im Alter zu sichern, ausgerichtet werden. Die Volkssolidarität bleibe bei dieser Forderung. Nur so könne das Vertrauen in die Rente wieder erhöht und Altersarmut verhindert werden.

Quelle: Volkssolidarität

Ein Gedanke zu „Begrüßenswertes Rentenplus reicht nicht gegen wachsende Altersarmut“

  1. Rentner und Rentnerinnen werden von der Politik nicht als solche gesehen, sondern viel mehr als Wählerstimmen, die zudem immer mehr werden und dadurch den Gang der Politik vorgeben. Das ist in unserer Demokratie so gewollt. Dem gegenüber steht aber die junge Generation, die a) kein Wahlrecht haben und b) immer weniger werden.

    Wir leben derzeit in einer kranken Demokratie, die anders als die gesunde Demokratie gerade nicht demographisch begünstigt und durch Kindersegen bestätigt ist, sondern viel mehr durch einen gravierenden Wertewandel in der Bevölkerung abgeschafft werden soll. Das eben unterscheidet eine kranke Demokratie von einer gesunden.

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